Publiziert am: 23.11.2018

Nützlich auch für KMU

FINTECH – Die Digitalwährung Bitcoin ist ebenso berühmt wie berüchtigt. Für viele ist sie auch mysteriös. Was sich jedoch hinter ihr verbirgt, ist die Blockchain-Technologie. Sie ist revolutionär.

Die Blockchain ist die Technologie oder die Logik, die hinter dem Bitcoin und allen Kryptowährungen steht. Aber sie kann viel mehr als Parallelgelder in die Welt setzen. Blockchain ist vor allem ein Sicherheits- und Verwaltungssystem.

Allgemeine Definitionen sind immer abstrakt. So heisst es etwa: «Blockchains sind spezielle Datenbanken, die Transaktionsdaten ohne eine zentrale Kontrollinstanz, ohne die Notwendigkeit gegenseitigen Vertrauens und mit vollkommener Transparenz verwalten können.»

Globales Kassenbuch

Doch es geht auch einfacher: Blockchain ist wie ein Kassenbuch. Sobald zwischen einem Absender und einem Empfänger eine Datentransaktion stattfindet, wird in das jeweilige Kassenbuch eine neue Position eingetragen. Blockchain ist also doppelte Buchhaltung.

Aber: Dieses Kassenbuch liegt nicht im Aktenschrank des Buchhalters, sondern es befinden sich Tausende Kopien dieses Kassenbuches auf Computern rund um den Globus. Blockchain ist also ein Kassenbuch, das in unendlich vielen und gleichen Kopien weltweit abgelegt und einsehbar ist.

Sobald eine neue Position in eines dieser Kassenbücher eingetragen wird, erscheint dieser Posten in allen anderen Kassenbüchern und wird von den Computern, auf denen die Kassenbücher gespeichert sind, authentifiziert. Erst dann ist die Transaktion gültig.

Da jede Zeile für immer und unveränderlich im Kassenbuch stehen bleibt und von Hunderten Computern authentifiziert werden muss, gelten Transaktionen über eine Blockchain – im Vergleich zu heu­tigen Systemen – als so gut wie fälschungssicher.

Nützlich für KMU

In der Schweiz herrscht grundsätzlich Wirtschaftsfreiheit. Das bedeutet: Was nicht verboten ist, ist für Unternehmen machbar. Dank dieses einzigartigen Grundsatzes ist die Schweiz Pionierin in Kryptowährungen wie Bitcoin. Sie hat auch eine Vorreiterrolle bei der Anwendung der Blockchain überhaupt. Hier einige Beispiele:

• Einer Partnerschaft aus Swisscom, Kanton Zug und lokalen KMU gelang es, die Gründung einer Aktiengesellschaft von bislang zwei bis drei Wochen auf wenige Stunden zu reduzieren. Statt sich mit Intermediären zu befassen, genügte ein einziger auf Blockchain basierter Vertrag – ein sogenannter Smart Contract.

• Eine Gruppe um das Beratungsunternehmen MME entwickelte eine elektronische Aktie für KMU, die nicht an einer Börse kotiert sind. Damit kann es gelingen, einfacher (Eigenkapital-)Investoren an Bord zu holen – ohne Banken und andere Intermediäre. Diese Blockchain-basierte Aktie wird als digitaler Token – ein unveränderbarer digitaler Schlüssel – direkt vom Unternehmen erstellt, verkauft und herausgegeben.

• Die St. Galler Kanzlei Stach Rechtsanwälte ist darauf spezialisiert, für KMU «Token Generating Events (TGE)» und «Initial Coin Offerings (ICO)» zu organisieren. Mit diesen Instrumenten können KMU einfacher an neue (Fremdkapital-)Investoren herankommen. Insbesondere für Expansionen und Innovationen sind die Hürden zur Kapitalauf­nahme mit Blockchain viel geringer.

Alles andere als Barbarei

Bitcoin mag also Fragezeichen haben. Doch Blockchain ist alles andere als Barbarei. Sie ist eine Technologie, die gerade von KMU eingesetzt werden kann. Sie vereinfacht administrative Abläufe und öffnet Chancen in der Kapitalbeschaffung.

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NEIN zur radikalen Zersiedelungsinitiative!
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Am 10. Februar 2019 stimmt der Souverän über die radikale Zersiedelungsinitiative ab. Eine Annahme würde zu einem Entwicklungsstopp in einzelnen Regionen führen. Insbesondere in den Zentren würden Bodenflächen rar. Die Folge: Immer mehr Personen und Unternehmen müssten auf Raum ausserhalb der Zentren ausweichen. Zudem würde die Initiative der jungen Grünen grosse Rechts- und Planungs­unsicherheit in Kantonen und Gemeinden schaffen und den Föderalismus gefährden.

Machen Sie sich ein Bild über alle guten Argumente gegen die radikale Initiative in der Abstimmungszeitung (PDF).