Publiziert am: 19.05.2017

«Mitarbeitende eigenständig weiterbilden»

Helpy-Experten

Auf der Webplattform helpy empfiehlt die Stiftung KMU Schweiz ein Panel an ausgewiesenen Fachexperten zu den wichtigsten Fragestellungen für KMU.

Martin Studer, Geschäftsmitglied bei der studer + raimann ag in Burgdorf

Schweizerische Gewerbezeitung: Die studer + raimann ag in Burgdorf ist die erste offizielle Full-Service-Anbieterin des Open-Source-Lern-Management-Systems ILIAS mit ISO-Zertifikat. Wo liegen die Vorteile des E-Learnings für KMU?

n  Martin Studer: Innerhalb eines Unternehmens gibt es viele Themen, über welche Mitarbeitende Bescheid wissen und fortlaufend geschult werden müssen. Seien es neue Sicherheitsrichtlinien, Kenntnisse über neue Produkte oder interne Prozesse. Mit einer Lernplattform können Unternehmen dieses Wissen aufbereitet ihren Mitarbeitenden zur Verfügung stellen. Entsprechende Online-Tests stellen sicher, dass Mitarbeitende sich mit den Inhalten beschäftigen. Zudem kann geprüft und vorgewiesen werden, dass die Mitarbeitenden sich in den geforderten Bereichen weitergebildet haben.

Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden ist bei KMU ein Thema. Wann sollte sie auf Blended und E-Learning setzen?

n  Die Fragen, welche dazu beantwortet werden müssen, sind: Eignen sich die Inhalte für komplett eigenständiges Lernen und somit für E-Learning? Stimmen hierbei Kosten/Nutzen? Kann ich durch E-Learning nur einen Teil des Präsenzkurses ersetzen und somit die Zeit, in der Mitarbeitende zusammenkommen, besser nutzen? Ist es für mich als Unternehmen günstiger, einen Teil der Inhalte online bereitzustellen, als in Präsenzkursen zu schulen? Somit eignet sich ein Blended-Learning-Ansatz.

Wo liegen in der Aus- und Weiterbildung für KMU die grössten Herausforderungen?

n  Unternehmen, welche sich spezialisieren, müssen ihre Mitarbeitenden eigenständig weiterbilden. Die Fluktuation der Mitarbeitenden führt dazu, dass Mitarbeitende immer wieder aufs Neue geschult werden müssen. Klassische Präsenzkurse sind mit hohen Kosten verbunden. Der Aufbau eines eigenen Weiterbildungsprogramms bedingt den Aufbau eines Mitarbeitenden mit Kompetenzen im Ausbildungsbereich.

Sie bieten ein Rundum-Sorglos-Paket für den Aufbau einer Ausbildungsplattform an. Wie sieht dieses Angebot für KMU konkret aus?

n  Wir holen das Unternehmen dort ab, wo es aktuell steht. Erheben gemeinsam mit den Weiterbildungsverantwortlichen die Bedürfnisse hinsichtlich Weiterbildung der Mitarbeitenden, erstellen ein Weiterbildungskonzept, beschreiben die Weiterbildungsprozesse und stellen die Software-Lösung zur Verfügung, um Weiterbildungen zu planen, durchzuführen, zu evaluieren und den Weiterbildungsstatus eines Mitarbeitenden fortlaufend zu prüfen.

Digitalisierung und Industrie 4.0 erfordern zunehmend auch bei KMU Anpassungen von Organisationsstrukturen und Prozessen. Wie geht man da effizient vor?

n  Im Unternehmen jemanden für dieses Thema als Verantwortlichen definieren. Wenige zentrale Bereiche und Prozesse auswählen und die entsprechenden Optimierungen vornehmen, schulen, einführen und evaluieren.

Interview: Corinne Remund