Publiziert am: 19.05.2017

Qualifizierte Fachleute sind gesucht

FLEISCHBRANCHE – Qualität und Leidenschaft sind für die Metzgerei Willimann in Dagmersellen der Garant zum Erfolg. Zudem 
geht der Betrieb die Nachwuchsproblematik erfolgreich an und bietet den Lernenden eine Ausbildung mit Berufsmatura.

Die Metzgerei Willimann in Dagmersellen – sie ist in der nächsten Sendung von «FOKUS KMU» am Montag, 22. Mai, Hauptschauplatz – ist fest im Dorf verwurzelt. Dieses Jahr feiert der moderne Betrieb mit rund 40 Angestellten und einer Filiale in Emmen seinen 160. Geburtstag. Chef Hugo Willimann führt die Metzg in der 5. Generation mit viel Herzblut für sein Metier. «Unsere Leidenschaft für den Metzgerberuf sowie unsere Grosszügigkeit und Offenheit prägen unsere Firmenphilosophie und haben uns auch durch schwierige Zeiten gebracht», sagt Hugo Willimann. Mit zahlreichen Spezialitäten wie beispielsweise den «Dagmersellerli» oder den «Luzernerli» hat sich der Standortbetrieb schon früh spezialisiert und sich in einer kleinen, aber feinen Nische im Detailhandel positioniert.

Immer wieder steht das Lebensmittel Fleisch auch im Fokus des eidgenössischen Parlamentes. Die Branche ist auf der politischen Ebene einer Flut von Vorstössen und Volksinitiativen ausgesetzt. Schlagzeilen zu Vegetarismus und Veganismus prägen das mediale Bild. Darauf angesprochen meint der engagierte Metzgermeister: «Fleisch hat nach wie vor einen grossen Stellenwert und gehört zu den wichtigsten Nahrungsmitteln», und er doppelt nach: «Es ist bemerkenswert, dass gerade häufig Leute, die kein Fleisch essen, über Fleisch diskutieren und nicht über ihre bevorzugten vegetarischen Produkte.» Das A und O für seinen Betrieb sei die Qualität. «Die Qualität muss stimmen. Damit heben wir uns auch von den Grossisten ab. Sie wird von unseren Kunden erwartet», betont Willimann. So stammt sein Rindfleisch beispielsweise aus dem Stall von sieben vertrauenswürdigen Bauern der Region mit Mutterkuhhaltung.

«Die Qualität muss stimmen. Das wird von unserer Kundschaft erwartet.»

Zum Erfolgsrezept der Metzgerei Willimann gehört auch die Pflege und der Kontakt mit der Kundschaft. «Unser junges Team im Verkauf kennt die Kunden mit Namen und es weiss auch, was ihre Wünsche und Bedürfnisse sind», so Willimann. Man müsse aber auch immer innovativ und kreativ bleiben und die Kundschaft mit neuen ausgefallenen Produkten überraschen.

Genügend Nachwuchs 
als Herausforderung

Eine grosse Herausforderung in der Fleischbranche ist der Einkaufstourismus. Die private Fleischeinfuhr aus dem grenznahen Ausland hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Für Willimann im Zentrum der Schweiz ist dies weniger ein Thema. «Grundsätzliche muss der Konsument entscheiden, welches Fleisch er essen will. Doch wir in der Schweiz haben klar die strengeren Auflagen bezüglich Tierschutz als in der EU», gibt Willimann zu bedenken. Und er ergänzt: «Wenn man weiss, dass dort die Schweinchen bei der Kastration nicht betäubt werden, dann ist der Appetit auf Fleisch nicht mehr so gross.» Für den Metzgerbetrieb auf dem Land ist die grösste Hürde, guten Nachwuchs zu rekrutieren. «Wir investieren viel Zeit und Leidenschaft in die Ausbildung guter Fachkräfte. Für uns ist es zentral, dass wir genügend gut ausgebildete Berufsleute im Betrieb haben», betont Willimann. Der Patron hat denn auch ein Händchen für seine «Schützlinge». Dies zeigt der Erfolg seiner ehemaligen Lernenden an nationalen und internationalen Berufswettbewerben. So arbeiten mit dem heutigen Geschäftsleitungsmitglied Martin Stalder sowie mit Manuela Riedweg zwei Schweizermeister in seinem Betrieb. «Mir ist es ein Anliegen, meinen Lernenden die vielen Weiterbildungsmöglichkeiten in unserem Beruf zu zeigen. Nach einer Lehre stehen Tür und Tor zum Studium an der Fachhochschule oder Hochschule offen», so Willimann. Vier seiner Lernenden haben die Berufsbildung nachgeholt und sich unter anderem zum Lebensmitteltechnologen weitergebildet. «Qualifizierte Leute sind in der Fleischwirtschaft sehr gesucht», so Willimann. Für den August hat er noch zwei Lehrstellen offen. «Wir suchen Fleischfachleute in der Veredelung und Verarbeitung, mit Möglichkeit, die Berufsmatura zu absolvieren», sagt Willimann. Für die Zukunft wünscht sich der Metzgermeister 
viele junge Berufsleute, die sich mit genauso viele Herzblut und Leidenschaft wie er selbst für die Fleischbranche einsetzen. Dazu gehört auch sein Sohn Nico, der bereits im Betrieb arbeitet.Corinne Remund

Vorschau «KMU FOKUS» vom 22. Mai 2017

Die Herausforderungen in der Fleisch­fachbranche

In der nächsten Sendung «FOKUS KMU» vom Montag, 22. Mai erhalten Sie einen interessanten Einblick in die Fleischfachbranche. Ein Portrait über die Berufslehre der Fleischfachfrau veranschaulicht deutlich, dass das schlechte Image vom «Schlächter mit der blutigen Schürze» der Fleischberufe in den Köpfen der Leute ein falsches Bild vermittelt. Im Gegenteil: Karin Ruch und Jutta Limacher, die beiden Lehrtöchter der Metzgerei Willimann in Dagmersellen, zeigen, wie vielfältig, abwechslungsreich und kreativ ihr Metier ist. 
Ihr Chef Hugo Willimann gibt wertvolle 
Tipps für einen gelungenen Grillabend. Rolf Büttiker, Präsident des Schweizer Fleisch-
Fachverbandes SFF, zeigt im Interview die 
Herausforderungen der Branche auf.

Zudem wiehert der Amtsschimmel wegen Graffitis. Diese sind der Stadt Winterthur ein Dorn im Auge. Sie verlangte dafür ein Baugesuch, während sie ihr eigenes Feuerwehrgebäude ebenfalls bemalen liess – notabene ohne Baugesuch.

«FOKUS KMU – Sendung für Wirtschaft & Gesellschaft» läuft am Montag, 22. Mai 2017, ab 17.35 Uhr auf TeleZüri, TeleBärn und TeleM1 und wird während einer Woche wiederholt.

LINK: www.fokus-kmu.tv