Publiziert am: Freitag, 20. Juni 2014

Stabile Prämien für sehr viele Versicherte

UNFALLVERSICHERUNG – Die Suva hat 2013 einen Überschuss von 61,5 Millionen erwirtschaftet. Davon wurden 50 Millionen 
Ausgleichsreserven an die Kunden zurückgegeben.

Der grösste Schweizer Unfallversicherer blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2013 zurück: Die Suva weist einen Ertragsüberschuss von 61,5 Millionen Franken aus und ist weiterhin solide finanziert, wie der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Ulrich Fricker, an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern ausführte. Davon gab die Suva 50 Millionen (erneuter Abbau von Ausgleichsreserven) an ihre Kunden zurück, womit ein Überschuss von 11,5 Millionen bleibt. Im Weiteren kündete das Unternehmen an, seine Prä­mien per 1. Januar 2015 mehrheitlich stabil zu halten. «Nach sieben Prä­miensenkungen in Folge hat die Suva ein neues finanzielles Gleichgewicht erreicht. Das bedeutet unter anderem, dass ein Grossteil der Versicherten per 1. Januar nächsten Jahres mit stabilen Prämien rechnen kann», sagte Fricker. Im Weiteren teilte er mit, dass es für rund einen Viertel der Kunden zu risikobedingten Anpassungen nach oben und nach unten komme.

Gute Anlageperformance

Die Prämiensituation der jüngeren Vergangenheit fasste Fricker wie folgt zusammen: «Die Prämiensenkungen der vergangenen sieben Jahre haben den Werkplatz Schweiz um rund 4,3 Milliarden Franken entlastet und die Standortattraktivität der Schweiz nachhaltig erhöht.» Reduzieren kann die Suva auf das kommende Jahr hin die Verwaltungskostenzuschläge in der Nichtberufsunfallversicherung um 0,5 Prozentpunkte, womit Effizienzgewinne direkt den Kunden zugutekommen. Die Suva hat im Geschäftsjahr 2013 eine gute Anlageperformance von 4,7 Prozent erzielt. Der finanzielle Deckungsgrad des Unternehmens per Ende 2013 lag bei 128 Prozent, was einer leichten Zunahme entspricht. Zu diesem positiven Ergebnis trugen vor allem die Aktienanlagen bei. Auch mit den Immobil­ienanlagen wurde erneut eine attraktive Rendite erwirtschaftet. Das breit diversifizierte Anlagevermögen stieg von 41,9 auf 44 Milliarden Franken.

Sinkende Berufsunfallzahlen

Statistisch ereignen sich jede Stunde über 50 Unfälle. Im Geschäftsjahr 2013 resultierten daraus 462 776 Unfälle, die die Versicherten meldeten. Dabei blieb die Anzahl Berufs- und Nichtberufsunfälle relativ stabil: Die registrierten Berufsunfälle (181 500) gingen um 1,15 Prozent zurück, was auch auf die gezielten Präventionskampagnen und -angebote der Suva zurückzuführen ist. Erstmals seit zehn Jahren stieg im Berichtsjahr die Zahl der neu gesprochenen Invalidenrenten wieder an – im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 Prozent auf 1776 Neurenten. «Es wird sich zeigen, ob es sich dabei um eine einmalige Korrektur im langjährigen Trend oder um eine Trendwende handelt», sagte der Finanzchef Ernst Mäder. «Trotz den leicht zunehmenden Neurenten resultieren auf den Rückstellungen für Invalidität immer noch Abwicklungsgewinne; das heisst, es gibt bei den Renten mehr Abgänge als Zugänge – und alle langfristigen Verpflichtungen sind vollumfänglich gedeckt.» Auch bei den Heilkosten musste die Suva eine Erhöhung um 12,4 Prozent auf 1154 Millionen Franken in Kauf nehmen. Dieser markante Zuwachs ist massgeblich auf die wegfallenden Subventionen der Kantone für die stationären Behandlungen zurückzuführen. Dies führt dazu, dass die Unfallversicherer 100 statt bisher 80 Prozent der Kosten tragen.

Kostendämpfende Massnahmen

Die Suva engagiert sich stark, um die steigenden Heilkosten im Griff zu behalten. So prüft sie jährlich manuell wie elektronisch rund zwei Millionen Rechnungen. Damit verhindert sie, dass jedes Jahr rund 140 Millionen Franken fälschlicherweise ausbezahlt werden. Ausserdem prüft die Suva jährlich rund 300 Verdachtsfälle von Versicherungsmissbrauch. «Ein aufgeklärter Missbrauchsfall kann Einsparungen bis zu einer halben Million Franken bringen», so Ernst Mäder.

Der neue Verwaltungsratspräsident Markus Dürr, der per 1. Januar 2014 die Nachfolge von Franz Steinegger angetreten hat, wies auf den laufenden Prozess der UVG-Revision hin. «Die Sozialpartner, die Suva und die Versicherer haben Ende 2013 eine gemeinsam getragene Eingabe an das Eidgenössische Departement des Innern gemacht. Wenn nun – von welcher Seite auch immer – weitere Anpassungen gefordert werden, ist dieser sorgfältig errungene Kompromiss gefährdet», warnte Dürr. pd