Publiziert am: Freitag, 6. Juni 2014

Mehr Flexibilität – bessere Chancen

PROPARIS – Die 58. ordentliche Stiftungsversammlung der gewerblichen Vorsorgestiftung findet am 18. Juni im Schloss Bümpliz statt. Für den langjährigen Geschäftsführer Erhard D. Burri wird es die letzte sein: Der langjährige Geschäftsführer geht in Pension.

Das passt mal wieder: 57 Jahre nach ihrer Gründung – 1957 wurde die «Gemeinschaftsstiftung für berufliche Vorsorge im Schweizerischen Gewerbe» vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv ins Leben gerufen – treffen sich die proparis-Vertreter im Schloss Bümpliz. Die 58. Stiftungsversammlung der Stiftung für gewerbliche KMU ist demnach in einem typischen KMU zu Gast: Das Restaurant Schloss Bümpliz mit seinem einmaligen Ambiente, den stilvoll eingerichteten Räumen, seinen Aussenanlagen mit den historischen Pavillons, dem gepflegten Schlosspark und dem farbenfrohen Rosengarten ist ein traditioneller Ort der Begegnung. Eine moderne Infrastruktur und Erholungsräume in den ausgedehnten Aussenanlagen machen es zum begehrten Tagungsort vor den Toren der Stadt Bern.

Erfreuliche Entwicklung

Zum ersten Mal wird der 2013 gewählte Stiftungsratspräsident Hans-Ulrich Bigler die Stiftungsversammlung leiten. Und der sgv-Direktor darf Erfreuliches berichten: Im Jahr 2013 haben die Finanzmärkte auf der Anlagenseite für Auftrieb gesorgt. In Kombination mit einem insgesamt positiven Risikoverlauf im Versicherungsbereich ist es der gewerblichen Vorsorge-Stiftung proparis und den ihr angeschlossenen 13 Vorsorgewerken gelungen, den Deckungsgrad auf 108,67 Prozent (Vorjahr: 107,50) auszubauen. Bei einer Bilanzsumme von 5,5 Milliarden Franken weist die Jahresrechnung 2013 der proparis einen Ertragsüberschuss von rund 50 Millionen (Vorjahr: 32 Millionen) aus. Die von den Versicherungspartnern AXA Winterthur, Swiss Life und Basler Leben erzielte Netto-Rendite auf dem BVG-Deckungskapital beträgt 2,056 Prozent und im überobligatorischen Bereich 2,287 Prozent. «Vor dem Hintergrund der Rechnung 2013 ist die proparis auch für die kommenden und absehbaren Herausforderungen bestens gerüstet», kommentiert Hans-Ulrich Bigler die an den im Berichtsjahr erneut starken Finanzmärkten erzielten soliden Zahlen. Die den Marktbedürfnissen weiter angepassten Versicherungspläne schlagen sich auch in der Anzahl der aktiven Versicherten nieder: Im zweiten Jahr in Folge ist ein Zuwachs zu verzeichnen.

Sicher und nachhaltig

Mit der neuen, bis Ende 2015 gültigen Grundvertragsgeneration wurden die strategischen Ziele erfolgreich und vollständig umgesetzt:

n Oberste Maxime: Sicherheit für Firmen und Versicherte durch eine nachhaltige Geschäftspolitik;

n Kontinuität: Optimierung und unterbruchfreie Weiterführung des bestehenden Rückversicherungsmodells;

n Individualität: Flexiblere Gestaltung der Beitragspolitik pro Vorsorgewerk.

Aufgrund der von 6 auf 18 Monate erhöhten Ankündigungs- und Kündigungsfrist für den Grundvertrag und die Verbandsversicherungsverträge wurde bei den Vorsorgewerken bereits im Sommer 2013 der aktuelle Anpassungsbedarf für das Jahr 2016 erhoben. Eine neue Generation des Grundvertrages mit Beginn 2016 steht derzeit vor dem Abschluss.

Angebot ausgebaut

Die der proparis angeschlossenen Vorsorgewerke haben – so will es die Strategie der gewerblichen Vorsorgestiftung – die Möglichkeit einer flexiblen Beitragsgestaltung. In Zusammenarbeit mit dem Experten für die berufliche Vorsorge haben viele Vorsorgewerke dieses in den vergangenen Jahren aufgebaute Instrument erfolgreich eingesetzt. So existieren Versicherungspläne mit zusätzlichen Sparmöglichkeiten, flexible Pläne für Teilzeitangestellte, flexible Pensionierungslösungen für ältere Arbeitnehmende oder höhere Risiko- und Sparquoten. Kurz: Das Planangebot wurde bei einigen Vorsorgewerken weiter verbreitert, wodurch sich ihre Marktchancen verbessert haben.

