Publiziert am: 04.09.2015

Künftige Marktchancen sind gut

CAFETIERSUISSE – Der Partner im Gastgewerbe unterstützt seine Mitglieder in der Betriebsführung. Die Warengruppe Kaffee wird auch weiterhin wichtiger Umsatzträger bleiben, wenn die Qualität in der Tasse hoch ist.

Im Schnitt trinken die Schweizerinnen und Schweizer 1082 Tassen Kaffee pro Jahr, rund acht Kilogramm und liegen damit auf Platz 4 in der weltweiten Konsumstatistik. 75 Prozent des in der Schweiz getrunkenen Kaffees wird auch im Land geröstet. Somit ist Kaffee in der Schweiz ein relevanter Wirtschaftsfaktor und zudem Lieblingsgetränk der Schweizerinnen und Schweizer. «Der Kaffeemarkt ist in ständiger Veränderung. In den letzten Jahren haben unterschiedliche Entwicklungen das Qualitätsbewusstsein, aber auch das Konsumverhalten der Gäste geschärft, darauf musste und muss die Gastronomie immer wieder reagieren», erklärt der neue Präsident Hans-Peter Oettli. Und Geschäftsführer Julian Graf bestätigt: «Heute konkurriert man nicht nur mit anderen Betrieben in der Umgebung, sondern immer stärker auch mit der Kaffeemaschine im Büro.» Deshalb müsse man sich in einem geänderten und schwierigen wirtschaftlichen Umfeld klar positionieren, um den geänderten Konsumgewohnheiten und dem Qualitätsanspruch der Gäste gerecht zu werden. Dazu gehöre, dass die Qualität des Angebots überzeuge und ein Umfeld geschaffen werde, in dem sich die Gäste wohlfühlten, das sie in ihren Tagesablauf integrieren könnten und wo sie sich gerne aufhalten würden.

Qualität heisst auch das Zauberwort, um den Kaffeeumsatz innerhalb der Branche stabil zu behalten. «Klar ist, dass die Qualität stimmen muss. Schlechten Kaffee bestellt heute kein Gast ein zweites Mal, und damit sinkt der Umsatz unweigerlich.

«Qualität ist und bleibt das entscheidende Kriterium.»

Deshalb muss das Kaffeewissen der zuständigen Mitarbeitern in allen Betrieben – besonders in auf Kaffee spezialisierten Gaststätten – hoch sein», betont Graf, und Oettli doppelt nach: «Das Produkt Kaffee und seine Geschichte müssen wir emotional verkaufen – dennoch ist und bleibt Qualität das entscheidende Kriterium.»


Weiterbildung

Nur Betriebe, die sich konzeptionell klar positionieren, deren betriebswirtschaftliche Ausrichtung auf das Konzept abgestimmt und tragfähig ist und deren Qualität in Angebot und Service stimmt, können beruhigt in die Zukunft blicken. Nebst der Auswahl des Kaffeerösters, den handwerklichen Fähigkeiten, dem Umgang mit dem Produkt Kaffee, bestimmt die Ausbildung der Mitarbeitenden über die Qualität in der Tasse. Deshalb hat die Weiterbildung einen grossen Stellenwert im Verband. CafetierSuisse bietet jedes Jahr ein kleines, aber qualitativ hochstehendes Weiterbildungsangebot, dessen Ausrichtung den aktuellen Bedürfnissen der Mitglieder jährlich angepasst wird. «Dieses Jahr liegt unser Fokus ganz klar auf der Konzeptentwicklung und betriebswirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Fragen», so Graf. Zudem arbeitet der Verband im Bereich Kaffee eng mit der Speciality Coffee Association of Europe (SCAE Schweiz) zusammen und entwickelt zusammen mit Partnerfirmen und Verbänden eine Basisausbildung zum Thema Kaffee.

«Bürokratie und 
Kosten müssen 
gesenkt werden.»

Diesem Anspruch der Qualität gerecht zu werden, ist denn auch eine der grossen Hürden der Kaffeebranche. Ebenso der starke Franken: «Wie der Tourismus und die Gastronomie insgesamt, sind auch unsere Mitglieder je nach Kundschaft und Region von den Auswirkungen der Frankenstärke betroffen. Grundsätzlich blicken wir einer ungewissen wirtschaftlichen Entwicklung entgegen, und wenn die Wirtschaft stagniert, wird natürlich auch beim Kaffeekonsum gespart», bringt es Oettli auf den Punkt. Er ist ein Kenner der Branche und verfügt nicht nur über wertvolle Erfahrungen, sondern auch über ausgezeichnete Kontakte zu den Vorständen anderer Gastronomieverbände.

