Publiziert am: 04.04.2014

Maschine des Schwagers beschädigt

VERSICHERUNGSRATGEBER – Bei Schäden an fremden oder anvertrauten landwirtschaftlichen Maschinen übernimmt die eigene Haftpflichtversicherung den Schaden nicht. Wer dann?

Th. B. aus L: «Ich bin seit 20 Jahren Bauer und übe diesen Beruf mit Leib und Seele aus. Maschinenunterstützte Landwirtschaft kann durchaus sinnvoll sein – als traditioneller Bauer schaue ich aber gerne zuerst, ob und wie sich neue Maschinen bei anderen bewähren. Von der neuen Futtermischmaschine meines Schwagers war ich sofort begeistert. Deshalb lieh er sie mir probeweise für ein paar Tage aus. Als ich vom Feld auf den Hof einbog, übersah ich einen Pfosten und es kam zu einer leichten Kollision. Meine Versicherung begleicht den Schaden von 6870 Franken nicht: Sie sagt, ich hätte eine Zusatzversicherung für anvertraute Sachen abschliessen sollen. Ist das so und wenn ja, warum? Ich habe den Futtermischer meines Schwagers ja nur für einige Tage ausgeliehen.»

Sehr geehrter Herr B: Grundsätzlich ist es so, dass gegenüber dem Eigentümer haftet, wer Schäden an einer Maschine verursacht – unabhängig davon, wie die Maschine anvertraut ist: Ob gemietet, geleast oder bloss ausgeliehen. Dies ist soweit nicht bestritten. Viele Versicherungen versichern zwar landwirtschaftliche Fahrzeuge und selbstfahrende Arbeitsmaschinen über die Sachversicherung, aber nur, wenn es die eigenen sind.

Haftpflicht: Grundversicherung schliesst Risiko oft aus

Für fremde, anvertraute landwirtschaftliche Maschinen und Geräte kann grundsätzlich die Haftpflichtversicherung – in unserem Falle die Betriebshaftpflichtversicherung Landwirtschaft – beansprucht werden. Aber: Bei vielen Versicherungen ist dieses Risiko in der Grund­deckung ausgeschlossen. Hinter diesem Ausschluss steht die Überlegung, dass der Umgang mit gemieteten fremden Sachen besonders ­behutsam erfolgen soll und ein Obhutsschaden nicht automatisch auf die eigene Haftpflichtversicherung überwälzt werden soll. Eine generelle Deckung solcher Schäden könnte gewisse Eigentümer in Versuchung führen, sich die eine oder andere anstehende Reparatur als Obhutsschaden finanzieren zu lassen – über die Haftpflichtversicherung eines Bekannten, der die Maschine oder das Fahrzeug ausgeliehen hat.

Obhutsschadenversicherung 
als Zusatz

Es gibt aber eine Möglichkeit, sich gegen solche Schäden, die durchaus teuer werden können, zu versichern: Die Versicherungsgesellschaften bieten für solche Obhutsschäden eine prämienwirksame Zusatzversicherung an, man nennt sie auch Obhutsschadenversicherung. Sie deckt selber verschuldete und unfallmässig entstandene Schäden an fremden, vorübergehend gemieteten oder entlehnten Maschinen oder Geräten ab. Indessen sind in der Regel Schäden an geleasten landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften von dieser Sondergefahr ausgeschlossen – zum Beispiel Motoreinachser, Ladewagen, Kreiselmäher oder Traktoren. Kontaktieren Sie Ihren Berater, der Ihnen genauen Aufschluss über versicherbare Sondergefahren erteilen kann.