Publiziert am: Freitag, 22. Mai 2015

Ohne Wasser gibts kein Bier

SCHWEIZER BRAUEREI-VERBAND – Markus Zemp bleibt weitere drei Jahre Präsident. Sorgen 
bereitet den Bierbrauern die «Swissness» und die Revision des Alkoholgesetzes.

Die politischen Entwicklungen rund um die Swissness-Thematik führen im Schweizer Brauerei-Verband zu Diskussionen. «Der SBV nimmt positiv zur Kenntnis, dass der Bundesrat das Wasser im Bier als ‹wesensbestimmend› anerkennen will», ­schreiben die Bierbrauer. Zur Erinnerung: Die Ausführungsverordnungen zu den Swissness-Bestimmungen sahen ursprünglich vor, die Anrechnung des Wassers als Rohstoff für Lebensmittel an die Swissness auszuschliessen. Der SBV hat sich vehement gegen dieses Ansinnen ausgesprochen. «Bier besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser. Würde nun der wichtigste Rohstoff Wasser von der Anrechnung an die Swissness ausgeschlossen, verbliebe beim Bier der Fokus auf den restlichen Rohstoffen wie Hopfen und Malz», erklärt SBV-Direktor Marcel Kreber. Da diese grossmehrheitlich importiert werden müssten, bliebe kein Kriterium mehr übrig, um ein in der Schweiz gebrautes Bier als schweizerisch auszuloben. «Ein unhaltbarer Zustand», so Kreber.

Nein zu Alkohol­verkaufsverbotszeiten

Auch die Revision des Alkoholgesetzes steht ganz weit oben auf der politischen Agenda der Braubranche. Dieses Geschäft befindet sich zurzeit in der Differenzbereinigung. Nach wie vor steht das Nachtverkaufsverbot für alkoholhaltige Getränke im Detailhandel von 22 Uhr bis 6 Uhr zur Debatte. «Der Schweizer Brauerei-Verband lehnt dieses dezidiert ab. Verkaufsverbote stellen massive Eingriffe in die Wirtschaftsfreiheit dar», stellt Kreber fest. Es handle sich um ein umstrittenes Instrument der Alkoholprävention, welches alle Konsumentinnen und Konsumenten gleichermassen treffen würde und somit nicht zielgruppenspezifisch sei. Auch vor dem Hintergrund des generell sinkenden Konsums alkoholhaltiger Getränke in der Schweiz sei ein solcher Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit abzulehnen.

Vorstand bleibt für drei Jahre

Der Vorstand des Schweizerischen Brauerei-Verbandes SBV ist an seiner Generalversammlung für die nächsten drei Jahre einstimmig wiedergewählt worden. Per Akklamation bestätigt wurde auch Präsident Markus Zemp. Neuer Vizepräsident ist Toni Schneider, Heineken Switzerland AG, Luzern. Er übernimmt das Amt von Christoph Kurer, Brauerei Schützengarten AG, St. Gallen, welcher altershalber seinen Rücktritt erklärt hat. Die Generalversammlung nutzte die Gelegenheit, Christoph Kurer für seine grossen Verdienste um das schweizerische Brauwesen und seinen jahrzehntelangen Einsatz für den Schweizer Brauerei-Verband zu danken und ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen sowie ihm somit den Orden «ad gloriam cerevisiae» zu verleihen.

tag des bieres 2015

Am 24. April 2015 fand der vierte Tag des Schweizer Bieres statt. Mit vielen Aktivitäten haben die Braue­reien des Schweizer Brauerei-Verbandes die Bierkultur und Brauereitradition einer interessierten Bevölkerung erlebbar gemacht. «Der Start in die Biersaison 2015 ist gelungen», so Kreber. Der nächste Tag des Schweizer Bieres findet jeweils am letzten Freitag im April statt, das nächste Mal am 29. April 2016.

An der GV wurde zudem der goldene Orden «ad gloriam cerevisiae» ehrenhalber an die Schauspielerin Kiki Maeder verliehen.