Publiziert am: 23.03.2018

«Unterhaltsabzug muss bleiben»

interview – suissetec-Direktor Hans-Peter Kaufmann fürchtet staatlich geförderte Schwarzarbeit, wenn der Eigenmietwert wegfällt.

Schweizerische Gewerbezeitung: Inwieweit ist für suissetec von Bedeutung, dass der Abzug der Unterhaltskosten im Zusammenhang mit der Abschaffung des Eigenmietwerts wegfällt?

n Hans-Peter Kaufmann: In unseren Branchen stellen die Erträge, die durch den Unterhalt der Gebäudetechnik erzielt werden, einen wesentlichen Faktor dar. Können diese Unterhaltskosten vom Haus- oder Wohnungsbesitzer nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden, wird das Gewerbe ausgebremst: Es kommt zur «Nachbarschaftshilfe» (gegenseitige Handwerkerarbeiten «unter der Hand» im Bekanntenkreis) und Schwarzarbeit (Verrichtung von Arbeiten gegen Barzahlung, ohne Rechnungsstellung) – der Beleg wird ja für den Steuerabzug nicht mehr benötigt.

Sie befürchten, dass aufgrund der Systemumstellung die Schwarzarbeit zunehmen könnte. Wie hoch schätzen Sie die potenziellen steuerlichen Verluste ein?

nIch gehe von gut einer Milliarde Franken jährlich aus, die so dem Gemeinwesen (Bund, Kanton, Gemeinden) und den Sozialwerken entgehen würden. Alleine bei der Mehrwertsteuer wäre mit jährlichen Ausfällen von 230 Millionen zu rechnen.

Die Besteuerung des Mietwerts ist ein immer wiederkehrendes Thema. Die Abschaffung dieser Steuer wurde bereits dreimal vom Volk verworfen. Was wäre für Sie eine ausgewogene Lösung?

nsuissetec hat nichts gegen die Abschaffung des Eigenmietwerts. Sollte dieser und mit ihm der Schuldzinsabzug fallen, muss sichergestellt werden, dass der Unterhaltsabzug bleibt. Denkbar ist dabei, dass nur noch effektive Kosten, und zwar für selbstbewohntes Wohneigentum und für Zweitwohnsitze, abzugsfähig sind (heute gibt es auch die Möglichkeit der pauschalen Abzüge) und dass – sollte man Kompromisse eingehen müssen – im äussersten Fall lediglich 80 Prozent der ausgewiesenen Unterhaltskosten zum Abzug zugelassen würden. Damit hätte eine vom Handwerksbetrieb korrekt ausgestellte Rechnung weiterhin einen Wert – für alle!

Interview: En