Publiziert am: 02.10.2020

Rücksichtslos dreist

UNIA-ARBEITSLOSENKASSE – «Falsches Spiel der Unia»: Unter diesem Titel berichtete die sgz in der Ausgabe vom 18. September darüber, wie intran­spa­rent die Gewerkschaft mit ihrer Arbeitslosenkasse, der grössten der Schweiz, kutschiert.

Eine Reaktion, die sgz-Leserin Andrea Zimmermann, Geschäftsleiterin der IST-Edelstahl-Anlagenbau AG aus Thun/BE, der sgz zugestellt hat, wirft ein Schlaglicht auf den überaus dreisten Umgang der Unia mit KMU und das rücksichtslose Geschäftsgebaren der Gewerkschaft.

Kompromisslos – bis zum Konkurs

«Wir haben im Februar 2018 einem unserer Mitarbeiter gekündigt, wobei er ab dem nächsten Tag für fast sechs Monate krankgeschrieben war», schreibt die KMU-Chefin. Weil es «eindeutige Beweise» gegeben habe, dass der Mitarbeiter nicht krank war, weigerte sich die Firma ab April 2018, den Lohn weiterhin zu zahlen. «Flugs sprang die Unia ein und hat ihm – einfach so – Arbeitslosengeld bezahlt und uns dann betrieben. Wir trafen uns schliesslich zweimal vor dem Schlichtungsrichter, wo unser ehemaliger Mitarbeiter von der Unia vertreten wurde. Die Unia war zu keinem Schlichtungskompromiss bereit und wollte uns vor Gericht ziehen.

Wir haben schliesslich darauf verzichtet und den ausstehenden Lohn abzüglich Quellensteuer bezahlt. Daraufhin hat die Unia gegen unsere Firma im August 2020 aufgrund der noch ausstehenden Summe von 2300 Franken Quellensteuer eine Konkursandrohung verfügt. Auf Anfrage antwortete die Unia, sie seien nicht bereit, die Konkursandrohung zurückzuziehen, weil der ehemalige Mitarbeiter nicht bereit sei, die Quellensteuer nachzuzahlen. Sie würden uns aber den Vorschlag machen, dass dieser einen Drittel der Quellensteuer übernehme und wir zwei Drittel selber übernehmen.»

«Erpresst und in die Knie gezwungen»

Die Unia habe ihre Firma also «ganz klar erpresst». Sie habe die komplette Summe vorerst bezahlt, «damit wir die Konkursandrohung abwenden konnten. Wir fühlen uns von der Unia komplett in die Knie gezwungen. Zum einen hatte sie überhaupt kein Recht, Arbeitslosenentschädigung zu zahlen, da der Mitarbeiter bei uns angestellt war; zum anderen haben sie einer gesunden und seit mehr als 45 Jahren erfolgreichen KMU eine Kon-kursandrohung auferlegt – und damit eine komplette KMU und 30 Arbeitsplätze riskiert!»

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