Publiziert am: 20.09.2019

IT-Abhängigkeit nimmt zu

DIGITALISIERUNG – Der Wandel der Branche im Zeitalter der neuen Technologien hat bereits begonnen und stellt eine grosse Herausforderung dar.

Die Automobilindustrie steckt im Wandel vom reinen Kraftfahrzeuggewerbe zum Mobilitätsanbieter. Das Automobil ist künftig nurmehr die Hardware – für den Endkunden hingegen tritt das Gesamterlebnis in den Vordergrund: Mobilität, vernetzt mit nie dagewesenen Dienstleistungen. Neue Wettbewerber wie Tesla, Apple & Co. sind zur Stunde bereits in den Markt vorgedrungen, andere bereiten aktuell ihren zukünftigen Markteintritt vor. «Vor allem neue Technologien wie Elektromobilität, autonomes Fahren und datenba­sierte Geschäftsmodelle sind die Steckenpferde der Innovatoren», so der dipl. Wirtschaftsprüfer André Frey.

Prozesse beschleunigen und optimieren

Für die konventionellen Automobilhersteller geht es nun darum, den «digitalen» Anschluss nicht zu verlieren. Und er ergänzt: «Die Automobilindustrie ist eine der am stärksten datengetriebenen Industrien der Welt. Mit zunehmender Automation und Vernetzung steigt auch die zu verarbeitende Datenmenge rasant an.» Die Digitalisierung hat dieser Branche neue Möglichkeiten eröffnet und es ermöglicht, den Grossteil der Unternehmensprozesse zu optimieren und um ein Vielfaches zu beschleunigen. «Kaum eine Branche hat enger verzahnte Wertschöpfungs- und Lieferketten als der Automobilsektor», sagt Frey. Aufgrund zunehmender Digitalisierung steigen IT-Abhängigkeiten und systemische Risiken. Statt Kundendaten effizient selbst zu verwenden, integrieren Hersteller wie Fiat, Opel und Volkswagen beispielsweise Android Auto oder Apple CarPlay in ihre Fahrzeuge und gewähren damit Drittanbietern Zugang zu ihren Kunden und deren Daten. Der Fahrer ist somit auch Apple- oder Google-Kunde und nicht mehr exklusiv der des Automobilherstellers. «Schnittstellen, die schlicht den Inhalt des Smartphones auf das Infotainmentsystem spiegeln, gewinnen immer mehr an Bedeutung», sagt Frey. CR

Lesen Sie dazu auch