Publiziert am: Freitag, 9. Dezember 2016

Neues Finanzierungsystem für HBB

BFI-botschaft – Nach hartem Kampf ist es dem sgv gelungen, die höhere Berufsbildung mit mehr finanziellen Mitteln zu stärken und auch die Vorbereitungskurse auf Berufs- und höhere Fachprüfungen als wichtigen Bestandteil der HBB zu positionieren.

Seit Jahren setzt sich der Schweizerische Gewerbeverband sgv für die Stärkung der höheren Berufsbildung ein. Dabei war ihm die finanzielle Unterstützung der Vorbereitungskurse auf Berufs- und höhere Fachprüfungen (Meisterprüfungen) immer ein grosses Anliegen. Er wehrte sich dabei vehement gegen die Subjektfinanzierung, die das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) mit der Unterstützung des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes einführen wollte. Der Bundesrates konkretisierte es so, dass nur diejenigen Personen, welche bereits eine Berufs- und höhere Fachprüfung absolviert haben, max. 50 Prozent der Kosten für den absolvierten Vorbereitungskurs zurückerstattet erhalten können.

Der sgv hatte jedoch von Anfang an zusammen mit anderen Akteuren gegen diesen Systemwechsel opponiert. «Unseres Erachtens ist dies eine krasse Ungleichbehandlung von Prüfungsabsolventen gegenüber Absolventen von Studiengängen an höheren Fachschulen oder Hochschulen. Dort wird immer der Studiengang subventioniert anhand der Anzahl Teilnehmenden, egal, ob diese am Schluss eine Prüfung absolvieren oder nicht», erklärt Christine Davatz, sgv-Vizedirektorin und Bildungsverantwortliche. Und sie ergänzt: «Nachdem wir wohl oder übel die Subjektfinanzierung akzeptieren mussten, setzten wir uns dafür ein, dass nicht nur Absolventen von Prüfungen, sondern bereits Teilnehmende von Vorbereitungskursen jährlich einen Beitrag zurückfordern können, wenn dies notwendig ist.»

Ständerat setzt sich durch

«Die Bildungskommission WBK-N unterstützte den Vorschlag des sgv, doch im Nationalrat war die Lobbyarbeit des SBFI so stark, dass er wieder abgelehnt wurde», so Davatz. Der Vorschlag des Nationalrates sah vor, dass nur im Härtefall ein begründetes Gesuch gestellt werden könnte. Die WBK des Ständerates erachtete dies aber als Diskriminierung der Kursteilnehmer von Prüfungen. Ihre Lösung war, dass Kursteilnehmende ohne besondere Begründung mit einem einfachen Gesuch bereits während des Kurses eine Teilrückerstattung erhalten können. Der Ständerat stimmte in dieser Wintersession diesem Vorschlag deutlich zu, die WBK-N folgte und auch der Nationalrat hat nun diesem Kompromiss zugestimmt. Der Zuger FDP-Ständerat Joachim Eder hat sich mit grossem Engagement zugunsten der Kursteilnehmenden von Berufs- und höheren Fachschulen eingesetzt: «Nach langem Hin und Her haben wir uns im Ständerat durchgesetzt. Teilbeiträge sollen auf Antrag hin gewährt werden. Damit kann man Härtefällen Rechnung tragen. Ich habe nie verstanden, warum sich Bundesrat und Verwaltung so stark dagegen gewehrt und gar von einem Bürokratiemonster gesprochen haben.»Dies war die letzte Differenz in der parlamentarischen Debatte zur Botschaft für Bildung, Forschung und Innovation (BFI) für die Jahre 2017 bis 2020. «Bezüglich der neu einzuführenden Subjektfinanzierung werden wir uns dafür einsetzen, dass die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) einerseits bei der Ausformulierung der Bestimmungen mitreden können, und anderseits darauf achten, dass der bürokratische Aufwand bei der Umsetzung nicht zu gross ist. Die Berechnung der Entschädigung muss auf korrekt berechneten Grundlagen erfolgen», betont Davatz. CR

Euroskills 2016 in Göteborg

Swiss Team ist Europameister

An den fünften Berufs-Europameisterschaften – den EuroSkills 2016 im schwedischen Göteborg – hat das Schweizer Team brilliert: Die neunköpfige Delegation holte vor Österreich und Deutschland den Europameistertitel in der Nationenwertung. Von den zwei Frauen und sieben Männern, die an den Wettkämpfen teilnahmen, gewannen sechs eine Medaille:

Rangliste:

1. Rang (Goldmedaille):

Yvan Fässler, Hütten (ZH), Elektroinstallateur

Bruno Pravato, Fully (VS), Maurer

2. Rang (Silbermedaille) :

Charlotte Martin, Rieden (SG), Dekorationsmalerin

Reto Reifler, St. Gallen (SG), Spengler

3. Rang (Bronzemedaille):

Lukas Berger, Mumpf (AG), Gipser-Trockenbauer

Fabian Streule, Brülisau (AI), Boden-Parkettleger

Diplom:

Carla Calderari, Bremgarten b. Bern (BE), Schönheitspflege

Davide Donati, Broglio (TI), Plattenleger

Maurice Häner, Nunningen (SO), Land­maschinenmechaniker