Rahmenbedingungen verbessern

CafetierSuisse ist als Fachgruppe Kaffee eng mit GastroSuisse verbunden, und wie GastroSuisse erwartet der Verband, dass die Politik jetzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Gastronomie verbessert. «Insbesondere Bürokratie und Kosten müssen dringend abgebaut werden. Denn sie rauben Zeit und Geld für das eigentliche Kerngeschäft. Die Gastronomie ist mit rund 210 000 Beschäftigte ein sehr wichtiger Arbeitgeber in der Schweiz und hat für den Arbeitsmarkt eine durchaus wichtige Integrationsfunktion (Migranten und weniger gut ausgebildete Arbeitskräfte) – das darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden», so Oettli.

Für ihn ist klar, dass Kaffee auch in der Zukunft einen ganz wichtigen Stellenwert in der Gastronomie einnehmen wird. «Die Art und Weise, wie Kaffee konsumiert wird, richtet sich nach den Lebensbedingungen und Gewohnheiten der Konsumenten. Wir Gastronomen müssen unser Angebot darauf ausrichten. Die Marktchancen sind gut», sagt Oettli.

Auch an der 2. Tagung der Schweizer Kaffeebranche wird der Blick in die Zukunft und auf die Entwicklung der Branche gerichtet. Diese Tagung wurde erstmals zum 75-Jahr-Jubiläum durchgeführt und stiess auf eine so positive Resonanz, dass sie mittlerweile ein fester Eintrag in der Verbands­agenda ist und alle zwei Jahre stattfindet. «Dabei wollen wir die aktuellen Themen innerhalb der Branche gemeinsam auf einer neutralen Plattform diskutieren können. Dieses Jahr ist es genau die Frage, wie der Kaffeekonsum und Umsatz auch in den kommenden Jahren stabil gehalten oder sogar gesteigert werden können», erklärt Graf.Corinne Remund

KAFFEEPREIS

Bereits seit 27 Jahren erhebt CafetierSuisse den (nicht repräsentativ) durchschnittlichen Preis für eine Tasse Café crème. In den letzten Jahren wurde der Anstieg des Preises in der Deutschschweiz deutlich gebremst. 2014 ist der Durchschnittspreis 4.16 Franken. Grundsätzlich rechtfertig eine hohe Qualität in der Zubereitung, bei den Produkten und in der Ausbildung einen angemessenen Preis für eine Tasse Kaffee. Wesentliche Preisfaktoren sind aber natürlich Löhne, Mieten und Abgaben. CR

CAFETIER SUISSE

Servicecenter rund um den Kaffee

Der Verband ist im Jahr 1938 unter dem Namen «Schweizerischer Verband der Inhaber alkoholfreier Gaststätten» sowie ab 1940 «Schweizerischer Verband alkoholfreier Gaststätten» gegründet worden. 1988 erfolgte die Umbenennung in «Schweizer Cafetier-Verband» – 2014 erhielt der 77-jährige Verband den aktuellen Namen «CafetierSuisse». Der moderne und serviceorientierte Arbeitgeberverband in der individuellen Gastronomie ist kompetenter Ansprechpartner zum Thema Kaffee. Er bietet auch als kleiner Verband seinen Mitgliedern eine vielschichtige Dienstleistungspalette, welche Weiterbildung in den Bereichen Betriebswirtschaft, Betriebsführung und Kaffee, Rechtsberatung, Informationsleistungen usw. beinhaltet. Dank einer unkomplizierten Mitgliedernähe steht das Mitglied immer im Mittelpunkt. Die Hauptaufgabe des Verbandes ist es denn auch, die Betriebsentwicklung der Mitglieder individuell zu begleiten und dem Thema Kaffee innerhalb der Gastronomie besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der Verband zählt über 500 Mitglieder mit rund 800 angeschlossenen Betrieben. Dies sind Gastronominnen und Gastronomen an der Schnittstelle zwischen Cafés, Tearooms und der Bäcker- und Konditoren-Branche. Bis auf einige wenige grossen Kettenbetriebe und Gastronomie-Unternehmen handelt es sich zum grössten Teil um KMU oder Einzelunternehmungen. Umsatzmässig liegen für die Kaffeebranche in der Gastronomie keine genauen Zahlen vor. Im Durchschnitt machen Kaffee und Tee rund 
8,2 Prozent des Umsatzes eines Betriebes aus. CafetierSuisse ist als Fachgruppe Kaffee eng mit GastroSuisse verbunden und ist einer der drei Arbeitgeberverbände, die den allgemein verbindlichen L-GAV Gastronomie unterzeichnet haben. CR