Publiziert am: 02.10.2015

Volltreffer im achten Anlauf

AKTUELLER TEST – Die 8. Generation des Volkswagen Passat bietet viel Platz und Komfort. Wir prüften den Kombi Variant mit Allradantrieb mit dem abgasmanipulierten 2-Liter-TDI-Motor.

Auch die achte Generation des Passat bleibt dem bekannten Grunddesign treu. Die neu gestaltete Frontpartie, in der LED-Scheinwerfer und Kühlermaske ein breites, durchgehendes Band ergeben, gefällt. Insgesamt wirkt das Auto gestreckter als bisher, obwohl die Länge bloss um 7 Millimeter zugenommen hat, aber die Breite um deren 12.

Das Interieur ist typisch VW: Alles da, wo es hingehört, alles perfekt verarbeitet, alles ein wenig ausladend. Die komplett digitalen Anzeigen sind erst nach dem Motorstart sichtbar und lassen eine perfekte Informationsdarstellung zu. Dabei wird beim Einsatz eines Navigationsgerätes eine Verdoppelung der Angaben zwischen den beiden Rundinstrumenten eingeblendet. So müssen die Augen für ein schnelles Erkennen des Weges nicht weit von der Strasse wegschauen. Mitten im Armaturenbrett sitzt eine analoge Runduhr wie eine Reminiszenz an längst vergangene Tage. Alle denkbaren Assistenzsysteme sind optional erhältlich. Sie sind aus einer schier nicht enden wollenden Liste auswählbar.

Der um acht Zentimeter gewachsene Radstand kommt den Passagieren auf den hinteren Plätzen zugute. Aber natürlich auch dem Laderaum, der mit einer sich elektrisch öffnenden Laderaumklappe versehen ist. Das Fassungsvermögen reicht von 650 bis maximal 1780 Liter. Dazu gibt es eine Flexibilitäts- und Variantenfülle für Ladegut aller Art. Sicherheit wird ebenfalls gross geschrieben. Ohne Aufpreis sind vier Airbags mit dabei, wer sich und seine Passagiere noch besser schützen möchte, zahlt Aufgeld. Aber auch die Multifunktionsbremse ist serienmässig an Bord – sie verhindert, dass das Fahrzeug nach einem Crash noch führungslos weiterfährt.

Auch mal abseits der Strasse

Die stärkste Dieselmotorisierung macht in diesen Tagen viel Lärm wegen der gezinkten Abgassoftware. Die hohe Leistung sowie das bullige Drehmoment sorgen andererseits für Fahrleistungen wie bei einem Benziner. Das famose Doppelkupplungsgetriebe (DSG) leitet die Kraft über das bewährte Haldex-System sauber an alle vier Räder weiter. So zieht der Passat zügig aus allen Drehzahlbereichen davon und fährt sich wie auf Schienen durch kurvige Passagen. Traktionsprobleme existieren im Reich des Passat 4Motion auch auf Schnee oder im Anhängerbetrieb nicht. Lange Autobahnfahrten gestalten sich entspannt – die Federung bügelt sämtliche Unebenheiten aus. In der getesteten Topversion fehlt es an nichts: Luxus und viel Platz, satte Leistung und noch mehr Fahrkomfort sorgen für einen guten Gegenwert für die Investition. Für den harten Berufseinsatz sind natürlich auch einfacher ausgestattete und etwas leistungsschwächere Business-Ausführungen zu haben.

Roland Hofer

WISSENSWERTES

Modell: VW Passat 
Variant 4 Motion

Motor: 4-Zyl., 1968 ccm, 
Turbodiesel

Leistung (kW/PS):

176∕240 bei 3000∕min

Drehmoment (Nm):

500 von 1750 bis 3000∕min

Kraftübertragung: 7-Gang Doppelkupplung ∕Allrad

Fahrleistungen: Spitze 238 km∕h, 0-100 km∕h 6,3 Sek.

Verbrauch (EU-Norm):

5,4 l∕100 km, CO2 140 g/km

Masse (L × B × H): 4882 × 1832 × 1477 mm

Laderaum:

650 bis 1780 Kubikdezimeter

Nutzlast: 650 Kilogramm

Preis (ab Fr.): 50 400.–;

Testwagen Fr. 64 740.–