Publiziert am: Freitag, 10. Februar 2017

Ist Ihre Vorsorgeplanung gemacht?

kmu & finanzen

Im täglichen Kampf um das Bestehen im harten Wettbewerb wird betrieblichen Nebenschauplätzen wie einer sorgfältigen Vorsorgeplanung oft wenig Beachtung geschenkt. Gerade im angespannten Ertragsumfeld und im Kampf um ­gute Fachkräfte ist diese jedoch wichtig.

Erfolgsfaktoren einer sorgfältigen Vor­sorgeplanung:

Einsatz von Vorsorge- und Versicherungslösungen als Element zur Mitarbeitergewinnung und -bindung

Schaffung eines optimalen Handlungsspielraums im Falle einer Firmenübergabe durch den Aufbau von Vorsorgekapital

Schaffung von Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung für Inhaber und Kader

Sichern eines Handlungsspielraums bei der Ablösung von Schlüsselpositionen durch die Förderung einer frühzeitigen Pensionsplanung für Mitarbeitende

Verhinderung von Kapitalnachschüssen oder Zusatzkosten im Falle einer Unterdeckung durch eine kritische Beurteilung der bestehenden Angebote

Der Normalfall für eine Neubeurteilung ist nicht die Firmengründung, sondern der Wechsel von der firmeneigenen zu einer Sammelstiftung respektive von einer Stiftung zur anderen. Zu beachten ist, dass dazu die Zustimmung des Personals nötig ist. Dieses muss denn auch über die Vorsorgekommission in die Entscheidungsfindung eingebunden werden.

Komponenten bei der Vorsorgewahl

Kernelement bei allen Vergleichen sind immer die Kosten, denn diese stellen einen bedeutenden Budgetposten in den Personalkosten dar. Sie setzen sich primär aus drei Faktoren zusammen: dem Sparanteil, dem Risikoanteil und den Verwaltungskosten. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Elemente, die für die Auswahl einer Vorsorgelösung relevant sind. Es ist deshalb unabdingbar, sich bereits frühzeitig in der Planungsphase nicht nur mit den Kosten, sondern vertieft auch mit den gewünschten Leistungen auseinanderzusetzen.

Die Beurteilung nachfolgender Elemente schafft eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Wahl einer neuen Sammelstiftung.

Aufsicht: Wer beaufsichtigt die Stiftung? (Kantonal geregelt)

Deckungsgrad: Liegt dieser über 100%? (Vermeidung von Sanierungsmassnahmen)

Technischer Zinssatz: Mit welchem Zinssatz wird die Alters- und Invalidenrente gerechnet? (Beeinflusst den Deckungsgrad)

Rentabilität, Verzinsung: Wie hoch ist die erwirtschaftete Durchschnittsrendite der Vor­sorgekapitalien während der letzten 5 oder 
10 Jahre? Wie wurden diese verzinst?

Fälligkeiten: Per wann sind die Spar- und Risikobeiträge fällig? (Vor-, nachschüssig)

Umwandlungssatz: Wie hoch ist der Rentenberechnungssatz für die obligatorischen und überobligatorischen Altersguthaben?

Struktur der Stiftung: Anzahl angeschlossene Firmen, Anzahl Destinatäre, Verhältnis Aktive/Rentner

Kapital: Gesamtkapital, %-Anteil Rentenkapital, Schwankungsreserven

Flexibilität: Wie flexibel ist die Stiftung bezüglich Plangestaltung, Kapitalbezug usw.?

Die vorstehend nicht abschliessend aufgezählten Kriterien erhalten erst im Zusammenspiel ihre volle Aussagekraft. Entscheidend ist die Beurteilung von Risikobereitschaft, anfallenden Kosten und der langfristig zu erwartenden Vermögensentwicklung. Eine sorgfältige Selektion – im Idealfall unter Einbezug von Fachleuten wie z.B. einem versierten Broker – ist deshalb zu empfehlen.