Publiziert am: Freitag, 9. Februar 2018

Mit Abzügen den KMU-Wert erhalten

STEUERN – helpy-Experte Marc Bräutigam weiss, wie KMU dank tiefer Steuern und cleverer Abzüge ihre Finanzen optimieren 
können. Damit kann der Wert des Unternehmens erhalten oder sogar gesteigert werden.

Der Wert eines KMU definiert sich über verschiedene Faktoren. Dabei können auch tiefe Steuern eine Strategie sein, um den Wert in den Unternehmen zu erhalten. Welche Möglichkeiten gibt es steuertechnisch für KMU? «Oft werden Gewinne in Kapitalgesellschaften tiefer besteuert als die Entnahme von zusätzlichem Lohnsubstrat», erklärt Marc Bräutigam, Leiter Institut Treuhand und Recht von TREUHAND|SUISSE. «Zudem rechnen viele Kantone seit einiger Zeit die Kapitalsteuern an die Gewinnsteuern an. Insgesamt sind in den letzten Jahren die Steuerbelastungen für Kapitalgesellschaften zum Teil drastisch gesunken», so der ­helpy-Experte. Zudem profitierten Unternehmen bzw. deren Aktionäre seit 2011 von einer privilegierten Besteuerung bei Dividendenabgängen. Steuerfreie Rückzahlungen von Kapitaleinlagereserven seien ebenfalls seit 2011 möglich.

Auf den ersten Blick lohnt es sich also, die Gewinne im Unternehmen vorzutragen. Die Kehrseite der Medaille stellt aber die Höherbewertung der Aktien dar, sprich eine höhere Vermögenssteuerbelastung der Unternehmensbesitzer. Dazu der helpy-­Experte: «In der Praxis gilt es, den optimalen Mix einer ‹Bezugsstrategie› zu finden. Das heisst, die maximale ‹Schnittmenge› zwischen Lohn, Dividenden und der Einbehaltung von Geschäftsgewinnen.»

Spesen richtig abrechnen

Um die Steuern möglichst tief zu halten, rät Bräutigam den KMU, die handels- und steuerrechtlich anerkannten Möglichkeiten auszuschöpfen. Beispiel wären die Bildung von stillen Reserven, Abschläge bei nicht fakturierten Dienstleistungen oder die Optimierung der BVG-Versicherung. «Die Beachtung der Randziffern 52 bis 72 zur Wegleitung des Lohnausweises kann auch helfen, effiziente und steuerwohlwollende Spesenregelungen zu finden», so Bräutigam. Damit Spesen rechtssicher anerkannt werden, verlangen die meisten Kantone Spesenreglemente. Diese erleichtern bei deren Genehmigung unter anderem auch die Deklarationspflichten auf dem Lohnausweis. Beim Thema Abzüge gilt es allerdings einige Regeln zu beachten: «Sämtliche mit der Gewinnerzielung anfallenden Kosten sind abziehbar. Bei Spesen – Fahrzeug, Reisen, Verpflegung etc. – ist darauf zu achten, dass genehmigte Spesenreglemente vorliegen oder schriftliche Vereinbarungen mit den kantonalen Steuerbehörden existieren», sagt Bräutigam. Und er warnt: «Vorsicht mit Pauschalen, diese Positionen beinhalten oft Reiz- oder Konfliktpotenzial.»

Abzugsmöglichkeiten
im Bildungsbereich

Für die Steuerperiode 2018 gibt es einige wesentliche Erneuerungen, die helfen können beim Steuernsparen. Ein Beispiel sind die verbesserten Abzugsmöglichkeiten im Bildungsbereich. Bereits seit zwei Jahren können in der Steuererklärung alle berufsorientierten Weiterbildungs-, Ausbildungs- und Umschulungskosten abgezogen werden – dies bis zu einer jährlichen Obergrenze von 12 000 Franken. Als weitere Begünstigung für Weiterbildungswillige bietet der Bund seit dem 1. Januar 2018 eine zusätzliche Option: Direkte finanzielle Unterstützung für Absolventen von Kursen, die auf eine eidgenössische Berufsprüfung oder eine höhere Fachprüfung vorbereiten. «Neu erstattet der Bund direkt 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren zurück. Für eidgenössische Berufsprüfungen sind dies maximal 9500 Franken, für höhere Fachprüfungen maximal 10 500 Franken», erklärt der helpy-Experte. «Diese Bundesbeiträge kann man nach Absolvieren der eidgenössischen Prüfung online beantragen, unabhängig vom Prüfungserfolg. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Absolvent die Rechnungen persönlich bezahlt hat.»

CR