Publiziert am: 05.06.2015

Viel Vertrauen dank seriöser Arbeit

PK PANVICA – Bäcker und Confiseure, Cafétiers, Weinhändler und Getränkegrossisten sind der Pensionskasse PANVICA angeschlossen. Für PK-Leiter Remo Keller sind Sicherheit und Transparenz wichtiger als kurzfristig hohe Renditen.

Seit nunmehr 50 Jahren kümmert sich die Pensionskasse PANVICA um die Altersvorsorge gleich mehrerer wichtiger Branchen im Bereich Lebensmittel. Der Schweizerische Bäcker- und Confiseurmeisterverband (SBC), die Vereinigung Schweizer Weinhandel (VSW), CafetierSuisse (SCV) und der Verband Schweizerischer Getränkegrossisten (VSG) vertrauen bei der Vorsorge für ihre Mitglieder auf die PK PANVICA – rund 1800 angeschlossene Mitglieder mit etwa 18 000 Versicherten und rund 2100 Rentenbezügern. Die PK PANVICA operiert im Rahmen der proparis, Vorsorge Gewerbe Schweiz.

Seit Februar 2015 ist Remo Keller als Pensionskassenleiter bei der PANVICA tätig. Der 37jährige Jurist und Vater zweier kleiner Söhne ist seit mehr als zehn Jahren in der beruflichen Vorsorge tätig, davon mehrere Jahre in der Geschäftsleitung.

Von «Ihresgleichen» vertreten

Schweizerische Gewerbezeitung: Was ist das Besondere an der PK PANVICA?

n Remo Keller: Die PK PANVICA ist von den Verbänden für die Verbände geschaffen worden. Unsere Organe sind sowohl arbeitgeber- wie arbeitnehmerseitig mit Exponenten der Gründerverbände besetzt – die Versicherten werden also quasi von «Ihresgleichen» vertreten. Diese kennen die Bedürfnisse ihrer Mitglieder und können entsprechend bedarfsgerechte, verbandsspezifische Angebote formulieren. Viele unserer Versicherten bewegen sich im Bereich des BVG-Minimums: Für sie erarbeiten wir einfache und verständlich formulierte Lösungen. Zudem bietet die Ausgleichskasse PANVICA alle Dienstleistungen unter einem Dach an, von der AHV/IV, der PK bis hin zur Kranken-/Unfalltaggeldversicherung und Familienzulagen. Wir sind auch wettbewerbsfähig und transparent in Bezug auf die Verwaltungskosten. Unser Ziel ist es, einen möglichst grossen Teil der von den Versicherten einbezahlten Gelder für die Versicherten zu verwenden.

«IM ZWEIFELSFALL BLEIBEN WIR – WIE AUCH DIE PROPARIS – AUF DER SICHEREN SEITE.»

Welches sind die Stärken der PK PANVICA?

n Ein hoher Grad an Sicherheit. Der Deckungsgrad beträgt über 110 Prozent. Zusätzliche Mittel erlauben es, sehr gute Leistungen zu gewähren: So beträgt unsere Verzinsung im laufenden Jahr 2,75 Prozent – und liegt damit ein ganzes Prozent über dem vom Bundesrat festgelegten Mindestzinssatz.

Sicherheit und Seriosität

Wie sind solche Leistungen im derzeitigen Umfeld – Stichwort Negativzinsen – überhaupt möglich?

n Die PK PANVICA verfügt über eine sehr gesunde Struktur mit vielen Aktiven und einem vergleichsweise tiefen Rentnerbestand. Dadurch und in Kombination mit hohen Reserven ist der Bedarf an Rendite überschaubar. Zudem wollen wir keine unnötigen Risiken eingehen und bleiben im Zweifelsfall – wie auch die proparis – auf der sicheren Seite. Unseren Kunden, den Versicherten, ist Sicherheit sehr wichtig; deshalb ist sie es auch für uns.

 

Bereitet Ihnen die aktuelle Situa­tion auf den Märkten mit den extrem niedrigen Zinsen Sorgen?

n Die Lebenserwartung steigt, während die Zinsen historisch tief sind – natürlich beschäftigt uns diese höchst unangenehme Kombination. Wir können sie jedoch nicht ändern. Was wir aber selber steuern können, ist dies: Mit Durchhaltevermögen und viel seriöser Arbeit können wir das Vertrauen der Versicherten zurückgewinnen. Unsachgemässe Handlungen und unseriöse Behauptungen rund um die berufliche Vorsorge – die Stichworte hier lauten «Millionenbschiss» oder «Rentenklau» – verunsichern die Versicherten. Unsere Aufgabe ist es, deren Vertrauen durch Seriosität und Transparenz zu gewinnen und dadurch die Idee zu stärken, dass Sparen eine gute Sache ist, die sich lohnt.

