Publiziert am: Freitag, 18. März 2016

Support für Jugendliche

Rheinspringen – Seit 2008 bietet das St.Galler Bildungsunternehmen Unterstützung für 
Jugendliche auf Lehrstellensuche an, die aufgrund von Defiziten nur schwer eine Stelle finden.

Für eine rasche und nachhaltige Integration in die Gesellschaft spricht sich die Jugendanwaltschaft bei straffällig gewordenen Jugendlichen vermehrt für ein ambulantes Setting anstelle des traditionellen Verfahrens mit stationärer Massnahme aus. Delinquente Jugendliche, die für den Eintritt in eine Berufslehre und während ihrer Ausbildung besondere Unterstützung benötigen, überweist die Jugendanwaltschaft St.Gallen an das Bildungsunternehmen rheinspringen.

Unterschiedliche Hintergründe

Rund 95 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Programm rheinspringen coaching nehmen auf Zuweisung der Jugendanwaltschaft teil. Die begangenen Delikte, deren Hintergründe und das soziale Umfeld sind unterschiedlich. «Psychische Erkrankungen, prekäre Familienverhältnisse oder die Verweigerung der Gesellschaftsordnung von Jugendlichen aus gutsituierten Familien können hinter einer Straftat stehen», erklärt Matthias Gött, Geschäftsleiter von rheinspringen und Mitglied des Coaching-Teams. Regula Sonderegger, Sozialarbeiterin bei der Jugendanwaltschaft St.Gallen, betont, dass es deshalb auch keine Pauschallösung gebe. «Erst wenn die Fragen zur persönlichen Situation und zum sozialen Umfeld geklärt sind, kann darüber entschieden werden, welche Unterstützung für einen delinquenten Jugendlichen die beste ist.»

Supported Employment 
als Grundlage

Das Programm rheinspringen coaching orientiert sich am Modell von Supported Employment und ist einzigartig in der Schweiz. Zentrale Elemente sind eine individuelle, zeitlich ungebundene Betreuung und pädagogische Unterstützung, die Förderung der Ressourcen des Einzelnen sowie die Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

«Jugendliche aus einem Strafverfahren benötigen zunächst einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen, eine Alltagsstruktur erhalten und sich in einem anderen Zusammenhang neu erfahren können», so Matthias Gött. Zuerst geht es vor allem darum, sich kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und eine innere Stabilisierung zu erzielen. Danach folgt eine Bestandesaufnahme der schulischen und beruflichen Biografie sowie der Stärken und Schwächen des Einzelnen. Daraus wird ein Fahrplan für die schulische Unterstützung und das persönliche Coaching erstellt.

Während ihrer Ausbildung treffen sich die Jugendlichen ein- bis zweimal pro Woche mit ihrem Coach bei rheinspringen, alle drei Monate finden Standortgespräche im Lehrbetrieb statt. Bei Bedarf jederzeit. Daneben bietet rheinspringen coaching wenn nötig auch weitere schulische Unterstützung während der Lehrzeit an.

Regula Sonderegger unterstreicht schliesslich den partizipativen Ansatz von rheinspringen: «Die Jugendlichen können mitreden, es wird nicht einfach über ihre Köpfe entschieden. Das motiviert sie und erhöht die Erfolgsaussichten der Massnahmen.»

Rheinspringen

Das Unternehmen

rheinspringen agiert am Übergang von Schul- und Arbeitswelt. Das Unternehmen unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg in die Arbeitswelt. Ziel ist es, die Jugendlichen auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten und sie erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. rheinspringen führt im Auftrag des Kantons St.Gallen das Motivations­semester rheinspringen bridges und das Programm rheinspringen corporate durch. Weitere Programme sind rheinspringen coaching und rheinspringen talent. Im coaching bietet rheinspringen Jugendlichen und jungen Erwachsenen Einzel- und Gruppencoachings an, rheinspringen talent ist ein schulisches Programm. Zudem unterstützt rheinspringen Lehrbetriebe sowie Ausbildnerinnen und Ausbildner. Ziel ist es, dass die Lernenden mit der Unterstützung von rheinspringen die Lehre erfolgreich starten und abschliessen.