Publiziert am: 20.06.2014

Plattform für das Reich der Mitte

SCHWEIZ–CHINA – Internationale Mitgliedschaft: Uhrenverband von Shenzen wird Mitglied beim Schweizerischen Gewerbeverband und wählt sgv als Partner für den Sprung nach Europa. Eine internationale Plattform hilft Schweizer KMU beim Einstieg in China.

«Es sind gute Nachrichten, wenn sich der Uhrenverband von Shenzhen (China) ausgerechnet für den Schweizerischen Gewerbeverband als Partner entscheidet», stellt sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler fest. Und Weimin Zhu, Präsident der chinesischen Organisation, macht klar: «Wir haben den stärksten und agilsten Partner in der Schweiz gewählt.»

Die «Swiss-China Investment Platform Association» (SCIPA) wurde im Jahr 2014 ins Leben gerufen, um chinesische Investoren für die Schweiz zu gewinnen. Ein prominentes Mitglied der SCIPA ist beispielsweise der Uhrenverband aus Shenzhen. Und die SCIPA ist über den sgv organisiert.

Gründe für die Kooperation

Man mag nun kritisch fragen: Welches Interesse haben chinesische Investoren an der Schweiz? Und: Warum wird dies ausgerechnet über den sgv organisiert? Tatsache ist: Die Schweiz geniesst in China einen sehr guten Ruf. Unser Land ist bekannt für seine Innovationen, für die gute Bildungspolitik und für die hohe Qualität seiner Produkte – und Chinesen sind bereit, dafür «Premium» zu bezahlen. Denn der chinesische Markt kann sehr wohl zwischen Kopien und Originalen unterscheiden und ist gerade deswegen bereit, für Originale mehr zu bezahlen. Weil sie eben besser sind.

Doch es geht nicht nur um Uhren, sondern auch um Schokolade, Maschinen und sogar Metalle. Das Unternehmen in Reconvilier und Dornach, das man als Swissmetal kennt, heisst in Wirklichkeit «Baoshida Swissmetal» und gehört einem chinesischen Investor. Sein Ziel: hochwertige Metallprodukte nach China und in die EU zu exportieren. Also geht es darum, als chinesisches Unternehmen von «Swiss Made» zu profitieren und die Schweiz als Brückenkopf nach Europa zu nutzen.

In der Schweiz investieren

Mit dem ratifizierten Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China wird gerade unser Land für chinesische Firmen als Standort mitten in Europa interessant. Und wenn man von hier aus diskriminierungsfrei in die EU exportieren kann, ist es gerade für viele Investoren interessant, von der Schweiz aus zu produzieren.

Dafür müssen chinesische Unternehmen erst einmal hier über eine eigene Präsenz verfügen. Und weil es viel einfacher ist, in ein bestehendes Unternehmen zu investieren oder einen Partner zu finden, suchen chinesische Investoren die institutionelle Kooperation.

Die Plattform SCIPA bietet gerade für diese chinesischen Investoren eine Rundumbetreuung: von der Vermittlung einer Partnerschaft mit einer Schweizer Firma bis hin zur rechtlichen Abwicklung. Aber sie offeriert auch den umgekehrten Weg: Falls Schweizer Unternehmen einen chinesischen Investor suchen, werden auch sie in der SCIPA fündig.

Chancen wahrnehmen

Etwa ein Drittel der Schweizer KMU sind in den internationalen Märkten aktiv; meist als Exporteure oder Investoren. Das Freihandelsabkommen bietet die Chance, auch von der Gegenrichtung zu profitieren. Deshalb hat der sgv die Gelegenheit gepackt. Selbst wenn Schweizer KMU nicht direkt ins Ausland gehen, können sie einen internationalen Partner an Bord holen. Es gibt viele interessanten Firmen in der Schweiz. Sc