«DER WILLE ZUM 
WANDEL MIT BLICK AUF DAS BEWÄHRTE FÜHRT ZUM ERFOLG DEr 
GEMEINSCHAFT.»

Regulierungskosten einsparen

Die schweizerischen Pensionskassen sind seit dem Sommer 2011 mit der Umsetzung der aus der Strukturreform hervorgehenden Änderungen befasst. Diese verfolgt verschiedene Ziele. So sollen die Transparenz erhöht und die Verwaltungskosten präziser ausgewiesen werden. Eine neue und unabhängige Oberaufsicht hat die bisherige Doppelaufsicht von Bund und Kantonen abgelöst. Strengere Vorschriften sollen die Loyalität und Integrität der an der Führung beteiligten Personen sicherstellen. Zudem wurden die Aufgaben des Stiftungsrates, der Revisionsstelle und des Experten klarer umschrieben.

«Auch wenn damit lobenswerte Ziele verfolgt werden», kommentiert proparis-Präsident Bigler, «so führen strengere Auflagen doch meist zu einer komplexeren Administration – und in der Folge zu markant höheren Regulierungskosten.» Eine solche Konstellation stellt für kleinere Pensionskassen eine wachsende Herausforderung dar. Bei der proparis liegen die Dinge aber anders: Dank der «Grösse durch Gemeinschaft» bietet die gewerbliche Vorsorgestiftung den ihr angeschlossenen Vorsorgewerken auch in dieser Beziehung Sicherheit.

Eine besondere Herausforderung in der Struktur der proparis stellen die im Gesetz als «unentziehbar und undelegierbar» bezeichneten Aufgaben des Stiftungsrates dar. Doch auch hier hält die Vorsorgestiftung Lösungen bereit: Für die zweistufige Organisation der proparis, bestehend aus den Versicherungskommissionen der einzelnen Vorsorgewerke und dem Stiftungsrat, wurden Grundlagen entwickelt, welche einerseits dem Gesetz Nachachtung verschaffen und andererseits die traditionellen und materiellen Kompetenzen auf der Stufe der Vorsorgewerke bewahren.

Wandel im Dienst des Bewährten

«Bewährtes muss immer wieder hinterfragt werden», sagt der scheidende Geschäftsführer Erhard D. Burri, der im November nach 10jähriger Amtszeit in Pension geht. Eine ständige Anpassung an neue Gegebenheiten sei wichtig, «weil sich nicht nur die Rahmenbedingungen ändern, sondern auch die Wünsche und Ziele der Partner». Befragt nach der Zukunft des 57jährigen Gemeinschaftswerks sagt Burri: «Es hat sich seit jeher bewährt, trotz teils unterschiedlicher Interessen gemeinsame Ziele zu verfolgen. Proparis wird darum bestehen, so lange der Wille der Partner die Gemeinschaft zusammenhält.» Auch wenn manchmal Einzelinteressen gegenüber dem Gesamtwohl zurückstehen müssten, so gelte doch: «Nicht immer sind alle über jede einzelne Entscheidung glücklich – unter dem Strich aber sind, durch den Willen zum Wandel mit Blick auf das Bewährte, alle Beteiligten erfolgreich.»Gerhard Enggist

STIFTUNGSVERSAMMLUNG

Am 18. Juni in Bern-Bümpliz

Die 58. ordentliche Stiftungsversammlung findet am Mittwoch, 
18. Juni 2014, im Schloss Bümpliz statt (Bümplizstrasse 89, 3018 Bern). Beim Schloss Bümpliz sind Gratis-Parkplätze vorhanden.

Der formelle Teil beginnt um 15 Uhr, die Stiftungsversammlung dauert bis ca. 16.45 Uhr. Als Gastreferent tritt Jürg Brechbühl auf, der Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherungen. Zum Thema «Altersvorsorge 2020» steht Brechbühl der Versammlung auch für eine Diskussion zur Verfügung. Zum Abschluss der Veranstaltung gibt’s einen Apéro.

DAS IST DIE PROPARIS

Der Gründer
war der sgv

13 Vorsorgewerke mit insgesamt 90 000 Versicherten sind der gewerblichen Vorsorgestiftung proparis angeschlossen. Sie wurde 1957 als «Gemeinschaftsstiftung für berufliche Vorsorge im Schweizerischen Gewerbe» vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv gegründet, um kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen Zugang zur beruflichen Vorsorge zu ermöglichen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer wechseln sich im Präsidium des Stiftungsrats der proparis regelmässig ab. Zurzeit amtiert sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler als Stiftungsratspräsident.

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