Publiziert am: Freitag, 2. Oktober 2015

Krönender Abschluss im Bundeshaus

WORLD SKILLS 2015 – Das Schweizer Team wurde von Bundesrat Johann Schneider-Ammann und den Mitgliedern der Bildungskommission im Bundeshaus empfangen und für ihre beachtlichen Leistungen an der 43. Berufsweltmeisterschaft in São Paulo geehrt.

Das Sahnehäubchen dieser 43. Berufsweltmeisterschaften in Brasilien war der Empfang im Bundeshaus: Die 40 Kandidatinnen und Kandidaten sowie ihre Expertinnen und Experten wurden zuerst von Jean-François Rime, Friburger SVP-Nationalrat und sgv-Präsident, und danach von Bundesrat Johann Schneider-Ammann aufs herzlichste willkommen geheissen. «Wir gratulieren Ihnen ganz herzlich, dass Sie unser Land einmal mehr so fantastisch vertreten haben. Sie haben sehr schöne Einzelerfolge, vor allem aber einen Kollektiverfolg mit nach Hause gebracht», begrüsste der Bildungsminister die Schweizer Delegation der diesjährigen Berufsweltmeisterschaften in Brasilien. Die engagierten Berufsleute trafen sich auf Einladung vom Luzerner SVP-Nationalrat Felix Müri mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern zu einem Gedankenaustausch im Bundeshaus. Nach dem offiziellen Foto vor den drei Eidgenossen dislozierte man in den dritten Stock ins Fraktionszimmer der SVP. Dort gab Felix Müri als Vizepräsident der Bildungskommission einen Einblick in deren Arbeit. «Unser duales Bildungssystem hat sich bis jetzt sehr bewährt. Wir haben eine tiefe Arbeitslosigkeit und es ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Erfolgsmodelles», so Müri. «Wir dürfen aber nicht stehen bleiben, sondern müssen vorwärtsgehen und unser Bildungssystem weiter fördern.» Dafür setze sich die Bildungskommission ein. Dabei streifte er wichtige bildungspolitische Anliegen wie die Gleichwertigkeit zwischen beruflichem und akademischem Bildungsweg, die Finanzierung der höheren Berufsbildung sowie die Titelfrage, welche ein grosses Anliegen der Kommission sei und Anfang Jahr nochmals zum Thema gemacht werde.

Bildungspolitik kennt kein

rechts oder links

Er sei ein äusserst überzeugter und stolzer Bildungsminister, betonte Schneider-Ammann: «Und wenn parteipolitisch übergreifend ein Thema von links bis rechts und von rechts bis links Unterstützung findet, dann ist es die Bildung und besonders auch die Berufsbildung.»

«Man kann keine 
Fehler machen in 
unserem System.»

Zu diesem System müsse Sorge getragen werden, appellierte er und betonte die gut funktionierende Dualität zwischen theoretisch-schulischer Seite und der Praxis, die von der Freiwilligkeit der Unternehmungen getragen werde. «Man kann ­keine Fehler machen in unserem System», erklärte er, lediglich den Einstieg müsse man finden. Die gesellschaftliche Anerkennung und die Flexibilität des Systems ermögliche es jeder und jedem, dorthin zu kommen, wo man hin wolle. Unser Berufsbildungssystem würde auch im Ausland sehr bewundert. Kürzlich sei der amerikanische Arbeitsminister in die Schweiz gekommen, um sich darüber informieren zu lassen. «Er war tief beindruckt davon», freute sich der Wirtschafts- und Bildungsminister.

Grosses geleistet

Die anwesenden Mitglieder der Bildungskommissionen beider Räte zeigten sich beeindruckt von den ausserordentlichen Leistungen der jungen Frauen und Männer als Botschafter des Schweizer Berufsbildungssystems. «Sie haben grosse Teamarbeit geleistet, Sie haben sich aber auch für Ihren Beruf, unser Land und sich selbst sehr eingesetzt, Sie dürfen stolz auf sich sein», brachte es Nationalrätin Maya Graf (Grüne/BL) auf den Punkt. Ganz unter dem Motto «Ohne Praxis läuft nichts» dankte Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP/BE) allen Lehrbetrieben, Lehrmeistern und Unternehmer für die Ausbildung des Nachwuchses: «Ohne KMU läuft nichts – sie sind die Träger der Berufsbildung.» Die Mitglieder waren sich einig, dass unser duales Bildungssystem eine «Perle» ist, die man weiter mit vereinten Kräften hegen und pflegen müsse.

Diplom aus den Händen

des Bundesrates

Eine Überraschung gab es für Tizian Ulber aus dem Kanton Graubünden. Der CNC-Fräser bei der Hamilton Bonaduz AG musste ohne Resultat nach Hause zurückkehren, da die hochkomplexen Messinstrumente nicht korrekt geeicht waren. Er erreichte den 7. Rang und bekam sein Diplom nachträglich persönlich von Bundesrat Schneider-Ammann überreicht.

Corinne Remund