Publiziert am: 16.09.2016

Mehr Arbeitslose Wirtschaftslage lenkt die Zuwanderung Berufsbildung auf der Pole Position

AKTUELL

Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende August 142 858 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 3548 mehr als noch im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 3,1 auf 3,2 Prozent.

Jugendarbeitslosigkeit deutlich gestiegen

Die Jugendarbeitslosigkeit erhöhte sich um 20,7 Prozent auf insgesamt 20 640 Personen. Im August wurden 201 989 Stellensuchende registriert, 2642 mehr als im Vormonat. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich um 154 auf 10 802 Stellen. Abgenommen hat die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Personen. So waren im Juni 2016 noch 5575 Personen betroffen, das sind 838 weniger als im Vormonat.

Die Zuwanderung in die Schweiz hat sich in den letzten 15 Jahren deutlich verändert. Eine Analyse von Sarah Bouchiba-Schaer und Bernhard Weber (SECO) in der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» zeigt, dass nach der Wirtschaftskrise 2009 die Zuwanderung aus Süd- und Osteuropa an Bedeutung zunahm, während jene aus Nord- und Westeuropa abnahm. Die wachsende Zuwanderung aus dem Osten ist auf die Personenfreizügigkeit gegenüber diesen Ländern ab 2006 zurückzuführen. Auf das durchschnittliche formale Ausbildungsniveau hatte die Verschiebung eher geringe Auswirkungen. Der Anteil an Personen ohne nachobligatorische Ausbildung stieg von 14 auf 17 Prozent.

Nach Befragungen im Jahr 2007 und 2012 hat das Leading House on the Economics of Education im Sommer 2015 zum dritten Mal Schweizerinnen und Schweizer nach ihren Meinungen zu ausgewählten Themen des Schweizer Bildungswesens befragt.

Die Auswertungen zu den geäusserten Bildungspräferenzen zeigen, dass Schweizerinnen und Schweizer, auch für die eigenen Kinder, immer noch deutlich zur Berufsbildung hin tendieren. Diese gute Verankerung der Berufsbildung in der öffentlichen Meinung äussert sich umgekehrt auch in einer weit verbreiteten Skepsis, ja teilweise Ablehnung eines weiteren Ausbaus des gymnasialen und universitären Systems. Der akademische Teil des Bildungswesens ist nicht unbedingt bestritten, geniesst jedoch deutlich weniger Goodwill als das Berufsbildungswesen. Weitere erkennbare Tendenzen: Die akademische Ausbildung geniesst deutlich mehr Support in der lateinischen als in der Deutschschweiz und ist bei der jüngeren Generation deutlich beliebter als bei Älteren.