Publiziert am: 13.05.2016

Kältetechnik effizienter nutzen

UNTERSCHÄTZTES SPARPOTENZIAL – Schweizer Gewerbebetriebe bezahlen jährlich 160 Millionen Franken für zur Kühlung benötigten Strom. Ein Fünftel davon könnte eingespart werden.

Das ofenfrische Gipfeli am Morgen ist ohne Kältetechnik ebenso wenig denkbar wie ein saftiges Kotelett bei Ihrem Metzger oder ein kühles Feierabend-Bier in der Stammbeiz. Kälte ist eine typische Querschnittstechnologie, die in einer Vielzahl von Branchen genutzt wird und deren Nutzen man den Endprodukten meistens nicht ansieht. Ein wichtiges «Produktionsmittel» also, das aber viel Strom braucht. Dies schlägt direkt auf die Betriebskosten.

Hier können Sie den Hebel an drei Stellen ansetzen: Fördern Sie das richtige Verhalten der Mitarbeitenden, optimieren Sie die Kälteanlage regelmässig und überlegen Sie sich rechtzeitig, wie Sie den Ersatz der Kälteanlagen am besten angehen. Auf der Webseite der Kampagne «effiziente Kälte» des Schweizerischen Vereins für Kältetechnik SVK und von EnergieSchweiz finden Sie verständliche Informationen und Checklisten zu allen drei Massnahmenfeldern.

Aufmerksam durch den Tag

Das richtige Verhalten der Mitarbeitenden hat einen grossen Einfluss auf die Energiekosten. Achten Sie bei der Kältetechnik daher zum Beispiel auf das rasche Schliessen der Türen von Kühl- und Tiefkühlräumen, das richtige Befüllen von Kühlmöbeln oder das rechtzeitige Beschatten von Verkaufs- und Büroräumen.

Jährlich die Kälteanlage 
kontrollieren

Energiesparen im Betrieb bedeutet zuerst einmal ein Aufwand, bei dem der Ertrag nicht von vornherein klar ist. Experten sind sich aber einig, dass es sich lohnt. Denn Sie können mit dem jährlichen Kälte-Check der Kampagne «effiziente Kälte» und den daraus abgeleiteten Massnahmen den Stromverbrauch Ihrer Kälteanlage um zehn bis zwanzig Prozent reduzieren.

Neuanschaffung als Chance

Aus dem Vollen schöpfen kann man in Sachen Energieeffizienz, wenn die Kälteanlage oder einzelne Kühlmöbel ersetzt werden müssen. Eine Neubeschaffung ist daher der richtige Zeitpunkt, um mit geringen oder gar keinen Mehrkosten den Aufwand für die Kühlung für die nächsten 10 bis 15 Jahre – so lange halten eine Kälteanlage oder Kühlmöbel in der Regel – zu senken. Wichtig ist, dass Sie dabei vom Kältefachmann oder Lieferanten verlangen, dass er eine Anlage gemäss den Anforderungen der «Leistungsgarantie Kälteanlagen» von SVK und EnergieSchweiz offeriert und die ausgefüllte und unterzeichnete Leistungsgarantie als Bestätigung der Offerte beilegt.

Leistungsgarantie schafft
Transparenz

Dank der Leistungsgarantie können Sie die verschiedenen Offerten nun vergleichen. Zudem zeigt diese Ihnen, wie teuer Sie die Anlage über die ganze Lebensdauer zu stehen kommt. Dazu zählen nicht nur die Investitionen, sondern auch die Betriebs- und Unterhaltskosten. Zudem verlangt die Leistungsgarantie, dass der Kältefachmann mit Ihnen klärt, ob eine Abwärmenutzung der Kälteanlage für die Heizung oder andere Prozesse genutzt werden kann und ob das auch wirtschaftlich ist.

Förderprogramme nutzen

Um bei neuen Anlagen die Hürden für eine energieeffiziente Lösung so tief wie möglich zu halten, hat der Bund verschiedene Förderprogramme ins Leben gerufen. Während das Programm «Klimafreundliche Kälte» den vorzeitigen Ersatz von Kälteanlagen mit veralteten Kältemitteln unterstützt, zielt ProFrio auf den Bau von energieeffizienten Anlagen. Zudem fördert ProFrio die Optimierung von bestehenden Anlagen, so etwa den Kälte-Check, und leistet einen finanziellen Beitrag an (kleine) Investitionen in energieeffiziente Lösungen. Für beide Förderprogramme muss die Leistungsgarantie Kälteanlagen ausgefüllt werden. Lassen Sie dabei Ihren Kältefachmann die in Ihrer Situation sinnvollen Fördermöglichkeiten abklären.

René Christen,
Präsident des Schweizerischen ­Vereins für Kältetechnik SVK