Publiziert am: Freitag, 19. Mai 2017

Jeep feiert ein rustikales Revival

AKTUELLER TEST – Vor 75 Jahren entwickelte Willys den ersten Jeep. Daraus wurde dann der Wrangler. Zur Erinnerung an die damalige Zeit gibt ein Sondermodell seinen Einstand: der armeegrüne Wrangler Unlimited 75th Anniversary mit starkem Dieselmotor.

Der Jeep Wrangler hat eine lange Geschichte, die 1941 begann. In der neusten Version 75th Anniversary erinnert er an die Anfänge. Wir prüften die militärgrün lackierte, viertürige Langversion mit theoretisch abnehmbaren Dach- und Verkleidungsteilen. Theoretisch deshalb, weil das Freedom Hardtop aus drei Kunststoffteilen über dem stabilen Rohrkäfig besteht, die lediglich aufwendig demontiert werden können. Die grüne Lackierung sowie eine Plakette erinnern an die ersten Fahrzeuge seiner Art. Innen geht es geräumig und recht komfortabel zu und her. Leider ist fast alles in Schwarz gehalten, etwas aufgelockert einzig durch feine Chromapplikationen. Über Platzmangel beklagt sich niemand. Die einzigen Features, die ihn der Neuzeit näher bringen sind das Navigationsgerät, die Telefonanbindung, die Klimaanlage, die Sitzheizung und der Tempomat. Dazu gesellen sich noch eine Traktionskontrolle sowie ein Bergabfahrtassistent. Aber mehr braucht ein Geländefahrzeug, das sich auch als Zugfahrzeug eignet, nicht wirklich. Geschätzt werden seine Robustheit und die ausgezeichneten Geländeeigenschaften. Die Hecköffnung besteht aus zwei Teilen. Zuerst muss der untere Teil mit dem Reserverad seitlich weggeschwenkt werden, bis die Heckscheibe den Zugang ganz frei gibt.

Für harte Burschen

Der zweite Schalthebel deutet bereits darauf hin – hier handelt es sich um einen echten Geländewagen mit Getriebeautomatik, zuschaltbarem Allradantrieb und Geländereduktion. Letztere halbiert die gefahrene Geschwindigkeit und verdoppelt die Kraft an den Rädern. Durch die kurzen Überhänge vorn (Böschungswinkel 35 Grad) und hinten (28 Grad) sowie die grosse Bodenfreiheit (25,7 Zentimeter) schafft der Wrangler Passagen, die weit über das normale Mass hinausgehen. Das Fahrwerk bietet eine riesige Verwindung, so dass praktisch immer drei Räder den Boden berühren. Im Fahrbetrieb auf der Strasse stellt sich schnell heraus, dass der Wrangler Limited leicht zu führen ist, allerdings beim Parkieren durch den markanten Vorbau und die nicht einsehbaren Kotflügel einiges an Fingerspitzengefühl verlangt. Klar, dass der längs eingebaute, kräftige Turbodiesel das Seine zu den unschlagbaren Fahrleistungen im Normal- wie im Langsamfahrbereich beiträgt. Er erfüllt modernste Abgasnormen (Euro 6), dreht unauffällig leise und sorgt für überraschend gute Fahrleistungen. Der rustikale Wrangler gefällt insgesamt gut. Vor allem, weil er sich so wohltuend vom Einheitsbrei der übrigen Angebote abhebt.Roland Hofer

WISSENSWERTES

Jeep Wrangler Unlimited 
2.8 CRD

Karosserie: 4 Türen, 5 Plätze

Masse (LxBxH): 4751 × 1877 × 1865 mm

Motor: 4-Zyl., 2776 ccm, Turbodiesel

Leistung (kW/PS): 147/200 bei 3600/min

Drehmoment (Nm): 
460 von 1600 bis 2600/min

Kraftübertragung: 5-Stufen aut./Allrad R

Fahrleistungen: 
Spitze 172 km/h, 0–100 km/h 10,7 Sek.

Verbrauch (EU-Norm): 
9,0 l/100 km, CO2 235 g/km

Laderaum: 498 bis 935 Kubikdezimeter

Nutz-/ Anhängelast: 
515 Kilo/2200 Kilo gebremst

Preis: ab 53 650 Fr.; Testwagen 70 180 Fr.