Publiziert am: 17.10.2014

«Neid ist stärker als Vernunft»

WASER DIE KÜCHE. AG, KRIENS – Die Küchenbaubranche steht seit je unter grossem Wettbewerbsdruck. Das KMU hat dennoch Erfolg, der durch linksgrüne «Neidinitiativen» gefährdet ist.

«Ich hätte es wohl in anderen Geschäftszweigen etwas einfacher haben können, aber ich mag die ständigen Herausforderungen, die zum Küchenbau gehören», sagt Damian Hunkeler. Der 50-jährige Luzerner ist aber nicht zufällig in dieses Metier hineingerutscht, ist er doch in einer Familie aufgewachsen, die in fünfter Generation in Ebikon eine renommierte Fensterfabrik betreibt. Hier war Damian Hunkeler nach seiner kaufmännischen Ausbildung über 15 Jahre tätig, bevor er 2003 die 1972 gegründete Firma Waser in Hergiswil übernommen hat. «Es war ein kerngesundes Unternehmen, Gründer Theo Waser sah sich wegen der fehlenden Nachfolgeregelung ungern zum Verkauf gezwungen.»

Ein «gemachtes Bett» sei es allerdings nicht gewesen. «Gemeinsam mit meiner Frau Daniela mussten wir den Betrieb kontinuierlich weiterentwickeln. Dabei standen das Bemühen um Topqualität, modernes Design, neuste Technik und Kundennähe immer an erster Stelle», betont der KMU-Patron. Der wohl wichtigste Meilenstein sei 2010 gelegt worden, mit der Übernahme der Küchenabteilung der Firma Richner und den Schauräumen am neuen Firmensitz in Kriens. «Wir konnten unsere Kompetenzen in wichtigen Bereichen aufstocken und übernehmen als Generalunternehmer den gesamten Küchenumbau. Das Kerngeschäft ist aber der Verkauf von Küchen der beiden führenden Markenanbieter ELBAU und ALNO.» Auf eine Expansion wurde bewusst verzichtet, wie Hunkeler festhält: «Wir haben uns für qualitatives Wachstum entschieden. Alle unsere Tätigkeiten – vom Verkauf bis zum Service – sind sehr personalintensiv, deshalb wäre eine Expansion mit sehr grossen Problemen verbunden gewesen. Wer dem Grundsatz ‹Individualität statt Masse› nachleben will, muss eben eine Selbstbeschneidung im Interesse der Qualität in Kauf nehmen.» Immerhin: Der Personalbestand des Unternehmens wuchs seit 2003 von 12 auf über 20, und der Umsatz wurde in etwa verdoppelt. «Wir sind heute sehr gut aufgestellt und zukunftstauglich», freut sich der Chef.

«Waser-Kochclub»

Unternehmersgattin Daniela Hunkeler ist für eine Aktivität verantwortlich, die der Fima eine Exklusivität beschert: Sie führt in Kriens den «Waser-Kochclub». In den Kursen, die sie zusammen mit der Expertin Daria Conti durchführt, werden saisongerechte Menüs und Spezialitäten zubereitet. Kleine Kostprobe aus dem aktuellen Angebot: «Gute Fleischküche» (das Beste von Wagyu, Entrecôte und Filet mit diversen Salzen und Pestos), «Lustvoll Vegan – für Anhänger und Allesesser» oder «Herbst- und Wintergewürze», «Wärmende Suppen» und «Weihnachtsmenü». Angeboten werden aber auch individuelle Kocherlebnisse für Gruppen, Firmen- und Kundenessen sowie Private. «Diese Aktivitäten sind für uns ein wertvolles Marketinginstrument. Es festigt die Kundenbindung und spielt eine wichtige Rolle beim Image und der Mund-zu-Mund-Propaganda», meint Daniela Hunkeler.

«die Initiative ist ein Schuss ins eigene Knie.»

Die Freude am unternehmerischen Alltag ist derzeit jedoch nicht ganz ungetrübt. Als ein Betrieb des Baunebengewerbes spürt Waser Die Küche. AG die Folgen der Annahmen der Zweitwohnungsinitiative. «Wenn die laufenden Projekte fertig sind, sieht es für die nahe Zukunft eher finster aus, weil die Bauherren stark verunsichert sind. Die Unsicherheit verschont leider auch den Bereich der Totalsanierungen nicht. In den Berggebieten gibt es mehrere – kleinere und grössere – Firmen, die bereits bis zu 50 Prozent der Belegschaft entlassen mussten. Wir brauchen also unbedingt Klarheit – und zwar schnell!», meint Hunkeler. Er hofft vorab auf ein pragmatisches Gesetz zur Durchführung der Initiative und sieht sogar schon einen Hoffnungsschimmer: «Das Bundesparlament ist auf dem richtigen Weg, aber es müssen viele Hürden überwunden werden. Immerhin haben viele Leute begriffen, dass es auch um die Zukunft der Randregionen geht. Ein ausgewogener Kompromiss zwischen den berechtigten Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes einerseits und der wirtschaftlichen Entwicklung andererseits müsste möglich sein.»

