Publiziert am: 20.03.2020

Richtiger Zeitpunkt für die Digitalisierung – jetzt?

DIGITALISIERUNG – Gerade jetzt könnte der richtige Zeitpunkt sein, die digitale Struktur im Unternehmen zu hinterfragen. Kosten, Sicherheit und Infrastruktur sind zentrale Aspekte. Auch beim Home-Office lauern Fallen.

Wegen der Corona-Pandemie haben einige Betriebe ihren Mitarbeitenden die Gelegenheit zum Home-Office geboten. Andere überlegen sich, wie sie durch Digitalisierung gerade jetzt Stabilität schaffen können. Einfach ist das nicht.

Man muss es vorneweg sagen: Nicht alle Betriebe können alles digitalisieren, nicht alle Arbeiten sind geeignet für Home-Office und nicht alle Betriebe haben die Mittel, um beides zu ermöglichen. Trotzdem gibt es Perspektiven. Gerade jetzt könnte man die kostengünstigen Alternativen implementieren, ohne in die Fallen zu treten.

Nichtdigitale Fragen

Von was für Fallen sprechen wir? Einige sind ganz profan: Selbst wenn man möglichst viel digitalisieren will und Home-Office möglich ist, sind viele Betriebe von der physischen Post abhängig oder müssen ihre ­Serversicherungen manuell laden. Freilich bedeutet das nicht, dass mit der Digitalisierung Home-Office unmöglich ist. Aber damit die Fern­arbeit funktioniert, müssen diese elementaren Abläufe sichergestellt werden. Erst das Analoge ermöglicht das Digitale.

Dann gibt es die Frage des Fernzugangs: Mit welchen Geräten, Verbindungen und Softwares soll man von zu Hause arbeiten? Nicht ganz konform mit dem Arbeitsrecht ist es, von den Mitarbeitenden zu verlangen, eigene Mittel einzusetzen. Doch die meisten sind leicht dazu zu motivieren. Vor allem verursachen diese Schritte kaum Kosten. Wer beispielsweise keine E-Mail-Adresse hat, kann über zuverlässige Dienste gratis ein Mail-Konto eröffnen.

Digitale Chancen

Doch hier lauert die nächste Falle: Ob per E-Mail, Telefon oder Exchange-Server – auf die Sicherheit der Informatik ist zu achten. Je mehr E-Mail-Verkehr, desto höher das Risiko durch Schadsoftware.

Experten empfehlen, vor allem bei einem digitalisierten Betrieb oder Home-Office auf Tagesstruktur und Disziplin zu achten. Empfohlen wird zum Beispiel, täglich am Morgen eine Telefonkonferenz mit den Mitarbeitenden zu machen. Auch das kann mit Apps, etwa Discord, gratis erfolgen. Solche Apps ermöglichen auch den Austausch von Fotos und Dateien. Einige bieten zudem Video-Unterstützung.

Der grosse Schritt

Es ist auch nichts dagegen ein­zuwenden, jetzt auf eine volle ­Digitalisierung zu setzen. Das bedeutet aber auch, entsprechende Investitionen zu tätigen. Betriebe haben im Moment alle Hände voll zu tun. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass Mittel für Investitionen knapp sind. Doch auf der anderen Seite sind gerade jetzt die Digitalisierungsdienstleister bereit, ihre Preise nach unten anzupassen.

Für einige – vielleicht auch für viele – Betriebe ist eine niederschwellige Digitalisierung gerade jetzt ein kostensparender und erst noch verantwortungsvoller Schritt. Sie kann einen Beitrag zur vereinfachten Fortführung des Geschäftes leisten – wenn man nicht in die Fallen tappt.

Sc

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