Publiziert am: 23.05.2014

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MITARBEITERFÜHRUNG – Um sich selbst zu entlasten, ist es für Unternehmer essentiell, 
Aufgaben abzugeben und sich auf das Delegieren der verschiedenen Bereiche zu konzentrieren.

Führen heisst, Angestellte zu selbstständigen Mitunternehmenden zu entwickeln. Wer dies erreicht, profitiert gleich doppelt: Die Mitarbeitenden spüren, dass sie besser werden, sind motiviert und bringen bessere Leistungen. Gleichzeitig entlasten selbstständig Mitarbeitende den Inhaber und seine Führungskräfte. Die Auswirkungen sind erfreulich. Die Mitarbeiter haben mehr Freude an der Arbeit und die Unternehmer und ihre Führungskräfte sind besser im Gleichgewicht. Davon ist Betriebsökonomin Karin Estermann-Tschopp überzeugt.

«Der klassische KMU-Inhaber engagiert sich für alles und findet für jedes Problem eine Lösung», so Estermann-Tschopp in einem Artikel im Magazin MEMO. Die Mitarbeitenden würden seine hohe Kompetenz schätzen und ihn oft um Rat fragen. «Doch diese Harmonie bringt Problem­potenzial», ist sich Estermann-Tschopp sicher.

Teufelskreise in der Führung

Diese Form der Zusammenarbeit sei vor allem bequem. Und genau hier liegt gemäss Estermann-Tschopp das Problem. Die Mitarbeitenden würden ihre Vorgesetzten zunehmend häufiger fragen, bevor sie selbst über eine Lösung nachdenken. «Dies entspricht der klassischen Rückdelegation.» Es könne sogar so weit kommen, dass die Mitarbeiter ihr Tempo drosselten oder ihre Arbeit gar liegen liessen. Und dies lediglich, weil sie auf Lösungen des Chefs warteten. So müssten folglich dann meistens die Arbeitgeber Lösungen für die Probleme finden und hätten keine Zeit mehr für die übrigen Führungsaufgaben. «Es kann sogar so weit kommen, dass – sobald dieser Teufelskreis erst einmal in Gang gesetzt ist – die Mitarbeiter immer unselbstständiger werden und sich die Führungsverantwortlichen derart aufregen, dass es früher oder später auch in ihrer Kommunikation und dem Verhalten spürbar wird.» Diesen Teufelskreis gelte es, unter allen Umständen zu verhindern. Denn die Führungskräfte würden mit der Zeit an einen Punkt gelangen, an welchem sie komplett überlastet wären.

Dazu kommt laut Estermann-Tschopp ein weiteres Problem: Unternehmer wollen in ihren Firmen als gute Beispiele vorangehen und haben den Ehrgeiz, gleich viel produktive Arbeit zu leisten wie ihre Mitarbeitenden. Den Führungsaufgaben räumen sie wenig Zeit ein. Ein Teamleiter wendet pro Woche – je nach Anzahl Mitarbeiter – schnell fünf oder mehr Stunden für Führungsarbeit auf. Eine Abteilungsleiterin vielleicht 10 bis 20 Stunden, ein Geschäftsführer mit 50 Mitarbeitenden möglicherweise gar 30 Stunden. Wollen die Führungskräfte daneben voll für ihre Kunden produktiv sein, ergeben sich nicht selten 50-, 60- oder 70-Stunden-Wochen.

Fünf Strategien 
der Mitarbeiterentwicklung

Um der Führungsarbeit den richtigen Stellenwert zuzuordnen, lohne es sich zu fragen, welche Aufgaben zur jeweiligen Führungsfunktion zählten. Dies erklärt Estermann-Tschopp im MEMO. Dies sind je nach Leistungsstufe Ziele setzen, pzeitarbeit war in den letzten zehn Jahren beilanen, entscheiden, kommunizieren, delegieren, kontrollieren, personelle Aufgaben wie Mitarbeitergespräche führen, akquirieren, Budget erstellen, Kennzahlen erheben, analysieren und entsprechende Massnahmen einleiten, strategische Überlegungen anstellen, Investitionen planen, das Reporting an Verwaltungsräte erstellen, das Unternehmen nach aussen vertreten, klare Strukturen festlegen und die Prozesse laufend optimieren. Für Umsatz generierende Aufgaben bleibe so manchmal herzlich wenig Zeit übrig. Deshalb sei es überaus wichtig, dass sich die Unternehmer immer zuerst die Frage stellen würden: Muss ich das selber erledigen, oder kann ich die Aufgabe erledigen lassen? Dies führe natürlich dazu, dass auch die Mitarbeiter stets weiterentwickelt und auf den neusten Stand der Dinge gesetzt werden müssten. Zur Entwicklung beziehungsweise Stärkung der Mitarbeitenden gibt es laut Estermann-Tschopp fünf Ansätze: Stärken erkennen, Ziele definieren, Fragen statt sagen, sich durch Delegieren entlasten und Spielregeln vereinbaren.