Publiziert am: 04.04.2014

Kreditquelle für 
Schweizer KMU

KMU & FINANZEN

Für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) macht es keinen Sinn, mehr als eine einzige Bankbeziehung zu unterhalten. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die gewählte Bank möglichst alle Bedürfnisse eines KMU abdecken kann. Die Kantonalbanken stehen hier im Vordergrund: Sie können alle Aktivprodukte (Kredite jeder Art), aber auch die Passivprodukte und den Zahlungsverkehr anbieten. Zudem sind sie in den meisten Fällen selbst ein KMU (KMU der Finanzindustrie). Kantonalbanken bieten also nicht nur alle benötigten Produkte an, sondern stehen den Unternehmen in ihren Strukturen und Denkweisen sehr nahe. Ständige Wechsel von Kundenberaterinnen und Kundenberatern, immer wieder sich ändernde Geschäftsstrategien oder auch Veränderungen im Filialnetz sind bei Kantonalbanken eher selten. Obwohl der Kreditentscheidungsprozess von Kantonalbank zu Kantonalbank unterschiedlich ist, kann man doch feststellen, dass diese Banken in der Lage sind, den Firmen einen schnellen und dann auch definitiven Bescheid zu geben. Die Nähe zum Kunden, das Wissen über die regionale Industrie (meistens hat die lokale Kantonalbank einen sehr hohen Marktanteil) sowie die kurzen Entscheidungswege machen dies möglich.

Blankokredite: Bekenntnis zu KMU

Bei der Kreditpolitik der Kantonalbanken ist zu erkennen, dass gerade im Bereich der Blankokredite ein starkes Bekenntnis zu den KMU vorhanden ist. Per Ende Dezember 2013 haben die Kantonalbanken schweizweit 23 Prozent aller beanspruchten Kredite an Firmen ohne Sicherheiten vergeben. Im Vergleich dazu waren dies bei Regionalbanken und Raiffeisenbanken nur gerade 12, beziehungsweise 15 Prozent. Die nicht beanspruchten Kredite (committed und uncommitted) sind ebenfalls ein wichtiges Liquiditätsmittel für die KMU. So hatte zum Beispiel die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) per Ende 2013 etwa eine Milliarde Franken unbenützte Blankokredite an KMU in der Region Basel vergeben. Gesamthaft ist der Betrag aller Kredite von Kantonalbanken an die Industrie in der Schweiz gemäss Nationalbank 2013 weiter gestiegen.

Anteil kommerzieller Kredite steigt

Für uns Kantonalbanken sind die Ausleihungen an die KMU auch künftig ein wichtiger Pfeiler unseres Kerngeschäftes. Selbstverständlich überwiegen die Hypotheken im Wohnbereich, aber es ist zu erkennen, dass der Anteil der Kommerzkredite steigt. 2013 hat sich bei der BLKB der Anteil aller Kredite an kommerzielle und öffentlich-rechtliche Institutionen von 26 auf 
28 Prozent der gesamten Ausleihungen (inklusive Wohnbauhypotheken) erhöht.

Wie sich das bei anderen Kantonalbanken verhält, ist nicht einfach zu sagen. In den einzelnen Jahresabschlüssen ist dieses Verhältnis meistens nur schwer zu berechnen, weil grundpfandgedeckte Kredite oft einfach als Hypotheken ausgewiesen werden und man nur über die Offenlegung der Eigenmittelunterlegung berechnen kann, wie viele «Hypotheken» für betriebliche Liegenschaften vergeben wurden. Ich meine, es würde den Kantonalbanken gut anstehen, wenn sie ihr «commitment» für die KMU in ihren Berichten transparenter darstellen würden, denn sie leisten in diesem Bereich eine hervorragende Arbeit, welche man durchaus auch zeigen darf.