Publiziert am: 14.08.2015

Risiken im konkreten Fall abschätzen

Versicherungsberater – Prävention und Versicherungsvorsorge beim Bauen sind ­unausweichlich. Vor allem vor Witterungsschäden sollte man sich gut versichern.

A.S. aus O.: Vor sechs Jahren haben wir unser Haus vergrössert, eine ­Seitenhauswand herausgebrochen und einen Wintergarten erstellt. Nun lassen wir in unserem Garten einen Schwimmteich bauen. Die dafür notwendigen Strom- und Wasserleitungen werden am neuen Anbau entlang geführt; deshalb mussten wir die ­Aussenmauern des Anbaus freilegen. Zum Vorschein kamen durch und durch feuchte Betonwände. Der Parkett im Wintergarten war von unten her angefault. Eigentlich wollten wir nächstes Jahr unser Ferienhaus in den Bergen mit einem ähnlichen Wintergarten vergrössern. Nun sind wir verunsichert. Kommt hinzu, dass das Ferienhaus an einem Bergabhang steht mit viel Wasser besonders während der Schneeschmelze. Was müssen wir bei einem solchen Wintergarten-Anbau an Hanglage beachten?

Sehr geehrte Frau S.: Ausfliessendes Wasser aus Leitungen oder von Witterungseinflüssen während der Bau­arbeiten verteuert die Baukosten oder kann Spätschäden verursachen. Aufgrund des Fristenablaufs sind bei Ihnen mögliche Haftungsansprüche vermutlich erloschen. Daher ist es wichtig, dass die verantwortliche Bauleitung beim Bau selber auf Präventionsmassnahmen achtet. Wir empfehlen etwa, Dach und Fenster oder Öffnungen in den Fassaden regelmässig auf Witterungstauglichkeit zu prüfen, vor jedem Bohren Leitungen zu orten und zu lokalisieren, vor Umbauten mögliche Leitungen abzuklären und Entwässerungsanlagen bei Regenfällen auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.

Schutz gegen Hochwasser

Für Ihr Ferienhaus an Hanglage kann eine Hochwasserprävention sinnvoll sein: Hochwasser, Sturm, Hagel, Lawinen oder Erdrutsche sind Elementarereignisse, die Gebäude in Extremfällen mit grosser Wucht treffen können. Oft könnten bereits einfache Objektschutzmassnahmen grösseren Schaden verhindern oder wenigstens vermindern: Öffnungen wie Türen, Fenster und Schächte können mit einem einfach aufpumpbaren Kunststoffkissen ausgerüstet werden. Für Schwachstellen gibt es zudem Hochwasserfenster und Metallplanken.

Baumängel versichern lohnt sich

Prüfen Sie auch Ihre Versicherungssituation. Eine Bauwesenversicherung versichert gegen Beschädigung oder Zerstörung als Folge eines ­unvorhergesehenen Bauunfalls. Als solcher gilt ein plötzliches, überraschend eintretendes Ereignis. Nicht versichert sind damit aber Baumängel wie Risse oder Wassereintritt, die in der Regel eher schleichend auftreten. Bauarbeiten an bestehenden Bauten und Schäden an anderen Bauten auf dem Baugrundstück können als Zusatzrisiken versichert werden.

Risiken beim Bauen steigen

Architekten und Ingenieure sind verpflichtet, den Bauherrn auf die Notwendigkeit einer Haftpflichtversicherung hinzuweisen. Als Fachleute können sie die Risiken besser überblicken als der Bauherr. Die Anforderungen und Risiken beim Bauen steigen stetig. Deshalb ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung unabdingbar. Sie übernimmt auf der gesetzlichen Haftpflicht basierende Forderungen von Drittpersonen für Personen- oder Sachschäden gegen den Bauherrn und den Grundeigentümer. Zum Beispiel wegen Rissen am Nachbarhaus als Folge von Erschütterungen durch Bauarbeiten.

Für die Planung Ihres Anbaus wenden Sie sich am besten an Ihren Versicherungsberater. Es lohnt sich für jedes Bauvorhaben, die Risiken im konkreten Fall abzuschätzen.