Publiziert am: 08.05.2015

Revolutionäre solare Texturen

Bauen – Solare Bauelemente bieten attraktive Möglichkeiten zur Gestaltung. Das zeigt auch die Bauausführung des Wohn- und Geschäftshauses aargNet im aargauischen Hirschtal.

Gebäude in ihre Form zu bringen ­gehört zu den ureigenen Aufgaben eines jeden Architekten. Das ist letztlich auch das, was beim Betrachter bleibende Eindrücke schafft. In der aargauischen Gemeinde Hirschtal – dort, wo dieses Wohn- und Geschäftshaus steht – sind keine Flachdachbauten erlaubt. Das bedeutet für die Planer hinsichtlich Ausnutzung und Formgebung eine Einschränkung und fordert sie architektonisch heraus. In diesem Fall setzte der Architekt zwei Steildach-Hausteile einander gegenüber und gliederte einen «verdeckten» Flachdachteil dazwischen ein. Die Bauherrschaft legte Wert auf eine ökologische Bauweise und entschied sich deshalb für eine Bauausführung nach Minergie-A-Standard.

Im Dach und an der Wand

Neben der eigenständigen Form fällt bei diesem Bau auch der solar gestaltete Teil auf. Seine präzise Ästhetik wird durch eine ebenflächige PV-Verglasung (Mehrscheiben-Isolierglas) und den «nahtlos» wirkenden Übergang am Dachrand erreicht. Die solare Hülle am Bau wird durch eine Rahmenverkleidung aus Metall umfasst. Eine innenliegende Kasten-Entwässerungs-Rinne und der Schneefang grenzen die vertikalen und geneigten Verglasungen voneinander ab. Die ganze PV-Verglasung besteht aus in 60 Standard-Bauelementen gleicher Abmessung, wobei an der Fassade Verbund-Sicherheitsglas verwendet wurde. Die einzelnen Solar-Module sind in der Unterkonstruk­tion – Aluminiumprofile und Holz-Lattung, welche Mauerwerke aus Beton beziehungsweise Sparren mit Zwischendämmung und Unterdach hinterlüften – über ein Klicksystem festgehalten.

Die Haustechnik des Gebäudes kombiniert die 80 Quadratmeter grosse Photovoltaik-Anlage (Jahresproduktion etwa 11 600 kWh) mit einer Grundwasser-Wärmepumpe. Die Aus­senwände des Wohn- und Geschäftshauses sind mit einer 22 cm starken Dämmung isoliert und einem Putz versehen.

Bauten werden in der Regel als Unikate erstellt. Für eine ästhetische, solare Architektur braucht es – neben «blosser» Systemtechnik – auch die entsprechende Lösung für das Detail. Das zeigt diese gelungene Ausführung. Voraussetzung dafür ist neben fachlicher Kompetenz eine gute, kommunikative Zusammenarbeit der Beteiligten, in diesem Falle des Architekten, des Zimmermanns, des Spenglers und des Gebäudehüllen-Spezialisten.