Publiziert am: Freitag, 8. Juli 2016

Jobtimal erfolgreich Inländische Fachkräfte werden gefördert

Aktuell

Es gibt Menschen, die zwischen alle Maschen fallen – Personen zum Beispiel, die in ihrer Leistung beeinträchtigt sind, aber keine Invalidenrente beziehen. Die Stadt Bern weist nun Erfolge aus mit dem Modell jobtimal.ch, welches Personen aus der Sozialhilfe in den ersten ­Arbeitsmarkt führt. Als Patrik D. 20-jährig wurde, erlitt er eine Psychose, die sein Leben aus den Fugen warf. Er musste seine Lehre abbrechen und konnte später dank Medikamenten zwar wieder arbeiten, aber immer nur in ungelernten Jobs – unterbrochen von Phasen der Angst und Depression. Heute ist Patrik D. 40 Jahre alt. Er steht endlich wieder auf sicherem Boden und hat eine Festanstellung. Als er sie bekam, hat er vor Freude geweint.

Entlastung für Sozialhilfe und

Gesundheitssystem

Jobtimal startete 2013 und schreibt jetzt bereits schwarze Zahlen. Bei dem von der Stadt Bern gemeinsam mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion initiierten Teillohnmodell werden nach Abklärung der Eignung und Leistungsfähigkeit Sozialhilfebeziehende in Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes vermittelt. Zur Umsetzung wurde der Verein jobtimal.ch gegründet. Bei diesem Projekt zahlt der Arbeitgeber einen orts- und branchenüblichen Lohn, welcher der tatsächlich erbrachten Leistung entspricht. Ist der Lohn nicht existenzsichernd, kommt der Sozial­dienst für die entsprechende Differenz auf. Die Projektkosten von rund 230 000 Franken pro Jahr tragen die Stadt Bern und der Kanton.

Eine erste Auswertung hat nun gezeigt, dass jobtimal.ch die Erwerbsfähigkeit und die gesundheitliche Stabilität der Personen fördert. Gleichzeitig entlastet jobtimal.ch sowohl die Sozialhilfe wie auch das Gesundheitssystem. Ab 2016 übernimmt der Kanton die Personalkosten von jobtimal.ch sowie Mietkosten und Sachaufwand in der Höhe von 350 000 Franken.

Der Bund fördert neu finanziell Projekte, die ­einen Beitrag zur Erhöhung des inländischen Fachkräftepotenzials leisten. Die Fördermittel belaufen sich auf jährlich 400 000 Franken und sind bis Ende 2018 befristet. Das Geld stammt aus dem Budget der Fachkräfte-Initiative (FKI).

Die Auswahl wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO nach klaren Kriterien getroffen. Die Anzahl der Projekte ist auf maximal acht pro Jahr beschränkt.

Die Projektförderung ist für alle Handlungsfelder offen. Aufgrund der verfügbaren Fördermittel wird die Anzahl von Projekten mittels Auswahlverfahren eingeschränkt. Interessierte können bis zum 1. August 2016 mittels Einreichung des bereitgestellten Gesuchformulars am Auswahlverfahren teilnehmen. Die Unterlagen können auf der Webseite bezogen werden.