Publiziert am: Freitag, 18. Mai 2018

Tag für Tag weitertüfteln

SONATEC SUISSE – Vor 35 Jahren entwickelte der Waadtländer Gilbert Sonnay 
ein Originalkonzept zur Wasseraufbereitung. Seither hat er die Erfindung perfektioniert und ist stetig am Weitertüfteln. 
«Sonatec»-Innovationen sind mehrfach ausgezeichnet worden, und die Suche nach Investoren geht weiter.

Seine ersten Patente stammen aus dem Jahr 1985. «Unsere Lösung wurde zusammen mit einem Chemiker, einem ETH-Physiker und einem Feinmechaniker entwickelt und danach jahrelang getestet», erklärt Gilbert Sonnay. «Es ist ein natürliches Modell, das ohne Salz, Gas und Chemikalien auskommt. Es beruht im Wesentlichen auf dem Phänomen der Magnetohydrodynamik (MHD), also auf dem Winkel und der Geschwindigkeit des Wassers gegenüber den Magnetfeldern. Kalzium und Magnesium bleiben im ionischen Zustand und sedimentieren nicht.»

Das Ergebnis ist blaues Gold wert: «Indem wir die Keimbildung in den Griff bekamen, ist es uns schrittweise gelungen, 80 Prozent weniger Kalkablagerungen und einen um 
98 Prozent besseren Rostschutz zu erreichen. Den Mitbewerbern ist das nicht gelungen, denn ihre Arbeiten basieren auf einem anderen theoretischen Modell.» Ehrlicherweise fügt der Tüftler hinzu: «Ich habe von ­bereits bestehenden theoretischen Arbeiten profitiert, die antikorrosive Eigenschaft meines Systems habe ich hingegen ganz allein erfunden.»

 

Konkurs und Patentkrieg

Die Geschichte eines Daniel Düsentriebs und Unternehmers: In drei Jahrzehnten hat der im waadtländischen Lucens beheimatete Sonnay so ziemlich alles erlebt. «1989 verkaufte ich 10 000 Geräte in der Schweiz, Frankreich, den Benelux-Ländern, Deutschland und Italien. Damals arbeitete ich mit Grossisten zusammen. Eines Tages wollten sie mich zwingen, ihnen meine Patente abzutreten. Natürlich weigerte ich mich. Der Konkurs war unvermeidlich.»

«Meine Neuheiten 
und Erfindungen 
haben mir bis heute 18 Medaillen, 
darunter mehrere 
goldene, eingebracht.»

Es folgte ein Patentkrieg. Die Patente gehörten Gilbert Sonnay. Er hatte seine ganzen Ersparnisse inklusive sein Haus und alles Übrige investiert. Doch der Erfinder hatte Glück im Unglück: Wohl aus purer Intuition hatte er ein Jahr zuvor seine Patente auf den Namen eines Freundes überschrieben, in den er vollstes Vertrauen hatte. Das rettete ihn und erlaubte ihm einen Neuanfang auf unterster Stufe. Nach und nach erwachte das KMU zu neuem Leben.

Sonnay kann es nicht lassen: er testet, experimentiert und pröbelt weiter. «Oft zum Leidwesen meines Umfelds, meiner Familie und meiner Freunde – die aber irgendwann schliesslich auch daran glauben.» Sonnay sieht ein ungenutztes Verbesserungspotenzial von 30 Prozent in den hybriden Bereichen wie den Materialien, der menschlichen Physiologie, der Geobiologie, der Radiästhesie und, warum auch nicht, im «Gedächtnis» des Wassers.

 

Wachsendes Unternehmen

Die aktuelle Geschäftsstruktur von Sonatec Suisse wird zurzeit umgewandelt in eine Gesellschaft für den Unterhalt und die Installationen zu Gunsten der kantonalen Vertriebsgesellschaften. Sonatec inter Sàrl vertreibt das technische Material und die fabrizierten Anlagen samt Zubehör. Ein Gerät mit dem Titel Kallo 3S SA ist soeben für die künftige Produktion in Vorbereitung. Als Partner beteiligte Händler sorgen für den Verkauf in drei Regionen, welche die Kantone Waadt, Freiburg, Wallis, Genf, Neuenburg und Jura umfassen. Heute zählt Sonatec ­einen Mitarbeiter für die Region Waadtland, einen Partner für die Kantone Freiburg und Wallis sowie einen Mitarbeiter für den Kanton Genf. Das Team wird komplettiert durch zwei Monteure, die ihre Basis in der Werkstatt in Lucens haben.

In der Trinkwasser-Reinigung 
weiterforschen

Soeben fertig entwickelt hat Sonnay einen Wasserenthärter ohne Salz und ohne Flüssigkeitsverlust, der nun verkaufsbereit ist. «Meine Neuheiten und Erfindungen haben mir bis heute 18 Medaillen, darunter mehrere goldene, eingebracht», freut sich Sonnay. So wurde auch sein Sonano Extreme, ein System zur Wasserreinigung für den Katastrophenfall, an der Erfindermesse von Genf 2016 mit einem Preis ausgezeichnet. Sonnay hat dazu einen 50-seitigen Businessplan ausgearbeitet, der ihm bei der Suche nach neuen Investoren und einer wirtschaftlichen Expansion zur Bereitstellung der notwendigen Produktionskette helfen soll. Bereits wurden Kontakte mit ersten Investoren geknüpft, und internationale Kunden haben ihr Interesse an dem System bekundet. Währenddessen forscht Sonnay auf dem Gebiet der Trinkwasser-Reinigung Tag für Tag weiter – er kann eben nicht anders.

François Othenin-Girard

www.sonatec.com

Thema auch im KMU-TV

Gilbert Sonnay war diese Woche Gast am Schweizerischen Gewerbekongress im Kursaal Bern. Dabei erzählte er von seinen Erfindungen und Innovationen. Bedingungen für seinen Erfolg sind Unternehmergeist und Weitsicht sowie möglichst wenig Regulierungen und Bürokratie. Seine Geschichte wird auch in FOKUS KMU, die vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv produzierte Sendung für Wirtschaft & Gesellschaft, aufgegriffen.

Gezeigt wird der Sonderbeitrag über den Schweizerischen Gewerbekongress ab Montag, 21. Mai 2018, täglich um 17.35 Uhr auf TeleBärn, Tele M1 und TeleZüri sowie ab Montag, 28. Mai 2018, täglich um 17.25 Uhr auf Tele Z.

www.fokus-kmu.tv