Publiziert am: Freitag, 7. September 2018

Stellenmeldepflicht wirkt sich aus Firmen sind gefordert «Einige überraschende Erkenntnisse»

Auf den 1. Juli 2018 wurde die Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens acht Prozent schweizweit eingeführt. Dadurch ist die Anzahl der gemeldeten Stellen in die Höhe geschnellt. Wie das Seco meldet, erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat die Zahl der bei den RAV gemeldeten Stellen nämlich gleich um 13 150 auf insgesamt 30 004 Stellen. Von diesen 30 004 Stellen unterlagen schliesslich 14 284 Stellen der 
Meldepflicht.

Nicht nur der Kandidat muss sich bei einer 
Bewerbung im besten Licht präsentieren. Auch die Arbeitgeber sind gefordert, gerade wenn es um Branchen geht, in denen Fachkräftemangel herrscht. Bei mehr als der Hälfte der Jobsuchenden in der Schweiz fällt die Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen bereits nach dem ersten Vorstellungsgespräch. Mehr als 
jeder Sechste entscheidet sogar schon nach fünf Minuten, ob er die Stelle bei einer Zusage annehmen will oder nicht. Das zeigt die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half.

«Speziell in Branchen und Bereichen, in denen der Erfolg durch den Fachkräftemangel bedroht ist, hat sich die Bewerbungssituation de facto umgedreht», sagt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half. «Für die Unternehmen gilt derselbe Rat wie für Bewerber: Bleiben Sie in Kontakt und fragen Sie wenige Tage nach dem Bewerbungsgespräch nach, ob der Kandidat weiterhin Interesse an der 
Stelle hat. Dadurch lässt sich der passende 
Mitarbeiter schneller aus dem Kandidatenpool herausfiltern.»

Von Rundstedt, ein Beratungsunternehmen für Karriere- und Laufbahnfragen, hat in Zusammenarbeit mit HR Today 2018 eine Umfrage zum Schweizer Arbeitsmarkt durchgeführt. HR Today berichtet dabei von «einigen überraschenden Erkenntnissen» und bewertet unter anderen diese Erkenntnisse «bemerkenswert»:

– Starker externer Fokus bei der Besetzung 
offener Stellen (wenig interne Mobilität)

– Die Blindbewerbung ist wieder im Hoch

– Nur noch 30 Prozent der Unternehmen erachten Headhunter/externe Vermittler als wichtig

– Persönliche Referenzen sind entscheidend, am liebsten ohne Wissen der Kandidaten

– Problematik der Ü50 und Fachkräftemangel wird in öffentlicher Meinung überschätzt

– Keine starken Vorurteile von Arbeitgeber­seite gegenüber Ü50

– Schweizer Vorrang funktioniert auch ohne Regulierung (natürlicher Inländervorrang)

– Höhere PK-Sätze für Ü50 sind für Arbeitgeber in der Rekrutierung kein relevantes Argument

– Neu lancierte Stellenmeldepflicht (Umsetzung MEI) wenig hilfreich für Ü50

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