Publiziert am: 26.08.2020

KMU sind für Höhenflug der Air2030

AIR2030 Die Luftpolizei und die Verteidigung in der Luft sind integraler Bestandteil der Landesverteidigung. Letztere ist zudem ein Verfassungsauftrag und eine wichtige Rahmenbedingung für die Schweiz und ihre Wirtschaft. Deshalb setzt sich der Schweizerische Gewerbeverband sgv für ein Ja am 27. September zu den neuen Kampfflugzeugen ein.

«Als sgv können wir feststellen, dass die Vorlage voll im Sinne unserer Strategie und politischen Zielsetzungen ist», sagte sgv-Präsident Jean-François Rime am Mittwoch vor den Medien. «Die Schaffung stabiler Rahmenbedingungen ist für die Schweizer Wirtschaft und die KMU essentiell wichtig.» Eine leistungsfähige Landesverteidigung sei unabdingbar. Die Luftpolizei und die Verteidigung in der Luft seien dabei integraler Bestandteil der Landesverteidigung.

Der sgv sehe sich auf Bundesebene als staatspolitische Kraft und bringe sich in diesen Fragen entsprechend ein. «Und um eine staatspolitische, für die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft wichtige Vorlage, handelt es sich bei Air2030.» In dieser wichtigen Frage stehe der sgv in engem Kontakt mit dem nationalen überparteilichen Ja-Komitee.

Schliesslich merkte Rime noch an, dass die Gewerbekammer, das Parlament des sgv, die Ja-Parole zur Air2030 einstimmig gefasst hatte.

Alles aus dem Armeebudget

André Berdoz, sgv-Vizepräsident, betonte, dass Air2030 – das Projekt kostet 6 Milliarden – voll und ganz durch das Armeebudget finanziert werde, «ohne Beeinträchtigung der Budgets der anderen Departemente. Es ist gleichzeitig ein Investitionsprojekt für die Wirtschaft». Die Verteilung der bei Rüstungsbeschaffungen üblichen Gegengeschäfte sei angemessen nach Branchen und Sprachregionen erfolgt. Diese sogenannten Offsetgeschäfte seien auch eine einmalige Gelegenheit für Schweizer KMU, Forschungseinrichtungen und Start-ups, ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und Kontakte mit internationalen Firmen zu knüpfen.

Werner Scherrer, Präsident des KMU- und Gewerbeverbands Zürich, erinnerte daran, dass mit den Offsetgeschäften explizit keine Strukturerhaltungspolitik oder protektionistischen Massnahmen betrieben würden. «Interessierte einheimische Unternehmen müssen gewillt sein, einen eigenen, aktiven Beitrag für das Zustandekommen eines Industriebeteiligungsauftrages zu leisten.» Das bedeute schon heute: «Bereits fitte KMU werden noch fitter und helfen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln.»

Ein aufgerüsteter Jet ist immer noch ein alter

Der Präsident der Berner KMU, Toni Lenz, nahm das von den Gegnern gern aufgeführte Beispiel Österreich auf. Unsere Nachbarn haben ihre 15 Kampfjets im Jahr 2008 für über 400 Millionen Franken modernisiert und bis 2020 weitere 450 Millionen Franken für die Anpassung an die neuste Technik aufgewendet. «Da kann man sich mit Recht fragen», so Lenz, «ob ein Ersatz dieser Flugzeuge mit einem Durchschnittspreis von ca. 150 Millionen Franken pro Jet nicht die günstigste aller Varianten gewesen wäre.»

Wolle man die Sicherheit der Piloten und die ununterbrochene Einsatzbereitschaft der Luftwaffe gewährleisten, dann gebe es nur «ein deutliches JA zu Air2030».

uhl

Meist Gelesen