Publiziert am: Freitag, 4. November 2016

Stärker, kräftiger und sparsamer

NUTZFAHRZEUGMARKT – Das laufende Jahr hat schon die eine oder andere interessante Neuheit hervorgebracht. Dafür nutzen die Hersteller gerne gemeinsame Synergien. Nach wie vor sind die Transporter nicht wegzudenkende Arbeitstiere für Gewerbler.

Egal ob Pick-up, mit Kipper oder als mobiler Werkzeugkasten – das Geschäftsauto ist eine wertvolle Arbeitskraft für Gewerbetreibende. Roland Hofer stellt die wichtigsten Neuheiten kurz vor.

 

Neue Motoren für den Ford Transit

Die Nutzfahrzeugreihen Transit Custom und der grosse Transit haben einen neuen 2-Liter-Motor erhalten, der das bisherige Aggregat schnell vergessen lässt. Denn er ist stärker (105, 130 oder 170 PS), kräftiger (360, 385 und 405 Nm Drehmoment) und gleichzeitig sparsamer als der Vorgänger. Das neue Triebwerk erfüllt nicht nur die kommenden Abgasnormen (Euro-6), sondern liefert zusätzliche Argumente, weil die Wartungsintervalle auf zwei Jahre oder 60 000 Kilometer verlängert werden konnten. Ausgiebige Probefahrten mit allen neuen Motoren und beladenem Fahrzeug zeigten, dass der kleinste Triebsatz (105 PS) eigentlich nur im Flachland ausreichende Fahrleistungen zulässt. Mit 130 PS ist der Custom allerdings ausreichend motorisiert. Den Transit mit seinen raumbietenden Massen würden wir mit dem 170 PS starken Biturbotriebsatz wählen. So ist über Land, am Berg und auf der Autobahn jederzeit genügend Schub vorhanden. Geblieben sind die Antriebsarten Front, Heck und Allrad. Neu dafür die vielfältigen Fahrer-Assistenzsysteme wie Front- und Heckkamera, Frontradar, Pre-Collision-Assist, Verkehrsschild-Erkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelung und Seitenwind-Assistent. Damit sind die beiden Transporter sicher unterwegs. Auf Wunsch gibt es auch Luftfederung.

Hilux als Allradtransporter

Die achte Generation des Toyota 
Hilux setzt die Werte des seit 1968 gebauten Arbeitstieres fort. Das als Pick-up oder Chassis-Kabine liefer-bare Modell besitzt einen neuen 2,4-Liter-Turbodieselmotor, der 
150 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment erzeugt. Mit einem Verbrauch von rund 7 Litern auf 100 Kilometer gehört er zu den Sparsamen. Sozusagen als Ersatz für den Front-lenker Dyna 200 ist der Hilux mit 
einem Brückenaufbau (auch Kipper) aus der Schweiz im Angebot. Bei praktisch identischen Brückenmassen bietet er unter anderem eine zuschaltbare Kraftverteilung (inklusive Geländegang) an alle vier Räder, was ihn in Bergregionen, im Tiefbau und in der Forstwirtschaft besonders attraktiv erscheinen lässt. Für alle übrigen Einsatzarten ist der Hilux in drei Kabinenversionen (Single, Extra und Double) verfügbar.

Praktischer Fuso Canter

Fuso ist eine Marke von Daimler. Aus dem grossen Canter-Angebot (3,5 bis 8,55 t Gesamtgewicht) werden die meisten Versionen – darunter ein Allradmodell, eine Hybridversion sowie eine mit Elektromotor – angeboten. Wir waren mit einem Fuso Canter 3C15 mit Dreiseitenkipper aus der Schweiz unterwegs. Der weisse Front-lenker sieht wie ein richtiger Lastwagen aus. Hinter der wuchtigen Front mit der grossen Windschutzscheibe liegt die geräumige, dreiplätzige 
Kabine. Die Hinterachse ist doppelt bereift. So muss ein Transporter aussehen, der rund eine Tonne Nutzlast zur Verfügung stellt und bestens für Losegutfracht sowie andere Transporte ausgestattet ist. Der Aufbau wurde hierzulande auf das robuste, in zwei Breiten verfügbare Leiterrahmenchassis mit 2,5 Meter Radstand montiert. Der vierteilige Hubzylinder reagiert auf Knopfdruck an der Fernbedienung – auch wenn der Motor nicht läuft. Das Hydraulik-System (Mehrkolbenpresse) wird von einer Elektropumpe mit Druck versorgt. Für Wartungs-arbeiten am Motor kann die Fahrerkabine mit einem Handgriff nach vorn gekippt werden. Der 3 Liter grosse Turbodiesel-Vierzylinder ist in den Leistungsstufen 130, 150 oder 175 PS verfügbar. Im Testmodell standen 
150 PS zur Verfügung. Nachgeschaltet war das Duonic 2500-Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Gängen, das die Kraft an die Hinterachse weiterleitet. Letztere verfügt serienmässig über eine Differenzialsperre. Der für die europäischen Länder in Portugal montierte Fuso Canter hinterlässt 
einen überaus ausgereiften und alltagstauglichen Eindruck. Seine schier unbegrenzte Aufbauten-Vielfalt dürfte von Gewerbetreibenden unterschiedlichster Gattungen geschätzt werden.Roland Hofer

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