«REiche Ausländer sind gute Kunden des lokalen Gewerbes.»

Da «ein Unglück selten alleine kommt», müsse man sich nun auch mit der Volksinitiative gegen die Pauschal­besteuerung herumschlagen. «Dieses Volksbegehren zeigt exemplarisch, dass der Neid der Linken stärker ist als ihre Vernunft», kritisiert Damian Hunkeler, der seit langem für die FPD politisiert und im Luzerner Kantonsrat ein Schwergewicht in Wirtschaftsfragen ist. Die Initiative sei ein Schuss ins eigene Knie. Sie treffe nicht in erster Linie die rund 5500 Ausländer, die in der Schweiz ein nationales Steuerprivileg geniessen, sondern die Wirtschaft der heutigen Wohnsitzregionen, sagt der Unternehmer. «Begüterte Leute sind scheue Rehe, sie können es sich leisten, von heute auf morgen ins Ausland zu ziehen, dorthin eben, wo ihnen Steuervorteile eingeräumt werden. Und das tun etliche Länder, darunter auch mehrere EU-Staaten.» Schlimm findet Hunkeler die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Folgen des Wegzuges von Pauschalbesteuerten von den Initianten nicht oder verzerrt dargestellt werden. «Die reichen Ausländer sind gute Kunden des lokalen Gewerbes, das ihnen oft einen schönen Teil der Umsätze verdankt. Es ist nicht nur die Bauwirtschaft, die Einbussen befürchten müsste; betroffen wären wie bei einer Kettenreaktion auch Gärtner, Bäcker, Detailhändler, Garagisten oder Gastronomen.»
Hannes Weidmann

PAUSCHALBESTEUERUNGS-INITIATIVE

Verblendung, Neid oder Dummheit?

Damian Hunkelers Firma erzielt alljährlich 5 bis 15 Prozent ihres Umsatzes mit Aufträgen von Pauschalbesteuerten. Der Unternehmer kann diesen Anteil bloss schätzen, weil er die individuelle fiskalische Situation seiner Kundschaft selten kennt. Hinzu kommt, dass Aufträge nicht bloss im Inland abgewickelt würden: «Zufriedene Kunden lassen sich von uns nicht selten auch Küchen in ihren Zweit- oder Feriensitzen einrichten.» Was passieren würde, wenn die Aufträge der Pauschalbesteuerten zum grossen Teil ausblieben? «Wir müssten die Strukturen anpassen und dabei einen gros­sen Know-how-Verlust hinnehmen sowie Leute entlassen. Dass es dabei –
 vor allem bei älteren Mitarbeitenden –
 enorme Probleme gäbe, ist klar.» Entsprechend mache es ihn wütend, dass die Initianten dies nicht sehen wollten. Ob dies aus ideologischer Verblendung, Neid oder Dummheit geschehe, sei den Betroffenen egal. «Für mich ist erstaunlich, dass die Linke solche Ideen lanciert. Mich als Patron treffen sie damit nicht, dafür die Arbeiter, also ihre eigene Basis. Und diese hat andere Sorgen: Angst um Jobs, Altersversorgung und Gesundheitskosten, alles Probleme, die nur bei florierender Wirtschaft lösbar sind.» Der Luzerner Küchenbauer ist der Ansicht, dass die gegenwärtige Häufung der Umverteilungs- und Neid-Vorlagen der Wirtschaft schade, zumal die eigentumsfeindliche Erbschaftsinitiative anstehe. «Wo klare und liberale Rahmenbedingungen fehlen oder infrage gestellt werden, wird nicht in die Zukunft investiert», mahnt Hunkeler. Es sei deshalb von grosser Bedeutung, dass die Initiativkampagnen der Gegner und die Volksentscheide keinen Zweifel an der künftigen Entwicklung der Schweizer Wirtschaft liessen: «Zögern und Wankelmut können und dürfen wir uns nicht leisten.»