Publiziert am: Freitag, 23. März 2018

Schier unbezahlbare Schätze

SO VERSICHERN SIE IHR UNIKAT – Nicht jedes Ding hat einen Wert, der sich in Zahlen ausdrücken lässt, es hat aber für den Besitzer eine Bedeutung, die weit über das Materielle hinausgeht. Da sind kreative Versicherungen gefragt.

24 VW Käfer, die meisten weiss oder hellgrau, aus den Baujahren 1948 bis 1995, versprühen ihren Charme vergangener Zeiten. «Fast jeder Mensch in unserem Alter hat eine persönliche Beziehung zu diesem Auto», sagt Andreas Weibel, Betriebsleiter und Mitinhaber der Auto Weibel AG in Aarberg. Entweder hat der Vater einen darin mitgenommen, oder ein Käfer war der erste eigene Wagen, was in den 70er- und 80er-Jahren keine Seltenheit war, denn der Käfer verkörperte das, was der Marke Volkswagen entsprach: ein günstiges Auto für das Volk. Andreas und Urs Weibel haben in den 70er-Jahren ihre Lehre als Automechaniker in Bern gemacht und damals, schon in jungen Jahren, einen weitsichtigen Entschluss gefasst: einen Käfer aus jedem Jahrgang auf die Seite stellen. So kam es im Laufe der Jahrzehnte zu der speziellen Sammlung. Doch nicht nur das. Die Brüder machten sich zudem einen Namen damit, VW-Käfer-Cabrios Baujahr 1978 und andere Urtypen der Motorwelt umzubauen. Deshalb steht nun das unschuldige Chassis eines VW Käfers Baujahr 1978 in der Scheune der Weibels und verbirgt ­einen 150 PS starken Porsche-Motor unter seiner nostalgisch geschwungenen Haube. Und im Golf I GTI aus dem Jahr 1983 daneben stecken gleich zwei Motoren à 125 PS – einer vorne und einer hinten.

Für die Bewertung dieser Fahrzeuge reicht auch die Classic-Eurotax-Liste lange nicht mehr aus. «Die Fahrzeuge und vor allem die Umbauten kann man nicht beziffern, da kann man keinen allgemein gültigen Wert ermitteln», sagt Andreas Weibel. Egal, ob man die mehrere hundert Stunden Arbeit, die ein solcher Umbau kostet, zugrunde legt oder den Sammlerwert. «Bei der Bewertung solcher Sammlungen ziehen wir natürlich unsere Oldtimerexperten hinzu», erklärt Werner Zürcher, Versicherungsberater der AXA in Aarberg. Schwierig ist die Taxierung auch, weil einige Autos umgebaut sind, andere noch völlig im Originalzustand sind und auch einige wirkliche Raritäten dabei sind – aber alle fahrbereit sind und zu den jährlichen Käfertreffen ausrollen wollen oder frisch Vermählte vom Standesamt abholen. «Bei unserer speziellen Oldtimerversicherung schauen wir natürlich nicht nur auf den Marktwert, sondern auch auf den Liebhaberwert», erklärt Fabio Frangipane, Fahrzeug- und Oldtimerexperte der AXA, die kniffelige Bewertung solcher Raritäten und Unikate.

Unbezahlbares Unikat

Ähnlich ergeht es Walti Sigrist. Ihm gehört das grösste Alphorn der Welt, 14 Meter lang, erweiterbar bis 47 Meter und 250 kg schwer. Und er ist der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der in der Lage ist, diesem riesigen Instrument nicht nur einen, sondern ganz viele Töne und Halbtöne zu entlocken. Der gelernte Automechaniker und Besitzer eines Autohauses in Ebikon LU ist mehr Musiker als Auto­verkäufer – seit der Jugend macht er Musik, hatte mit den Brüdern die erste eigene Band, tourte mit Egon Egemann rund um die Welt und landete mit dem Song «Here comes the Hörn» im Jahr 2002 sogar einen Hit in den Schweizer Charts. Gelernt hat er Trompete, später stieg er auf das Alphorn um. Seither gibt es jährlich zwei Touren nach Asien und 40 bis 50 Auftritte in der Schweiz – mit dem grossen und dem kleinen Alphorn hat Walti Sigrist eine ganze Show mit Band und auf Wunsch mit Tänzerinnen konzipiert. «Für mich ist das grosse Horn unbezahlbar, und es gibt kein zweites auf dieser Welt, und wenn es kaputtgehen sollte, lässt es sich wahrscheinlich auch gar nicht mehr reparieren», sagt er. Als die ersten grossen Auftritte in der Schweiz anstanden, tauchte vor allem die Frage auf, wie Walti Sigrist sein übergrosses Schätzchen auf dem Transport versichert. Zwar hat er in Handarbeit passende Transportkisten für die drei Teile des Superhorns geschreinert, dennoch stellt jeder Transport ein Risiko dar. Gemeinsam mit seinem AXA-Kundenberater Adrian Röösli in Ebikon und den Experten der AXA Transportversicherung fanden sie dann eine Versicherungslösung, die tragbar ist und im schlimmsten Fall zumindest einen materiellen Trost spenden würde. Denn der immaterielle Wert, den das Superhorn für Walti Sigrist darstellt, ist unschätzbar und lässt sich ohnehin nicht versichern.

