Publiziert am: 12.12.2014

Schwerpunkt 2014 und darüber hinaus

JAHR DER BERUFSBILDUNG – Bundesrat Johann Schneider-Ammann zieht eine positive Bilanz und will weiter auf das duale Berufsbildungssystem setzen, das einen Teil des Schweizer Erfolgsmodells ausmacht und ein anerkanntes Rezept gegen Arbeitslosigkeit ist.

Unsere duale Berufsbildung ist ein Erfolgsmodell, auf das wir zu Recht stolz sind – nicht nur im zu Ende gehenden «Jahr der Berufsbildung», das wir für 2014 ausgerufen hatten. Ich persönlich, mein Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI setzen alles daran, dass es in Zukunft so bleibt. Denn ich bin überzeugt: Die Berufsbildung trägt wesentlich dazu bei, dass bei uns gerade unter den Jugendlichen eine rekordtiefe Arbeitslosigkeit herrscht – im Gegensatz zur schockierenden Perspektivlosigkeit der Jungen in vielen europäischen Ländern.

«Höhere Berufsbildung wird gestärkt.»

Um die Berufsbildung weiter zu stärken, hat der Bundesrat im August ein Massnahmenpaket zugunsten der Höheren Berufsbildung verabschiedet. Die Absolvierenden von eidgenössischen Prüfungen sollen ab 2017 mit bis zu 100 Millionen Franken jährlich finanziell entlastet werden, die Durchlässigkeit zu den Fachhochschulen wird erleichtert und die Marketing- und Kommunikationsaktivitäten zugunsten der Höheren Berufsbildung werden verstärkt. Bereits in Kraft ist zudem die Verordnung über den nationalen Qualifikationsrahmen Berufsbildung. Er verbessert die internationale Vergleichbarkeit und Anerkennung der schweizerischen Berufsabschlüsse und damit die Stellung der Ausgebildeten im Arbeitsmarkt.

Die Berufsbildung findet auch international immer mehr Beachtung. So war ich in Washington im Oktober besonders stolz auf unser Land: Der Weltbank-Präsident rief den anwesenden Ministern zu, es gäbe zwei Länder, die mit der Berufsbildung ein Rezept gegen Arbeitslosigkeit hätten – die Schweiz und Deutschland. Um unser Rezept im In- und Ausland noch bekannter zu machen, wurden in diesem Jahr die von 150 000 Personen besuchten SwissSkills Bern und der Internationale Berufsbildungskongress in Winterthur durchgeführt. Die Besucher erhielten überzeugend vorgeführt, weshalb die Berufsbildung nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit bei zwei Dritteln aller Jugendlichen erste Wahl ist. Sie konnten sich mit eigenen Augen überzeugen, wie der praxisorientierte Arbeitsmarktbezug die Berufsbildung zu einem starken Pfeiler unserer im internationalen Vergleich sehr erfolgreichen Volkswirtschaft macht.

Ebenfalls mit dem Ziel, die Attraktivität der Berufsbildung zu steigern, werden wir die Berufsmaturität weiterentwickeln. Sie hat sich als Angebot für schulisch Starke etabliert und erlaubt unter anderem den prüfungsfreien Fachhochschulzugang. Hingegen müssen gymnasiale Maturandinnen und Maturanden vor dem Studium ein Praxisjahr absolvieren. Bei der Prüfung neuer Modelle für den FH-Zugang wird weiterhin die Praxis­orientierung im Vordergrund stehen. Wie bei der Berufsbildung insgesamt werden auch hier die Bedürfnisse der Arbeitswelt eine zentrale Rolle spielen, insbesondere im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), wo der Fachkräftemangel gross ist.

«Die Berufsmaturität weiter entwickelN.»

Zum Abschluss des «Jahres der Berufsbildung» will ich die Chance nutzen, all jenen zu danken, welche die Berufsbildung durch ihr freiwilliges Engagement erst möglich machen: den Betrieben, die Lehrstellen anbieten und Lernende ausbilden; den Verbänden, die sich für die Berufsbildung stark machen, neue Angebote entwickeln und damit ihren qualifizierten Nachwuchs sicherstellen. Und natürlich den vielen jungen Menschen, welche den Weg der Berufsbildung beschreiten und mit Fleiss und Können hervorragende Berufsleute werden.

Johann N. Schneider-Ammann, Bundesrat