Publiziert am: Freitag, 11. August 2017

Ungerechtigkeit aufzeigen

AHV-REFORM – Grosser Aktionstag am Montag, 14. August, auf dem Berner Bundesplatz. Und bis zum 24. September täglich neue Fakten zur ungerechten Scheinreform auf Facebook.

Über den Sommer hat die Kampagne gegen die ungerechte AHV-Reform Fahrt aufgenommen, und nun beginnt die «heisse Phase» der Kampagne. Mit Strassen­theater und Videos prangern prominente Nationalrätinnen und National­räte die Ungerechtigkeiten der Scheinreform an. Am 14. August findet in Bern auf dem Bundesplatz ein grosser Aktionstag statt (s. Kasten). Gleichentags lanciert wird ein «Ungerechtigkeitskalender»: Unter www.so-ungerecht.ch wird bis zum Abstimmungs­sonntag täglich eine neue Ungerechtigkeit aufdeckt, welche eine Annahme der verunglückten AHV-Reform zur Folge hätte.

Politiker als Street Artists

Alt SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi als greiser Rentner, FDP-Frauen-Präsidentin Doris Fiala als Jugendschreck oder SVP-Nationalrätin Nadja Pieren als Touristin: Insgesamt engagieren sich sieben national bekannte Politikerinnen und Politiker –
zuerst verkleidet und anonymisiert – 
in einem Strassentheater im Kampf gegen die ungerechte AHV-Reform. Videos der Auftritte wurden über den Sommer in den sozialen Medien intensiv wahrgenommen.

«Die AHV-Reform bestraft Rentner, die für einen AHV-Ausbau zur Kasse gebeten werden, selber aber keinen Rappen mehr erhalten», sagt alt-SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi. Er spielt einen Rentner, der von einem üblen Rempler (gespielt von FDP-Nationalrat Hans-Ulrich Bigler) zur Seite gedrängt und benachteiligt wird.

«Es muss uns kümmern, ob unsere Kinder oder Enkel überhaupt noch eine Chance haben, je eine Rente zu bekommen. Mit der jetzigen Reform wird das direkt in Frage gestellt», erklärt Nadja Pieren ihr Engagement als Laienschauspielerin.

Verrat an den Jungen

«Nicht nur die Rentner, auch die Jungen werden mit dieser Reform verraten», sagt Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen, der ebenfalls als Strassen­künstler auftritt. «Sie sollen einen ungedeckten Scheck von 1,4 Milliarden Franken jährlich übernehmen – das läuft auf eine Kündigung des Generationenvertrags
hinaus.»

«Die AHV-Reform ist gerade für Leute mit wenig Einkommen eine grosse Belastung. Mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer kosten jedes Café und jeder Kinoeintritt mehr», erklärt

SVP-Nationalrat Erich Hess seine Rolle als Gast, der am Beizen-Stammtisch beklaut wird. «Das bloss, um Geschenke von monatlich 70 Franken – 
im Giesskannenprinzip und auch an reiche Rentner – zu finanzieren.»

«Wer Ergänzungsleistungen braucht und wirklich auf Unterstützung angewiesen ist», ergänzt Hess’ «Beizenkollege», sgv-Direktor und FDP-Nationalrat Hans-Ulrich Bigler, «dem werden wegen dem AHV-Ausbau gleichzeitig die Beiträge bei den 
Ergänzungsleistungen gekürzt. Am Ende haben genau diese Leute weniger im Portemonnaie. Das ist ungerecht und unsinnig.»

Affront gegen die Frauen

«Die AHV-Reform ist eine Schein­reform, die viel kostet und gar nichts saniert», sagt FDP-Frauen-Präsidentin und Nationalrätin Doris Fiala. «Die Frauen sollen ein Jahr länger arbeiten. Das würde wichtige Einsparungen bringen. Doch diese werden mit dieser Ausbauvorlage gleich wieder zunichtegemacht. So fahren wir die AHV – unser wichtigstes Sozialwerk überhaupt – an die Wand.»

Auch wenn sie süss verpackt ist: Die AHV-Reform ist eine bittere Pille. Geschluckt ist sie noch lange nicht, wie erste Umfragen zeigen.

Sb

Gegen Altersreform

Schauspiel auf 
dem Bundesplatz

Viele Verlierer und kaum Gewinner: Dazu führt die ungerechte AHV-­Reform. Und das ist der Stoff für ein Schauspiel-Drama am 14. August ab 16 Uhr auf dem Bundesplatz in Bern. Wer alt Nationalrat Toni Bortoluzzi samt den National­rätinnen und -räten Nadja Pieren, Sandra Sollberger, Erich Hess, Hans-­Ulrich Bigler und Doris Fiala oder Jung FDPler Andri Silberschmidt als Schauspieler erleben will, sollte den Anlass nicht verpassen. Als Referent erwartet wird auch Albert 
Rösti, Nationalrat und Präsident
der SVP Schweiz.

Neben Livemusik mit Special Guest 
Drummer und Ständerat Andrea ­Caroni finden Aktionen der Jungfreisinnigen statt. Kommen Sie vorbei. Der Eintritt ist frei.Sb

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