Publiziert am: 08.05.2015

Viele Herausforderungen im Export

EXPORT-AWARD – Die Gewinner 2015 des Export Awards von Switzerland Global Enterprise (S-GE) reüssierten dank wachsender ­globaler Mittelschicht – und trotz Frankenstärke.

Sich mit der wachsenden Mittelschicht in den Schwellenländern auseinanderzusetzen, wird zu einer zentralen Herausforderung für Schweizer Exporteure. Doch der wachstumsstärkste Markt ist nicht automatisch der beste. Die Gewinner des Export Awards von Switzerland Global Enterprise (S-GE) demonstrieren anschaulich, wie sich Exporterfolg heute in nah und fern realisieren lässt – trotz Frankenstärke. Wachstumstreiber für die Exportwirtschaft ist zudem das Zusammenspiel mit wertschöpfungsstarken angesiedelten Firmen aus dem Ausland.

Verdoppelung bis 2030

Begründet in einer rapiden Zunahme der Wirtschaftskraft und Bevölkerungszahl in den Schwellenländern, erreichen global immer mehr Menschen ein Einkommen zwischen 1000 und 12 000 US-Dollar pro Jahr. Bis 2030 wird sich die weltweite Mittelschicht von 2,5 auf 5 Milliarden Menschen verdoppeln, wobei zwei Drittel davon in Asien leben werden. Dementsprechend wird Asien bis 2030 rund 60 Prozent der weltweiten Konsumausgaben bestreiten.

«Das massive Wachstum der Mittelschicht in den Schwellenländern stellt die weltwirtschaftlichen Verhältnisse auf den Kopf», interpretiert Daniel Küng, CEO von S-GE, die Ergebnisse der Studie, die PwC im Auftrag von S-GE erstellt hat. Sie wurde am Aussenwirtschaftsforum präsentiert, das ganz im Zeichen der «Rising Middle Class» stand.

Von Schoggi bis zum Schneepflug

Erhebliche Wachstumschancen bieten sich für Schweizer Firmen aus Konsumgüterbranchen. In den zehn grössten Rising Middle Class-Märkten werden sich etwa die Ausgaben für Lebensmittel um neun Prozent pro Jahr steigern. Doch wo die Mittelschicht wächst, wächst auch der Bedarf nach einer funktionierenden Infrastruktur oder einem guten Gesundheitssystem. So können auch Schweizer Industrie-Exporteure massiv von der Rising Middle Class profitieren: In vielen Branchen – von der Medizintechnik über die ICT bis zum Verkehrswesen – erhöhen sich die jährlichen Ausgaben um acht bis neun Prozent in den zehn Ländern mit der grössten wachsenden Mittelschicht.

Diversifizierung lohnt sich

Diese vielfältigen Marktchancen zu realisieren, stellt besonders für KMU eine grosse Herausforderung dar. «Der Aufstieg der Mittelschicht bedeutet, dass die regionale Wirtschaft der Schwellenländer zu einer immer stärkeren Konkurrenz erwächst», erläutert Daniel Küng, «das wachstumsstärkste Land ist deshalb nicht automatisch das bestgeeignete für einen Schweizer Exporteur. Die Unternehmen müssen ganz genau analysieren, wo die Opportunitäten den Wettbewerb überwiegen. Doch gerade angesichts der Frankenstärke im Euroraum lohnt es sich, an der Diversifizierung der Exportmärkte zu arbeiten.»

Angesichts der Verschiebung der globalen Wirtschaftskraft und des starken Frankens steht der Standort Schweiz unter Druck wie selten. «In diesem Umfeld ausgewählte, wertschöpfungsstarke Unternehmen ins Land zu holen, unterstützt nicht nur die Exportwirtschaft in ihrer internationalen Konkurrenzfähigkeit», erklärte alt Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold, Verwaltungsratspräsidentin von S-GE, während des Aussenwirtschaftsforums. «Diese Top-Firmen bringen neue Ideen und Innovationen ins Land, erteilen Schweizer KMU Aufträge oder finanzieren Forschungsprojekte an unseren Hochschulen.» Dazu schafften sie hochwertige neue Arbeitsplätze und zusätzliche Steuereinnahmen.

PPURA und Amberg Technologies

Mit cleverem Marketing trotz Frankenstärke erfolgreich im harten Detailhandel Deutschlands und dank Präzisionstechnologie profitieren von der wachsenden Mittelschicht und ihren Transportbedürfnissen in China: PPURA, Dulliken SO, und Amberg Technologies, Regensdorf ZH, demonstrieren, wie komplexe Exportprojekte exzellent umgesetzt werden (vgl. Seite 13). Dafür wurden sie im Rahmen des Aussenwirtschaftsforums von Switzerland Global Enterprise mit dem Export Award 2015 ausgezeichnet. PPURA erhielt den Preis in der Kategorie Step In für ihren fulminanten Markteintritt in Deutschland und Amberg Technologies in der Kategorie Success für ihren langfristigen Erfolgexport in China.

weltweit engagiert

Switzerland Global Enterprise, vormals Osec, engagiert sich weltweit für Unternehmertum und den Wirtschaftsstandort Schweiz. Als Center of Excellence für Internationalisierung fördert die Organisation Export, Import und Investment und hilft Kunden dank ihres globalen Netzwerks von versierten Beratern und Experten neues Potenzial für ihr internationales Geschäft zu erschliessen und den Wirtschaftsstandort Schweiz zu stärken.