Publiziert am: 23.11.2018

Liquide bleiben – unbedingt!

FINANZEN – Ebbe in der Kasse und harziger Start ins neue Jahr? Hier 10 Tipps, was KMU jetzt noch gegen das Januarloch tun können: Vermeiden oder wenigstens abfedern ist angesagt.

November bedeutet für Schweizer KMU Endspurt: Bestellungen abarbeiten, mit jeder Auslieferung eine Rechnung versenden und den Umsatz verbuchen: All diese Tätigkeiten stehen jetzt im Vordergrund. Massive, teils ungeplante Materialeinkäufe, maximale Arbeitsstunden und oft auch Überstunden sind im letzten Quartal nötig, um alle Kunden zu bedienen.

Mit den Dezemberlöhnen zahlen viele Betriebe den 13. Monatslohn und andere Gratifikationen aus. Mit einem schönen Weihnachtsanlass bedanken sie sich bei ihren Mitarbeitenden und mit kleinen Aufmerksamkeiten bei den Kunden. Und pünktlich auf die Festtage treffen alle Rechnungen mit Fälligkeit 1. Januar ein, etwa die der Versicherungen.

Das alles geht ganz schön ins Geld! Und genau dies ist das Problem. Geld kommt für eine Weile kaum mehr rein: Die erst gerade versandten Rechnungen räumen den Kunden eine Zahlungsfrist bis ins neue Jahr ein; und diese werden von manchen leider ohnehin nicht mehr streng eingehalten. Die Löhne für den tollen Endjahreseinsatz, die Rechnungen für Materialeinkauf sowie die Kosten für all die Festlichkeiten waren aber noch im alten Jahr zu bezahlen. Kommt dazu: Viele KMU schliessen oft über die Fest­tage bis nach der Neujahrswoche. Hier kann sich eine Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben auftun, das Liquiditätspolster wegfressen und – voilà! Hier ist es, das berühmte Januarloch! Dabei ist im Geschäftsleben eines überlebenswichtig: liquide zu bleiben.

Zehn Tipps gegen das Januarloch

Das alles muss aber nicht sein. Mit den folgenden zehn Tipps wird klar, wie das Januarloch vermieden oder wenigstens abgefedert werden kann – von all jenen, die jetzt noch reagieren.

Das Januarloch vermeiden lässt sich wie folgt:

1. Seriöse Finanz- und Liquiditätsplanung: Schon ein relativ simpler Finanzplan zeigt monatlich den Liquiditätsüberschuss oder das Manko, auch vorausschauend. Dafür braucht es nicht zwingend eine ausgeklügelte Software; eine simple Tabelle mit Einkünften und Ausgaben kann auch ausreichen. Wichtig ist es dabei, die Darstellung monatlich und realistisch zu machen, um auch kurzfristige Engpässe oder Überschüsse zu erkennen.

2. Ausgaben kürzen: Um das Januarloch zu vermeiden, können – im Geschäft genauso gut wie zu Hause – Ausgaben gekürzt werden. Alles, was «nice to have» ist, sollte, je älter das Jahr ist, desto mehr ganz weggelassen oder wenigstens auf die beiden mittleren Quartale verschoben werden.

3. Einnahmen optimieren: Zudem kann es ein Ziel sein, die Einnahmen am Jahresanfang zu steigern. Winterrabatte, Sonderaktionen oder ein Lagerabverkauf helfen dabei; die Kunden werden’s danken, denn sie stecken ja oft auch im Januarloch.

4. Anbieter vergleichen: Der (Spät-) Herbst ist ein guter Moment dafür, die Bedingungen von austauschbaren Leistungen zu vergleichen. Versicherungen, Energie, Telefon und Internet, Mobilität sind heute oft austauschbare Produkte, und vor allem die Anbieter lassen die Kunden glauben, es sei wichtig, gerade bei ihnen und nicht bei der Konkurrenz kaufen. Für manch ein KMU ist das Angebot aber uniform und lässt sich gut vergleichen – und, wo nötig, austauschen. Kündigung im Herbst und Abschluss neuer Verträge auf den Jahresbeginn können im neuen Jahr spürbare Einsparungen und finanzielle Willkommensgeschenke bringen.

