Publiziert am: Freitag, 5. Februar 2016

Von der Zahnbürste bis zur Banknote

INNOVATION REPORT 2016 – Der Dachverband Swiss Plastics zeigt an einer Tagung in Luzern auf, wie bedeutend Kunststoffe im täglichen Leben sind.

Ob Kaffeebecher, Zahnbürsten oder Badeenten – überall ist Kunststoff drin. Im öffentlichen Verkehr kommt dieser Werkstoff in Sitzbezügen oder Bodenbelägen vor, bei den Textilien spielen moderne Kunstfasern eine grosse Rolle und auch der Flatscreen des Fernsehapparats beinhaltet dieses Material. Da Kunststoff leicht ist, wird er für Autos, Fahrräder von Rennfahrern und die Thermowäsche des Alltagssportlers benutzt.

Hörgeräte und Mixer

All das erfährt man im neusten Innovation Report, den der Verband Swiss Plastics, die Dachmarke der Schweizer Kunststoffbranche, publiziert. An 13 Beispielen aus der Schweizer Wirtschaft wird aufgezeigt, wo Kunststoff gebraucht wird – beispielsweise beim Injektions-Pen von Ypsomed, bei Hörgeräten von Phonak oder dem Universalstabmixer Swissline von Bamix. Die grosszügig illustrierten Seiten informieren über das Produkt, die Materialbilanz und seinen Kunststoffanteil. Der Innovation Report wird von Verbänden, Unternehmen und Ausbildungsstätten benützt.

15 Milliarden Umsatz

Er erlaubt einen Blick hinter die Kulissen der Kunststoffindustrie, die 35 000 Ingenieure, Kunststofftechnologen, Polymechaniker und Entwickler in 1000 Betrieben beschäftigt. Die Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz von 15 Milliarden Franken. Damit liegt die Kunststoffindustrie zwar hinter der Pharmaindustrie mit 24 Milliarden, aber deutlich vor der Uhrenindustrie mit 11 Milliarden. Mit Innovationen und guten Ausbildungsangeboten will man diesen hohen Standard halten.

Neuer Abschluss

Dies zeigte sich an der Innovationstagung in Luzern. Markus Müller von der Sonova erläuterte, wie wichtig eine gute Unternehmenskultur für Innovationen ist. Christoph Kocher von der Landqart AG zeigte den Weg zur Banknote der Zukunft auf und Gallus Späni von der kt-suisse schrieb die Erfolgsgeschichte einer Eierverpackung, die um die Welt geht. Basis dafür ist eine gute Weiterbildung, die ab dem Jahr 2017 mit einem neuen Abschluss, dem «Master of plastics», gestärkt werden soll. «Wir verkaufen uns unter unserem Wert», stellte Willi Bachmann, Geschäftsführer der Lenorplastics in Zug, fest. Doch dies soll sich ändern. Mit Selbstbewusstsein und dem Wissen um die eigenen Stärken will die Branche künftig für die eigenen Anliegen eintreten.

Albert Schwarzenbach

NEUER Präsident von Swiss Plastics

Silvio Ponti übernimmt das Zepter

Die Spitze von Swiss Plastics Association, dem Schweizer Kunststoffverband, wurde neu besetzt. Silvio Ponti (Bild), Mitglied der Konzernleitung des Kunststoffherstellers Sika AG in Zürich, wurde an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung in Luzern als Nachfolger von Nationalrätin Doris Fiala gewählt. Die Stabübergabe soll in diesem Sommer erfolgen. Die abtretende Präsidentin würdigte die Kunststoffunternehmen, «die den rauen Zeiten trotzen und sich mit viel Optimismus den Herausforderungen stellen.»