«SPAREN IST EINE GUTE SACHE, DIE SICH LOHNT.»

Sorgfalt und Transparenz

Und wie tun Sie dies konkret?

n In der 2. Säule sind derzeit rund 800 Milliarden Franken angelegt – eine enorme Summe. Ein gewisses Misstrauen ist angesichts von derart grossen Werten nicht unwichtig; schliesslich sprechen wir hier vom Geld unserer Versicherten, nicht von jenem der Funktionäre in den PK. Gerade weil wir es mit Geldern von Arbeitnehmenden mit teils tieferen Einkommen zu tun haben, dürfen wir mit diesem «fremden Geld» keine unnötigen Risiken eingehen. Wichtiger als kurzfristig hohe Renditen sind Sorgfalt und Transparenz, um am Ende den Verfassungsauftrag erfüllen zu können, der da lautet: Die Versicherten sollen ihre «gewohnte Lebenshaltung in angemessener Weise» weiterführen können.

 

Wie setzen Sie diesen Auftrag als Pensionskassenleiter um?

n Wie bereits erwähnt, können wir weder die Alterung der Bevölkerung noch den Umwandlungssatz oder die unserer Ansicht nach zu hohen Versprechungen der Politik beeinflussen. Als PK-Leiter kann ich der PK PANVICA ein Gesicht geben, indem ich zusammen mit meinem Team von motivierten Mitarbeitern alles dafür tue, dass für unsere Versicherten möglichst viel Geld angespart wird und sie dereinst gute Renten daraus ausbezahlt bekommen. Die Versicherten sollen aber auch schon vor der Pensionierung spüren, dass wir für sie da sind und wir ihnen einen kompetenten Dienstleistungsservice anbieten. Es ist eine ehrenvolle Aufgabe, sich für die Altersvorsorge einzusetzen, denn darum geht es doch am Ende: Um zufriedene Versicherte. Sie sind meine und unsere Motivation in der täglichen Arbeit. Gelingt uns das, so haben wir einen guten Job gemacht.

Wem nützen die Broker?

Man hört hin und wieder von den Versicherungsbrokern. Wie stehen Sie dazu?

n Der Markt der beruflichen Vorsorge ist hart umkämpft, und es herrscht ein regelrechter «Tourismus». Das ist eine ernsthafte Herausforderung. Versicherungsbroker bedrohen zunehmend das Vertrauensverhältnis zwischen den PKs und ihren Kunden. Die PK PANVICA ist eine der letzten Pensionskassen, die keinerlei Entschädigungen an Broker zahlt. Dies aus gutem Grund, wie wir meinen. Denn «Gratisabklärungen» gibt es nirgends; alle Aufwendungen werden letztlich von jemandem bezahlt. Im Fall der PK müssten bestehende Mitglieder für die Neu­aquisitionen oder auch für das Halten bestehender Mitglieder bezahlen – das kann nicht im Interesse der Versicherten sein!

Ein Generationenwechsel ist oft der Anlass, bestehende Versicherungslösungen zu überprüfen. Das mag gut und richtig sein. Doch weil wir eben keine Entschädigungen zahlen, ist es für die PK PANVICA oft schwierig, im Rahmen von Ausschreibungen überhaupt zum Zug zu kommen und ebenfalls ein Angebot zu unterbreiten. Das macht es sehr schwierig, im Konkurrenzkampf zu bestehen. In diesem Umfeld setzen wir auf das Vertrauen und unsere Verbundenheit mit unseren Mitgliedern. Dies, indem wir den Kundenkontakt fördern und rasch Lösungen für anstehende Probleme finden. Kundenpflege und eine gezielte Beratung auf der Suche nach sinnvollen Lösungen sind unsere Stärke.

«BESTEHENDE KUNDEN FÜR NEUE ZAHLEN 
LASSEN? DAS LEHNT DIE PK PANVICA klar AB!»

Und damit wir uns richtig verstehen: Beratung ist wichtig, und ich habe kein grundsätzliches Problem mit Brokern. Ich kritisiere einzig das heute überwiegend anzutreffende Entschädigungsmodell, in dem bestehende Kunden für neue zahlen sollen. Die Frage, die sich hier oft aufdrängt, lautet: «Sprechen wir nun vom ‹besten Angebot› für die Kunden – oder allenfalls für die Broker?» Ich meine, dass hier eine grosse Gefahr falscher Anreize lauert. Die PK PANVICA setzt stattdessen auf einen eigenen, provisions- und bonusfreien Aussendienst. Ich persönlich halte die ungehemmte Jagd nach neuen Kunden für eine bedenkliche Entwicklung, die ganz bestimmt nicht zum dringend nötigen Vertrauen in die berufliche Vorsorge beiträgt.

Interview: Gerhard Enggist