Publiziert am: Freitag, 22. Mai 2015

Riskanter Blindflug für alle KMU

ERBSCHAFTSSTEUER – Steuerexperten raten, zur Initiative am 14. Juni unbedingt ein NEIN in die Urne zu legen. Sie verunsichert selbst Profis und bedeutet für zahlreiche Arbeitsplätze das Aus.

Die von der EVP, der SP, den Grünen und den Gewerkschaften im ­Februar 2013 eingereichte eidgenössische Erbschafts- und Schenkungssteuer-Initiative, über die am 
14. Juni abgestimmt wird, ist brandgefährlich für KMU. «Die Vorlage hat fatale Auswirkungen – nicht nur auf unserer KMU, die das solide Rückgrat unsere Wirtschaft bilden, sondern auch auf den gesamten Werkplatz Schweiz», so das Fazit sämtlicher Steuerexperten. Selbst sie, als versierte Kenner der Materie, erachten die Vorlage als undurchsichtig und gespickt mit zahlreichen ­ungeklärten Schwachpunkten. «Es ist völlig unklar, nach welcher ­Methode das Unternehmen zu bewerten ist», stellt Reto Arnold, 
dipl. Steuerexperte bei der PrimeTaxe AG in Bern fest.

Fragwürdige Fortführungsfrist

Für Erich Ettlin, Partner, Leiter Steuern und Recht bei der BDO AG in Luzern, ist es gerade die Unsicherheit, «dass der Unternehmer 
20 Prozent Erbschaftssteuer zu bezahlen hat, wenn er zehn Jahre nicht einhalten kann, die viele Nach­folgeregelungen massiv erschweren oder sogar verhindern wird.» Die Fortführungsfrist von zehn Jahren ist für Roland 
Jeitziner, Notar und Fürsprecher bei der Rechts- und Steuerberatung Peter Ruf AG in Langenthal, nicht nur unklar und fragwürdig, sondern auch im heutigen, schnelllebigen Wirtschaftsumfeld unrealistisch. Deshalb muss auch aus Sicht der Experten dieser existenzgefährdende Angriff auf die Schweizer KMU-Wirtschaft am 14. Juni mit einem klaren NEIN abgewehrt werden.CR

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