Publiziert am: Freitag, 6. März 2015

«Jede Ablenkung kann tödlich sein!»

SCHAMLOSE ABZOCKEREI – Ein Besuch auf der Baustelle zeigt, wie absurd die neue Billag-­Mediensteuer im Berufsalltag ist. Auf dem Bau kann weder Radio noch TV konsumiert werden.

Es ist laut. Die Sonne blendet. Presslufthämmer dröhnen. Kräne quietschen. Betonmischer wummern. Funksignale piepen. Auf einer Baustelle zusätzlich zu diesem Lärm noch Radio hören? Ein Ding der Unmöglichkeit! «Auf den Baustellen ist es sowohl wegen des hohen Lärmpegels als auch aus Sicherheitsgründen unmöglich, Radio zu hören. Es wäre fahrlässig und zudem gar nicht erlaubt», erklärt Reto Moresi, Technischer Leiter bei der A. Bill AG in Wabern. Er ist einer von rund 150 000 Schweizer Unternehmern, die mit der neuen Billag-Mediensteuer künftig doppelt zur Kasse gebeten werden sollen. «Schon privat soll jeder meiner Mitarbeitenden jährlich rund 400 Franken für die Billag bezahlen. Jetzt soll ich in der Firma noch einmal 6300 Franken bezahlen?», fragt Moresi und ärgert sich: «Eine absurde Abzocke!» Für den Bauunternehmer ist unerklärlich, dass die SRG für ­eine Leistung Geld verlangt, die im Unternehmeralltag gar nicht genutzt werden kann. Diese «impertinente Ungerechtigkeit» lässt sich Moresi nicht bieten. Er unterstützt das Referendum des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv gegen die neuen Billag-Mediensteuer und wird am 14. Juni ein klares NEIN in die Urne legen.

Radio hören auf der Baustelle? Unmöglich, fahrlässig, verboten!

Wie absurd die neue Billag-Mediensteuer ist, zeigt ein Besuch vor Ort. Dazu Samuel Schmid, Mitarbeiter auf der Baustelle: «Ich arbeite oft mit dem Presslufthammer. Am ­Arbeitsplatz kann ich schon nur wegen der Lautstärke nicht Radio hören. Es ist auch rechtlich verboten. Die Arbeit mit dem Bagger und Presslufthammer erfordert höchste Konzentration.»

In den letzten 25 Jahren ist die Steuer ständig angestiegen – insgesamt 65 Prozent. «Das ist europaweit der höchste Betrag. Rechnet man dies auf, so sind wir in ein paar Jahren bei 1000 Franken pro Haushalt. Das kann ich unmöglich bezahlen», betont Schmid.

«In ein paar Jahren zahlt jeder Haushalt 1000 Franken an die billag.»

Auch Kranführer Jovica Dimitrijevic muss sich aus Sicherheitsgründen 100-prozentig auf seine Arbeit auf der Baustelle konzentrieren können. «Ein Unfall könnte tödlich enden. Ich kann es mir ganz einfach nicht leisten, abgelenkt zu werden.» Hochbaupolier Jon Duri Wetzel ergänzt: «Wir müssen uns miteinander verständigen können. Es gibt auf der ganzen Baustelle keinen einzigen Mitarbeiter, der Radio oder TV konsumiert.» Die beiden Bauleute wehren sich vehement gegen die Abzocke der Billag: «Privat zahlen wir schon 400 Franken. Das ist schon mehr als genug.»

Stéphanie Jenzer

ABSURDE billag-ABZOCKEREI

Kämpfen Sie aktiv mit uns für ein NEIN!

Am 14. Juni stimmen wir über die neue Billag-Mediensteuer ab. Kämpfen Sie aktiv mit uns gegen diese absolut ungerechtfertigte finan­zielle Zusatzbelastung der Schweizer KMU-Wirtschaft. Zeigen Sie auf, wie absurd diese Abzockerei in ihrem Betrieb wäre. Schildern Sie kurz, weshalb bei Ihnen niemand TV schaut – und senden Sie Ihr kurzes Statement zusammen mit einem (Handy-)Foto der entsprechenden Arbeitssituation (z. B. Ihr LKW-Chauffeur am Steuer, Ihr Installateur auf der Leiter oder Ihr Polymechaniker beim Fräsen etc.) an

l.ravani@sgv-usam.ch

Ihre Beiträge werden in der Gewerbezeitung sowie auf Facebook publiziert.

Lesen Sie dazu auch

Weiterführende Artikel