Publiziert am: 04.07.2014

Trainingskonzepte für Mitarbeiter

Weiterbildungen – Betriebliche Weiterbildungen sind Investitionen in die Qualifikation der Mitarbeitenden. Deshalb sollten der Input an Zeit, Geld sowie der Output angemessen sein.

Weiterbildungsmassnahmen in Firmen sind wichtig. Beim Entwickeln von Qualifizierungsmassnahmen für die Mitarbeitenden von Unternehmen lassen sich grob sieben Phasen unterscheiden. Dies sind die Bedarfsermittlung, die Zielgruppenanalyse, die (Lern-)Zieldefinition, die Konzeptentwicklung, die Lernmedien/-unterlagenentwicklung, die Erprobung des Konzepts und schliesslich die Durchführung und Erfolgskontrolle.

In der ersten Phase geht es darum, den Bedarf zu ermitteln. Wenn Unternehmen eine Trainingsmassnahme für ihre Mitarbeiter beschliessen, ist meist der eigentliche Qualifizierungsbedarf noch unklar. Das Unternehmen erkannte vielmehr ein Problem – zum Beispiel: «Unsere Mitarbeiter müssen eigenständiger arbeiten.» Die erste Aufgabe der Konzept-Entwickler ist es, zu analysieren, ob es sich beim allfälligen Problem überhaupt um ein Qualifizierungsthema handelt. Die Problemursache könnte nämlich auch eine andere sein. Weiter gilt es zu analysieren, für wen eine Schulung durchgeführt werden soll. Dies geschieht in Gesprächen mit den potenziellen Teilnehmenden, ihren Führungskräften und den Personen, mit denen sie im Arbeitsalltag kooperieren.

Wer sind die Adressaten?

Anschliessend geht die Planung in Phase zwei über. Stehen die Zielgruppe und ihr Qualifizierungsbedarf fest, gilt es, die genauen Adressaten zu analysieren. Wichtig ist es dabei vor allem, die Tätigkeit der potenziellen Teilnehmer sowie deren Umfeld zu analysieren. Nur so können eine passende Lernarchitektur geschmiedet und die Lerninhalte richtig justiert werden. Weiter gilt es, die (Lern-)Ziele zu definieren. Hieran kranken viele Personalentwicklungsmassnahmen – speziell solche, die auf eine Einstellungs- und Verhaltensänderung abzielen. Bei ihnen wird oft unterschätzt, wie viel Zeit vergeht, bis bei den Teilnehmenden die nötige Verhaltenssicherheit besteht.

In Phase vier wird das Qualifizierungskonzept entwickelt. Definiert werden dabei die Methoden und der Input an Geld und (Arbeits-)Zeit. In einem weiteren Schritt werden dann die Lernmedien und -unterlagen entwickelt. «Passgenaue» Trainingskonzepte zu entwickeln, bedeutet auch, die Kosten-Nutzen-Relation 


im Blick zu haben. Deshalb ist es oft angebrachter, auf bereits im Markt vorhandene Konzepte, Medien und Unterlagen zurückzugreifen und diese nach einer gewissen Anpassung im Unternehmen zu nutzen.

Das Konzept erproben

Speziell bei Qualifizierungsmassnahmen für eine grosse Zahl von Personen empfiehlt es sich, nach der Konzepterstellung einen Probelauf mit einer kleinen Gruppe von Teilnehmern zu starten. Anschliessend können die Massnahmen durchgeführt und der Erfolg kontrolliert werden. Diese Erfolgskontrolle soll nicht nur hinsichtlich des Lernerfolgs der Teilnehmer, sondern auch der Kosten-Nutzen-Effizienz stattfinden. Controllingins­trumente hierzu können Tests, Kunden- und Mitarbeiterbefragungen sowie Feldbeobachtungen sein.

Burckhard Wedler

Master-Trainer 
und -berater,
Voss+Partner GmbH Hamburg