Publiziert am: 20.03.2020

Die Meinung

Kühler Kopf und Soforthilfe gefragt

Die Meinung

Die aktuelle Lage ist einmalig. Weder das Ausmass noch die Geschwindigkeit der Corona-Krise waren so vorauszusehen. Unternehmen, Behörden und Bevölkerung konnten dabei auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen. Gerade vor diesem Hintergrund funktioniert der Krisenmechanismus gut. Jetzt ist es elementar, dass die Soforthilfe für die Wirtschaft greift.

Was niederschwellig anfing, hat schnell ungeahnte Ausmasse angenommen. «Ungeahnt» ist dabei das richtige Wort. Denn die Warner und Kritiker, die heute behaupten, man hätte viel früher eingreifen müssen, sind meist bloss im Nachhinein – und dafür neunmal – klug. Die Wirklichkeit zeigt eine erstaunliche Leistungsfähigkeit des Systems Schweiz: In gerade einmal zwei Wochen wurde ein Dispositiv für diese ausserordentliche Lage hinaufgefahren.

Natürlich gibt es Friktionen. Die Lage ist so erstmalig. Alle Beteiligten müssen eine Lernkurve machen. Das gilt für die Bevölkerung, die sich zunehmend in die Verhaltensregeln hineindenkt. Das gilt für die Unternehmen, die sich an das ganz enge Korsett gewöhnen müssen. Das gilt aber auch für die Behörden in Bund, Kantonen und Gemeinden. Sie müssen dieser Tage eine unglaubliche Menge von Arbeit koordinieren.

Als Vertreter der Interessen der KMU ist der Schweizerische Gewerbeverband sgv oft sehr kritisch gegenüber den staatlichen Stellen. Doch gerade weil sich der grösste Dachverband der Wirtschaft für das Wohl der KMU einsetzt, steht der sgv heute voll und ganz hinter dem Handeln des Bundesrates und der Verwaltung. In der aktuellen Lage wird die Situation sehr gut gehandhabt.

Es ist völlig klar: Die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz hat oberste Priorität. Entsprechend sind die bundesrätlichen Massnahmen primär gesundheitspolitisch motiviert. Das ist derzeit auch richtig. Dass sie einen enormen wirtschaftlichen Preis fordern, ist ebenfalls klar. Gerade deswegen will der Bundesrat die Wirtschaft mit Sofortmassnahmen unterstützen.

Eine absolut notwendige Massnahme wurde bereits eingeleitet. Die Kurzarbeit wurde vereinfacht und flexibilisiert. Das gibt den Unternehmen Spielraum und den Mitarbeitenden eine gewisse Sicherheit. Dafür sind 8 Milliarden Franken reserviert.

Heute Freitag kommuniziert der Bundesrat die restlichen Teile seines Pakets. Dabei geht es um die Überbrückung von Liquiditätsengpässen für Betriebe. Unternehmen sollen online und unkompliziert diese Mittel beantragen können. Die Abwicklung des Instruments soll über die bewährten gewerblichen Bürgschaftsorganisationen erfolgen. Dafür sind 5 Milliarden Franken reserviert.

Im Zusammenhang mit der Soforthilfe für die Wirtschaft stellt der sgv drei klare Forderungen: 1. Die Massnahmen müssen für alle KMU zugänglich sein, namentlich auch für Einzelunternehmen und Selbstständigerwerbende. 2. Bei allen Massnahmen soll das Prinzip «KMU first» gelten. 3. Die Massnahmen müssen möglichst schnell greifen.

So deutlich, wie diese Forderungen sind, so zuversichtlich ist der sgv, dass der Bundesrat sie aufnimmt. Der Austausch zwischen dem Verband und der Regierung ist sehr eng. Auch die Verwaltung hat die Systemrelevanz der KMU erkannt. Zusammen wird das Problem gelöst. Das System Schweiz funktioniert.

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