Publiziert am: Freitag, 20. November 2015

Unfällen im Büro vorbeugen

EKAS – Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Mehr als jeder zweite Berufsunfall findet im Dienstleistungssektor statt. 
Auch Absenzen beispielsweise wegen Rückenleiden haben für Unternehmen oft weitreichende Folgen.

Helme, Schutzbrillen und schwere Stiefel mit Stahlkappen – so schützen sich Bauarbeiter vor Verletzungen durch Geräte, herabfallende Gegenstände und Funken. Vorschriftsgemäss, denn auf Baustellen sind die Gefahren offensichtlich. In Dienstleistungsbetrieben sind die Gefahren dagegen oft weniger offensichtlich und werden daher auch häufig unterschätzt. Dabei ist das Büro keineswegs eine unfallfreie Zone – im Gegenteil: Rund 55 Prozent aller Berufsunfälle ereignen sich im tertiären Sektor (Handel und Dienstleistungsbetriebe). Am Büroarbeitsplatz selber kommen zudem Beschwerden hinzu, die spezifisch mit der sitzenden Tätigkeit zu tun haben, so etwa Rückenbeschwerden, Verspannungen sowie Sehnen- und Muskelleiden.

Prävention im Büro lohnt sich für das Unternehmen

In der Schweiz gehen rund 1,6 Millionen Arbeitstage pro Jahr allein durch Muskel-Skelett-Leiden verloren. Diese Ausfalltage belasten Betriebe und Volkswirtschaft jährlich mit geschätzten 2,5 bis 3 Milliarden Franken. Den Arbeitgeber selbst kostet ein Ausfalltag im Schnitt rund 600 Franken. Auch die Abwesenheiten wegen zu hohem Stress nehmen in der Schweiz stetig zu. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO schätzt die belastenden Kosten für die Wirtschaft und die Unternehmen auf rund 4,2 Milliarden Franken.

Digitale Präventionsinstrumente

In der Schweiz ist der Arbeitgeber vom Gesetz her verpflichtet, die Verantwortung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu übernehmen. Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS unterstützt ­Arbeitgeber dabei, diese wahrzunehmen. Die EKAS hat dafür die notwendigen Präventionsinstrumente. So bietet beispielsweise die interaktive EKAS-Box, ein gratis Online-Präventionsinstrument, Führungskräften und Mitarbeitenden auf unterhaltsame Weise praktische Tipps zu den Themen Ergonomisches Arbeiten, Unfallverhütung, Büroeinrichtung, Büroplanung, Arbeitsorganisation, Gebäude/Unterhalt und Selbstmanagement. Und mit den beiden kostenlosen Apps SafetyCheck und ErgoCheck der EKAS-Checkbox stehen zwei weitere Hilfsmittel zur Verfügung: Mit dem SafetyCheck können bei einem Bürorundgang Stolperfallen eruiert und behoben werden. Zudem lassen sich damit Sicherheitsvorkehrungen bei der Büroeinrichtung, bei Steighilfen, Transportmitteln, Markierungen und Fluchtwegen überprüfen, um Unfälle zu vermeiden. Im ErgoCheck sind verschiedene Lern- und Check-Videos enthalten, mit deren Hilfe sich der Büro­arbeitsplatz ergonomisch einrichten und überprüfen lässt. Mit der EKAS-Checkbox können die mit den Apps erfassten Daten am Computer aufgerufen werden. So hat man alle Ergebnisse stets im Überblick und wird an anfallende Aufgaben, wie bspw. die Behebung einer zuvor identifizierten Stolperfalle, erinnert. Und der Einsatz für mehr Sicherheit und Gesundheit im Büro wird belohnt: mit leistungsfähigen Mitarbeitenden und weniger Absenzen.