Publiziert am: Freitag, 24. Juni 2016

Stabiles Prämienniveau für 2017

SUVA – Der grösste Unfallversicherer der Schweiz hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem Überschuss von 27 Millionen Franken ­abgeschlossen. Weil erneut Ausgleichsreserven abgebaut werden konnten, führte dies zu einem negativen Betriebsergebnis.

Es ist ein erfreuliches Ergebnis für den Werkplatz Schweiz, das Felix Weber an seiner ersten Bilanzmedienkonferenz als Vorsitzender der Geschäftsleitung präsentieren konnte. Das Jahr 2015 schloss die Suva mit einem Ertragsüberschuss von 27 Millionen Franken ab. Der grösste Unfallversicherer der Schweiz baute zudem erneut Ausgleichsreserven ab. 48 Millionen Franken flossen an die Versicherten zurück, was letztlich zu einem negativen Betriebsergebnis von 21 Millionen Franken führte. «Dieses Ergebnis ist Ausdruck des Gleichgewichts von Prämien und Risiko», wie Felix Weber an der Bilanzmedienkonferenz ausführte. «Damit ist es gelungen, dem Werkplatz Schweiz nicht unnötig Kapital zu entziehen.» Zudem setzt die Suva ab dem laufenden Jahr den Prämienzuschlag zur Finanzierung des Teuerungsausgleichs aus. Dies entlastet die Versicherten – und damit den Werkplatz Schweiz – jährlich um rund 200 Millionen Franken. Das Prämienniveau bleibt auch für 2017 stabil. «In den kommenden Jahren wird sich die Suva weiterhin für möglichst tiefe Prämien einsetzen», wie Felix Weber anfügte.

Beachtliche Performance 
in schwierigem Umfeld

Dank Währungsabsicherungen hat der Unfallversicherer den Wegfall des Euro-Mindestkurses gut überstanden. Insgesamt präsentierte sich das Umfeld im vergangenen Jahr herausfordernd. Dennoch erzielte die Suva auf ihrem Anlagekapital eine beachtliche Performance von 1,2 Prozent. Positiv zum Ergebnis beigetragen haben insbesondere das Immobiliengeschäft, Obligationen, Aktien, Hedge-Funds und Private Equity. Das Anlagevermögen ist leicht angestiegen, von 46,3 auf 46,4 Milliarden Franken. Diese Gelder sind zweckgebunden. Sie dienen dem gesetzlichen Auftrag, die Renten, aber auch Heilkosten und Taggelder für Unfälle, die bereits passiert sind, langfristig zu sichern. Der finanzielle Deckungsgrad – das Verhältnis des Vermögens zu den Verpflichtungen – lag per Ende 2015 bei 133,6 Prozent (Vorjahr 134,2 Prozent).

Als schwierig beurteilte Finanzchef Ernst Mäder die Aussichten für die kommenden Jahre. Die Negativzinsen im Schweizer Geld- und Kapitalmarkt würden die Aussichten belasten. Insbesondere bei den Währungsabsicherungen führten sie zu gestiegenen Kosten. Per Mai 2016 präsentierte Ernst Mäder folgende Zahlen: «Die Anlageperformance lag bei 1,1 Prozent und der Deckungsgrad bei geschätzten 134 Prozent.»

Stabile Unfallzahlen und 
weniger neue Rentenfälle

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der neuen Invalidenrenten von 1714 auf 1605. Felix Weber geht dennoch nicht von einer Trendwende aus. Vielmehr sieht er ein stabiles Niveau erreicht mit leichten Abweichungen. Wenig zugenommen haben die Unfälle und Berufskrankheiten. Ihre Zahl stieg auf 463 186 (Vorjahr 459 921) Fälle. Während die Berufsunfälle und -krankheiten von 182 141 auf 180 376 zurückgingen, stieg die Anzahl Nichtberufsunfälle von 261 360 auf 265 297 an. Um 1,8 Prozent höher als im Vorjahr fielen die Heilkosten aus. Sie betrugen 1,2 Milliarden Franken. Diese Entwicklung setzt sich 2016 fort.

Um die Kosten – und damit die Prämien – nicht durch ungerechtfertigte Forderungen weiter steigen zu lassen, nutzt die Suva neue Technologien. Über 200 Millionen Franken sparte das Unternehmen dank seiner Rechnungskontrolle 2015. 290 000 Rechnungen wurden zurückgewiesen. Und seit Anfang Jahr analysiert eine Software das Abrechnungsverhalten von Leistungserbringern wie Spitälern oder Ärzten und vergleicht diese: So erkennt das System beispielsweise, wenn ein Arzt bei jedem Patienten Vitamintabletten verrechnet, unabhängig von der Zweckmässigkeit. Diese Fälle klärt die Suva anschliessend ab.

Eine klare Grundlage

Erfreut wies Verwaltungsratspräsident Markus Dürr auf den Abschluss der UVG-Revision hin. Im vergangenen Jahr hatte das Parlament den Kompromissvorschlag der Sozialpartner ohne wesentliche Änderungen verabschiedet. «Das revidierte Gesetz bestätigt das Modell Suva», sagte Markus Dürr. Er betonte, dass das Modell aus Prävention, Versicherung und Rehabilitation ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei. Nun gelte es, dass auch die Revision der Verordnung gut über die Bühne gehe. «Mit Blick auf die kommenden Herausforderungen ist es wichtig, dass die Suva auf einer klaren gesetzlichen Grundlage die Zukunft angehen kann», betonte Dürr. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld fordert nicht nur die Suva, sondern vor allem auch ihre Kunden. Das revidierte Gesetz tritt voraussichtlich auf Anfang 2017 in Kraft.

in kürze

Die Suva

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 127 000 Unternehmen bzw. 1,98 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Sie führt im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.