Publiziert am: 23.01.2015

Moderne Staatskunst als Krönung

IMPRESSIONEN – Krönender Endspurt mit Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein – Seine Exzellenz präsentierte seine Ideen von einem Staat im dritten Jahrtausend und begrüsste die World-Skills-2015-Kandidatinnen und -Kandidaten.

Schluss- und Höhepunkt der erfolg-reichen 66. Gewerblichen Winterkonferenz war der Auftritt eines ganz besonderen Gastes: Seine Durchlaucht Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein schilderte seine Überlegungen zum «Staat im dritten Jahrtausend» und gab so eine Leseprobe aus seinem gleichnamigen Buch. Er erforscht dabei Strategien, wie im dritten Jahrtausend auf der ganzen Welt demokratische konstitutionelle Staaten verwirklicht werden können. In seinen Augen sollten die Staatsbürger nicht länger als Diener des Staates, sondern der Staat sollte in ein Dienstleistungsunternehmen verwandelt werden, das den Menschen zu ihrem Wohle dient. «Es verbleibt beim Staat meiner Meinung nach nur mehr erstens die Aussenpolitik, zweitens die Aufrechterhaltung des Rechtsstaates, drittens das Bildungswesen und viertens die Staatsfinanzen. Alle anderen Aufga-ben lassen sich durch die Privatwirt-schaft oder auf Gemeindeebene besser und billiger lösen», so Fürst Adam. Seine Forschungen über Re-gierungsformen sind umfassend und beinhalten auch seine Analyse von direkter und indirekter Demokratie, wobei er auf die Schweizer Verfassung von 1848 zurückgreift.

Berufselite zu Besuch

Im Kapitel über das Bildungswesen stellt der Fürst die Frage, ob Bildung auch im dritten Jahrtausend die Aufgabe des States sein soll. Immerhin könne Bildung kaum als öffentliches Gut definiert werden. «Anstatt die Schulen mit Steuergeldern zu subventionieren, ist es besser, die Eltern bzw. die Schüler zu subventionieren, damit sie sich jene Schulen aussuchen können, die für sie die besten sind», meint Hans Adam II. und greift damit auf die Gutscheinidee Milton Friedmans zurück. Er argumentiert dabei nicht für die Abschaffung eines staatlichen Bildungswesens, sondern für eine Änderung der Finanzierung und mehr Wettbewerb.

Mit dem Auftritt des SwissSkills-Teams wurde dem Fürsten die Schweizer Berufselite vorgestellt. Nationalrat und sgv-Präsident Jean-François Rime freute sich, die 8 Kandidatinnen und 32 Kandidaten sowie die 38 Experten präsentieren zu können. Das gemütliche Beisammensein und Netzwerken bei Speis und Trank auf der Madrisa, dem Hausberg von Klosters, rundete die diesjährige Gewerbliche Winterkonferenz ab. Text: CR

Bilder: André Albrecht