Publiziert am: 09.11.2018

Viel Flexibilität nützt allen

SOZIALPARTNERSCHAFT – Im Hinblick auf das 100jährige Bestehen der Internationalen Arbeits-organisation unterzeichneten die Schweizer Sozialpartner – Arbeitgeberorganisationen, Arbeitnehmervertretungen sowie der Bund – eine Erklärung zur Zukunft der Arbeitswelt im Zeitalter der Digitalisierung.

2019 wird die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) hundertjährig. Aus Anlass dieses Jubiläums hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann in Bern zusammen mit den Dachverbänden der Sozialpartner und im Beisein des Generaldirektors der IAO, Guy Ryder, eine tripartite Erklärung zur Zukunft der Arbeit und der Sozialpartnerschaft in der Schweiz im Zeitalter der Digitalisierung der Wirtschaft unterzeichnet. Die Unterzeichnung der Absichtserklärung reiht sich in die Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der IAO ein. Den Schweizerischen Gewerbeverband sgv vertrat Vizepräsidentin und Nationalrätin Daniela Schneeberger.

Vom 19. Jahrhundert in die digitalisierte Zukunft

Bereits im 19. Jahrhundert haben die Eidgenossenschaft und die Kantone mit ihren Fabrikgesetzen eine solide Grundlage für die Sozialpartnerschaft gelegt. Die im Rahmen des feierlichen Treffens von Bundesrat Schneider Ammann mit dem Generaldirektor der IAO und den Sozialpartnern sgv, SAV, SGB und Travailsuisse unterzeichnete tripartite Erklärung nimmt Bezug auf die künftige Sozialpartnerschaft im Zeitalter der Digitalisierung.

Das heute geltende Arbeitsgesetz und die dazugehörenden Verordnungen haben ihren Ursprung im industriellen Zeitalter zu Beginn der ­Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. Mittlerweile sind aber drei Viertel der Erwerbstätigen im tertiären Sektor tätig. 85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind mobile Internetnutzer. Der Trend zur Flexibilisierung der Arbeit wird immer stärker.

sgv unterstützt Sozialpartnerschaft

Der Schweizerische Gewerbeverband steht hinter der Sozialpartnerschaft und auch hinter den durch das Parlament ratifizierten Abkommen der IAO, wie sgv-Vizepräsidentin Daniela Schneeberger erklärte. Um die Vorteile des Werkplatzes und Erfolgsmodells Schweiz behalten bzw. ausbauen zu können, ist ein flexibler Arbeitsmarkt in Zukunft notwendiger denn je, wie Schneeberger vor der Unterzeichnung der Erklärung ausführte. «Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft müssen wir aufnehmen und uns den sich verändernden Umständen anpassen.» Mit einem flexiblen, möglichst wenig regulierten Arbeitsmarkt als wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere Volkswirtschaft bewältige die Schweiz die Herausforderungen der Zukunft, so Schneeberger weiter.

«Arbeitgeber und Arbeitnehmer begegnen sich auf augenhöhe.»

Die Schweizer Arbeitspartizipation ist hoch, die Arbeitslosigkeit ist mit 2,4 Prozent tief, und die berufliche Bildung ist vorbildlich. Dank dieser Flexibilität und liberaler Rahmenbedingungen ist auch die Durchlässigkeit von unselbstständiger und selbstständiger Arbeit hoch. Das nützt vor allem der Arbeitnehmerschaft.

Im gegenseitigen Respekt

Wie Schneeberger vor den Medien weiter ausführte, gehört eine von gegenseitigem Respekt gelebte Sozialpartnerschaft zur Zukunft der Arbeitswelt. «Arbeitgebende und Arbeitnehmende begegnen sich auf Augenhöhe und verhandeln ihre ­Anliegen. Grundsätzlich erfolgt dies individuell, subsidiär auf der Stufe der einzelnen Branchen. Eine erfolgreich gelebte Sozialpartnerschaft soll von gegenseitigem Vertrauen und Lösungsorientierung geprägt sein.»

Durch die Unterzeichnung der Erklärung bringen die Sozialpartner zum Ausdruck, dass sie auch in ­Zukunft auf eine starke Sozialpartnerschaft setzen, um für die Herausforderungen der Arbeitswelt von morgen gewappnet zu sein. Auf diese Weise wollen sie ihre Anstrengungen weiterführen, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Schweiz zu ­sichern­ und gleichzeitig die Arbeits- und Sozialbedingungen so anzupassen, dass hochqualifizierte Arbeits­plätze geschaffen und aufrechterhalten werden.

Dieter Kläy, Ressortleiter sgv