Einzigartige Kunstobjekte

Die Frage nach dem Wert und der Absicherung ihrer Schätze ist für die Künstlerin Anna Busch-Röthenmund noch etwas bedeutender, denn anders als Walti Sigrist, der die Musik als leidenschaftliches Hobby betreibt, bestreitet sie ihren Lebensunterhalt mit ihrer Kunst. Auf der einen Seite hatte sie schon immer eine künstlerische Ader, auf der anderen Seite zwangen sie eine Reihe von Unfällen dazu, genauer gesagt drei schwere Verkehrsunfälle in vier Jahren, von denen sie bei keinem die Schuld trug, ihren geliebten Beruf als Kindergärtnerin an den Nagel zu hängen. «Meinen Freunden war schon vor mir klar, dass ich mich fortan gänzlich der Kunst widmen würde», lacht sie. Heute haben ihre Skulpturen aus einem eigenen Materialmix von Holz, Bronze oder Glas ihren Platz im Schweizer Kunstmarkt gefunden, und Anna Busch-Röthenmund konnte schon mit über 50 Ausstellungen begeistern.

Und eines Tages, als der Grossteil ihrer Arbeiten aus mehreren Jahren auf einer Ausstellung versammelt war, fragte sie sich, was passieren würde, wenn es dort in dieser Halle nun brennen würde, wenn eingebrochen würde oder sich beim Transport ein Unfall ereignen würde.

Sie ging dem nach und fragte die Aussteller. Die Antwort war erschreckend: Ihre Objekte wären fast bei keinem Aussteller gegen solche ­Ereignisse versichert gewesen. Sie wandte sich an ihren Versicherungsberater, und der wiederum zog die Experten der AXA ART hinzu, einer auf Kunst spezialisierten Tochtergesellschaft der AXA Gruppe. Mit den Kunstversicherungs-Experten schnürten sie ein All-Risk-Versicherungspaket, mit dem ihre Werke sowohl auf dem Transport als auch auf Ausstellungen und im heimischen Atelier versichert sind. «Seither schlafe ich besser», sagt die Künstlerin. Und das erst recht, seitdem sie auch noch eine Unfallversicherung für Aushilfen ­abgeschlossen hat. Damit sind nun auch andere Personen, die ihr zur Hand gehen, wenn sie schwere Skulpturen bewegen oder bearbeiten muss, abgesichert. «Ich hatte immer Sorge, was passiert, wenn einem Helfer, der einen Granitsockel bei mir aufstellt, dieser auf den Fuss fällt», sagt sie. Jetzt wisse sie, dass er abgesichert ist.Sandra Willmeroth

Quelle: Artikel aus «Meine Firma», dem KMU-Magazin der AXA, Ausgabe 01-2018

die drei firmen

Einfach speziell

Die Auto Weibel AG wurde 1961 von Paul Weibel gegründet und 1985 von den Söhnen Andreas und Urs übernommen. Auch deren Söhne arbeiten im Betrieb und sind parat, um einst die Nachfolge zu übernehmen. Nebst dem Werkstatt- und Verkaufs­geschäft haben sich die Brüder international einen Namen durch ihre Sammlung alter Käfer und Umbauten alter Fahrzeuge gemacht. Der Betrieb hat ­
18 Mitarbeitende, davon drei Auszubildende.

Mit 14 Metern Länge und einem Gewicht von 250 Kilo ist das Superhorn das grösste der Welt, was der Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde bestätigt. Walti Sigrist hat über ein Jahr geübt, bevor er den ersten Ton aus dem Alphorn bekam. Heute bläst er auf 40 bis 50 nationalen und internationalen Auftritten pro Jahr Schlager, Volksmusik und Rock/Pop-Klassiker mit dem Horn, welches im Gegensatz zu einem normalen Alphorn auch Halbtöne hervorbringt, sodass er damit auch die Schweizer Nationalhymne spielen kann.

Anna Busch-Röthenmund hat sich erst spät, aufgrund mehrerer tragischer Unfälle, die ihr die Ausübung ihres Berufs als Kindergärtnerin verunmöglichten, vollumfänglich der Kunst gewidmet – obwohl sie auch vorher immer schon Kunst gemacht hat. In ihren Objekten, Skulpturen, Fotos und Bildern kombiniert sie die unterschiedlichsten Materialien. Die gebürtige Thurgauerin, die einige Jahre in Brasilien gelebt hat, konnte ihre Werke bereits über 50 Mal in der Schweiz ausstellen, aktuelle Termine sind auf ihrer Webseite gelistet.

VERSICHERUNG für liebhaberobjekte

Ob Oldtimer, Transport oder Kunst

Der innovative Rundumschutz der AXA ART für exklusive Vermögenswerte wie Gebäude, hochwertigen Hausrat, Schmuck, Armbanduhren sowie Kunst- und Sammlungsgegenstände im In- und Ausland. Mit erweiterten Deckungssummen und der Berücksichtigung länderspezifischer Rechtsanforderungen setzt Tailor­Made einen neuen Standard in der Sachversicherung.

Transportversicherung

Nicht jeder Transportweg ist gleich sicher, nicht jede Ware gleich empfindlich. Deshalb bietet die AXA massgeschneiderte Transportver­sicherungslösungen, die Güter vom Abgangs bis zum Bestimmungsort optimal schützen. Eine individuelle Risikoanalyse ergibt eine klar ­budgetierbare Lösung für die Transportgüter.

Oldtimerversicherung

Ob Auto oder Motorrad – die Old­timerversicherung bietet Sicherheit für alle denkbaren Risiken für Fahrzeuge, die älter sind als 25 Jahre. Der optimale Schutz für die einzelnen Objekte kann individuell zusammengestellt werden.