Publiziert am: 12.12.2014

Schweizer Biermarkt wächst

SCHWEIZER BRAUEREI-VERBAND – Die Braubranche kann eine positive Jahresbilanz ziehen: 
Im Braujahr 2013⁄14 wuchs der schweizerische Gesamtbiermarkt um 1,4 Prozent.

Der Schweizer Biermarkt kann in dieser Saison – 1. Oktober 2013 bis 
30. September 2014 – mit einer Zunahme von 1,4 Prozent eine positive Bilanz ziehen. Dies ist unter anderem auf den Wettereinfluss zurückzuführen. «Diese Wetterfühligkeit führt aber auch dazu, dass verregnete Monate wie der Juli und August 2014 negative Spuren in der Bierbilanz hinterlassen», erklärt Markus Zemp, Präsident des Schweizer Brauerei-Verbandes. «Gerade aus diesem Grund ist das Wachstum von 1,4 Prozent positiv zu werten.»

Herausfordernde Politik

Nicht nur die Sicherung des eigenen Brauernachwuchses beschäftigt den Schweizer Brauerei-Verband, sondern auch die Politik. In den Ausführungsverordnungen zu den Swissness-Bestimmungen möchte Bundesbern die Anrechnung des Wassers als Rohstoff für Lebensmittel an die Swissness ausschliessen. Die Absicht dahinter sei, Missbrauch zu unterbinden. Nur, mit diesem Lösungsansatz werde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Bier bestehe zu rund 90 Prozent aus Wasser – dies sehe schon das Reinheitsgebot von 1516 vor. Werde nun der wichtigste Rohstoff Wasser von der Anrechnung an die Swissness ausgeschlossen, verbleibe beim Bier der Fokus auf den restlichen Rohstoffen, wie Hopfen und Malz. Bei diesen Zutaten liege der Selbstversorgungsgrad der Schweiz nahezu bei null. Somit verbleibe kein Kriterium mehr übrig, um ein in der Schweiz gebrautes Bier als schweizerisch auszuloben. Ein unhaltbares Szenario, welches dringend korrigiert werden müsse, argumentiert der SBV.

«der Mindestpreis und Verkaufsverbote sind massive Eingriffe in die Wirtschaftsfreiheit.»

Auch die Revision des Alkoholgesetzes steht ganz weit oben auf der politischen Agenda der Braubranche. Dieses Geschäft befindet sich zurzeit in der Differenzbereinigung und wird vom Ständerat in der kommenden Wintersession beraten. Immer noch stehen der Mindestpreis für alkoholhaltige Getränke und Nachtverkaufsverbote im Detailhandel zur Debatte. Beide Vorhaben lehnt der Schweizer Brauerei-Verband dezidiert ab. Sowohl der Mindestpreis als auch Verkaufsverbote stellten massive Eingriffe in die Wirtschaftsfreiheit dar. Es handle sich um umstrittene Instrumente der Alkoholprävention, welche alle Konsumentinnen und Konsumenten gleichermas­sen treffen würden und somit nicht zielgruppenspezifisch sein. Auch vor dem Hintergrund des generell sinkenden Konsums alkoholhaltiger Getränke in der Schweiz seien solche Eingriffe in die Wirtschaftsfreiheit strikte abzulehnen, so die Haltung des SBV.

Der Konsum von Bier in Gaststätten sei seit längerem rückläufig. Es finde eine Verlagerung hin zum Heimkonsum statt. Dadurch würden Bierkäufe vermehrt im Detailhandel getätigt, wo auch ausländische Biere im tieferen Preissegment zu finden seien. Diese Importbiere hätten im Braujahr 2013/14 um 4,3 Prozent zugelegt. Dies im Vergleich zum Vorjahr, in welchem die Importe noch um 9,1 Prozent zugenommen hätten, so die Bilanz des SBV bezüglich des Bierkonsums.

Erste Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers

Am 7. Februar 2015 findet zudem die erste Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers statt. Die beiden Erstplatzierten werden sich für die Weltmeisterschaften im Juli 2015 in Brasilien qualifizieren. Am 24. April 2015 findet bereits der 4. Tag des Schweizer Bieres statt. Dieser Tag soll Bier im Zusammenhang mit «Bierkultur und Brauereitradition» erlebbar machen. Am 24. April 2015 wird zudem der Bierorden «ad gloriam cerevisiae» einer bekannten Persönlichkeit verliehen.

Zahlen & FAkten

Mehr Bierimporte

Der gesamte Biermarkt Schweiz verzeichnete im Braujahr 2013⁄14 eine Zunahme von 1,4 Prozent oder 63 200 Hektoliter (hl) Bier auf 4 642 944 hl (464 294 400 Liter). Das Resultat ist geprägt durch eine Zunahme des Inlandausstosses der Schweizer Brauereien um 0,3 Prozent auf 3 397 640 hl (Vorjahr: 3 385 976 hl), was einem Marktanteil von 73,2 Prozent (Vorjahr: 73,9 Prozent) entspricht. Einen Anstieg um 4,3 Prozent (Vorjahr: 9,1 Prozent) auf 1 245 304 hl (Vorjahr: 1 193 768 hl) verzeichneten die Bierimporte.