Publiziert am: Freitag, 6. März 2015

Je länger, desto besser

EINKAUF – Schweizer Unternehmen legen hohen Wert auf langfristige Lieferantenbeziehungen. 28,4 Prozent der Einkäufer gaben an, dass langjährige Zusammenarbeit an erster Stelle stehe.

Eine Umfrage von «Wer liefert was» belegt, was in Schweizer KMU bereits seit vielen Jahren als nötig gilt: Der wichtigste Punkt in der Einkaufsstrategie der Unternehmen ist mit einer Nennung von 33,3 Prozent, dass bei der Anbieterwahl mehrere unterschiedliche Kriterien genutzt werden sollen. Rund ein Viertel der befragten Einkäufer gab an, auch zu prüfen, ob das Produkt selbst hergestellt oder ein Auftrag zur Herstellung vergeben werden kann (Make-or-Buy). «Viele kleine und mittelgrosse Unternehmen besitzen keinen strategischen Einkauf, womit bestehende Optimierungspotenziale völlig ungenutzt bleiben», sagt Peter Schmid, CEO von «Wer liefert was».

Qualität zahlt sich aus

«Anhand welcher Kriterien Einkäufer ihre Anbieter bewerten, spiegelt sowohl die Strategie des Einkaufs als auch den Erfolg des gesamten Unternehmens wider», sagt Schmid. So ergab die Umfrage fünf unverzichtbare Kriterien für Anbieter und Dienstleister. Demnach mit 77,3 Prozent an erster Stelle steht die Qualität ihrer Produkte oder Dienstleistungen. Mit 54,7 Prozent stehen Lieferzeiten und Liefertreue an zweiter Stelle. Preise und Zahlungsbedingungen kommen erst an dritter Stelle.

Für Schmid ein deutlicher Hinweis: «Schlechte Qualität bedeutet zumeist hohe Kosten für Reklamationen oder Ersatzbeschaffungen und kann im schlimmsten Fall Kunden kosten. Der Preis sollte deshalb nicht alles entscheidend sein.» Als Optimierungshebel im Nachhinein eigne sich der Preis, zum Beispiel infolge von Verhandlungen mit dem Lieferanten, so Schmid. An vierter und fünfter Stelle der wichtigsten Kriterien bei der Wahl der Anbieter folgen deren Fachkompetenz und der Umgang mit Reklamationen sowie Serviceanfragen.

Vorauswahl über das Internet

Weiterer strategischer Punkt ist, wie die Befragten die Vorauswahl potenzieller Anbieter treffen. Auf Platz eins: Durch Google (62,5 Prozent), dicht gefolgt von speziellen Business-Suchmaschinen, zum Beispiel wlw (55,4 Prozent) auf Platz zwei. Eine weitere wichtige Quelle bei der Vorauswahl sind die persönlichen Empfehlungen, zum Beispiel durch Kollegen oder Kontakte zu Einkäufern – mit 50 Prozent auf Platz drei. «Die Nutzung von Business-Suchmaschinen gewinnt laufend an Bedeutung», so Schmid. «Mit einer Online-Anbietersuche lassen sich mit einem Minimum an personellem Aufwand die Einkaufsprozesse optimieren und so die Kosten senken.»

Mehrquellenbeschaffung top

43,2 Prozent der Befragten nutzen die Mehrquellenbeschaffung, also die Beschaffung über mehrere Anbieter. Es zählt zudem die unmittelbare geografische Nähe der Anbieter. Die internationalen Märkte werden nur von rund einem Viertel der befragten Einkäufer genutzt.

Zur Frage nach guten Preisen bei gleichzeitig guter Qualität und wo die befragten Einkäufer diese Produkte und Dienstleistungen finden, gab die grosse Mehrheit der Befragten mit an, dass Produkte und Dienstleistungen aus der Schweiz diesen Kriterien entsprächen.