Das Januarloch zwar nicht ganz vermeiden, aber zumindest abfedern lässt es sich mit folgenden Massnahmen:

5. Lohnzahlungen verstetigen: Um bei den Lohnzahlungen die Jahres­endspitze zu brechen, kann der 13. Monatslohn auf alle Monate verteilt werden. Weiter hilft es, allfällige Gratifikationen erst im Frühling bei Vorliegen des Jahresabschlusses auszuzahlen.

6. Skonto überprüfen: «2 Prozent Skonto bei Zahlung in 10 Tagen» – das läuft auf einen Jahreszins von 72 Prozent hinaus! Kann sich das ein KMU wirklich leisten? Zahlen die Kunden deshalb tatsächlich schneller? Oder wäre es nicht besser, das Skonto abzuschaffen und mit den Kunden aktiv für beide Seiten attraktive Zahlungsbedingungen zu vereinbaren – An- und Zwischenzahlungen etwa?

7. Lieferantenkredit: Umgekehrt kann jedes KMU versuchen, mit den eigenen Lieferanten vorteilhaftere Zahlungsbedingungen auszuhandeln. Dabei ist die gegenseitige Abhängigkeit zu beachten; und es können auch ungewöhnliche Lösungen einbezogen werden – z. B. Gütertausch statt Geldzahlung.

8. Kreditlimite verhandeln: Sofort Besprechungen mit der Hausbank und zwei anderen Banken vereinbaren. Eine Überzugslimite für das Kontokorrentkonto ist das ideale Instrument zum Abfedern von Liquiditätsschwankungen; und sie kostet nur, wenn sie benützt wird – dann allerdings ist sie recht teuer. Deshalb gilt: Angebote vergleichen und hart verhandeln. Gerade bei Neukunden sind Banken zu vielem bereit, was sie bestehenden Kunden kaum anbieten.

9. Rechnungen bevorschussen lassen: Wer verhandlungs- oder branchenbedingt grosse Vorleistungen erbringen und lange Zahlungsziele anbieten muss, sollte Factoring in Betracht ziehen. Dabei bevorschussen ein Finanzinstitut, oder bei einem Crowdlender mehrere Anleger zusammen, einem Lieferanten eine ausstehende Rechnung für die Zeitspanne, bis dessen Kunde bezahlt. Meist werden nur bis 85 Prozent des Rechnungsbetrags gedeckt, das reicht aber in den meisten Fällen schon mal für die Material- und Lohnkosten und stopft damit ein allfälliges Loch. Die Kosten sind relativ hoch, doch das nur für eine kurze Zeit.

10. Investitionsgut mieten statt kaufen: Betriebe, deren Produktion von wenigen grossen Investitionen abhängen, zum Beispiel von einem teuren Maschinenpark oder einem komplexen Gebäude, können Leasing als Finanzierungsalternative prüfen. Der Betrieb wählt zwar das Investitionsobjekt aus, kaufen tut es dann aber der Leasinggeber und vermietet es an den Betrieb. Dieser zahlt regelmässige Beträge aus dem mit dem Investitionsgut erwirtschafteten Nutzen: Das Huhn zahlt sich sozusagen mit den gelegten Eiern. Gedacht für Neuanschaffungen, können aber auch bestehende Investitionsgüter an den Leasing­geber verkauft und dann zurück­gemietet werden, um rasch und wirkungsvoll Liquidität freizulegen.

Vorbereitung und Effizienz

Gleichgültig, ob man das Januarloch vermeidet oder abfedert: Eine gute Vorbereitung und effiziente Ausführung sind wichtig. Sich beraten lassen ist aber keine schlechte Idee. Denn klar ist wohl allen: Das berühmte Januarloch muss gar nicht erst sein!

Daniel V. Christen, CEO Systemcredit

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