Publiziert am: Freitag, 6. Juli 2018

Vulkane, die Freude versprühen

LÄUBLI Vulkan AG – Das Familienunternehmen im luzernischen Aesch produziert seit vielen Jahren erfolgreich Vulkane. Es ist in der Branche für seine Qualität, Innovationen und aussergewöhnlichen pyrotechnischen Leistungen bekannt. Künftig will es die Produktion ausbauen und noch mehr exportieren.

Wenn am Nationalfeiertag in der Schweiz die Funken sprühen, hat die Familie Läubli oft die Finger im Spiel. Das traditionelle Familienunternehmen in Aesch/LU stellt seit bald 60 Jahren erfolgreich Vulkane her. Angefangen hatte alles, als Oskar und Rosa Läubli-Leutwyler 1960 die «Vulkan- Kunstfeuerwerkfabrik» gegründet haben. Heute ist bereits die dritte Generation im Geschäft. Eigentümerin der «Läubli Feuerwerk AG» und «Läubli Vulkan AG» ist immer noch Anna Lisa Läubli. Ihr Sohn Oskar ist als technischer Leiter und Entwickler dabei und Tochter ­Tamara ist Gefahrenbeauftragte und verantwortlich für das Personal, Einkauf und Admi­ni­stration.

«Wir sind mit dem Schweizer Markt komplett ausgelastet.»

Wie in den Anfangszeiten liegen die Werkstätten der Firma verstreut in einem Wäldchen in der Nähe von Aesch am Hallwilersee. Die ganze Produktion spielt sich in verschiedenen Häuschen ab. «Wir haben den Betrieb aus sicherheitstechnischen Gründen so eingeteilt», erklärt Oskar Läubli. Das Hauptgeschäft ist die Herstellung von Vulkanen. Weitere Standbeine sind die Produktion von Vulkan-Wühlmaus­patronen sowie Vulkanhülsen und der Feuerwerkdirektverkauf durchs ganze Jahr. «Wir produzieren momentan sieben verschiedene Vulkangrössen mit drei Meter Höhe Auswurf bis acht Meter Höhe Auswurf. Wir bieten über ­
20 Effekte von reinem Goldauswurf bis hin zu farbigen Sternen», erklärt Tamara Läubli. Den Umsatz und wie viele Vulkane täglich in Aesch produziert werden, will die erfolgreiche Geschäfts­frau aber nicht verraten: «Wir haben das grosse Glück, dass wir mit dem Schweizer Markt momentan komplett ausgelastet sind», freut sie sich.

Beliefert werden vor allem Grossisten. «Marktführer Weco-suisse ­sowie Bersinger, Stucki, Hirt + Co sind unsere grössten direkten Kunden. Dank ihnen findet man unsere Vulkane in den meisten Grossverteilern wie Coop, Landi, Jumbo, Aldi, Lidl sowie bei vielen privaten Händlern. Momentan macht der Export einen kleinen Teil aus. «Wir liefern vor allem nach Deutschland, haben aber regelmässig Anfragen aus dem Ausland», so Tamara Läubli.

Altes Handwerk und höchste Qualität

Doch was steckt in den pyrotechnischen Wunderwerken? «Die Grundmischung besteht aus Salpeter, Kohle und Schwefel. Beigefügt werden je nach Effekt beispielsweise Barium für Grün, Strontium für Rot usw. Weitere Feinheiten der Zusammensetzung verraten wir nicht», sagt ­Oskar Läubli. Das Pulver wird gemischt, maschinell in Kartonhülsen abgefüllt, der Boden eingepresst und eingeleimt. Dann kommt die Anzündmasse mit Anzündlitz darauf sowie eine Schutzkappe. Der Vulkan wird mit dem gewünschten Cover versehen, eingepackt und geliefert. Dabei werden sorgfältige Handarbeit, Sicherheit und höchste ­Qualitätsanforderungen gross­ge­schrieben.

«Schweizer Qualität geniesst einen hohen Stellenwert – China ist keine Konkurrenz für uns.»

Mit der SPS-Steuerung hat auch die Digitalisierung im Betrieb Einzug gehalten. Es könnte einiges mehr maschinell verarbeitet werden. In der Firma Läubli gehört eine soziale Einstellung aber zur Firmenphilosophie. Solange es geht, sollen keine Arbeitsplätze wegrationalisiert werden. «Wir haben viele langjährige Mitarbeiter. Sie sollen ihren Arbeitsplatz weiterhin behalten können», sagt Tamara Läubli. Für die Zukunft hat das KMU aber grosse Pläne: «Wir wollen uns vergrössern und die Produktion vereinfachen. Durch diese baulichen Massnahmen wollen wir auch vermehrt auf dem europäischen Markt präsent sein.»

Die Läubli Vulkan AG hat sich über die Jahre in der Branche einen guten Namen gemacht. So sind Läubli-Vulkane bekannt für ihren hohen Auswurf und eine weltweit einzigartige Brenndauer von bis zu zwei Minuten. Qualität und Innovation haben einen hohen Stellenwert im Unternehmen. «Mein Bruder ist ein Tüftler mit einem grossen pyrotechnischen Wissen. Er entwickelt und verbessert die Vulkan-Rezepte dauernd und arbeitet ständig an neuen Techniken und Maschinen für die Herstellung», sagt Tamara Läubli. Und sie ergänzt: «Oberstes Credo ist bei uns, zu halten, was wir versprechen. Wir verkaufen keine Mogelpackungen. Ebenso muss die Preis-Leistung stimmen.»

 

Den Betrieb erweitern

Wichtig ist Läublis auch eine kompetente Beratung. Diese Aufgabe übernimmt meistens der Juniorchef, denn ein sicherer Umgang mit Feuerwerk kann viele Unfälle vermeiden. «Es ist absolut zentral, dass wir die strengen Sicherheits­­vor­schriften von Bund und Kantonen – sei es in der Produktion, beim Transport oder beim Verkauf – strikte einhalten», betont Tamara Läubli. Dazu gehört auch, dass die 17 Mitarbeitenden intern und extern geschult und regelmässig über Erneuerungen informiert werden.

Die grösste Herausforderung für das Unternehmen ist das Wetter. «Findet der 1. August, weil es zu trocken ist, pyrotechnisch nicht statt, dann haben wir ein Problem», so Tamara Läubli. Und wie steht es mit der Konkurrenz aus China? Die Schweiz sei das Land der Vulkane, so Tamara Läubli. «Schweizer Qualität geniesst einen hohen Stellenwert. Als Vulkan-Hersteller ist China kein Thema für uns.»

Corinne Remund

www.laeubli-vulkan.ch

Thema auch im KMU-TV

Traurige Aktualität für FOKUS KMU, die vom Schweizer Gewerbeverband sgv produzierte Sendung für Wirtschaft & Gesellschaft: Vergangene Woche ist das Sägewerk von SVP-Nationalrat und sgv-Präsident Jean-François Rime in Bulle/FR vollständig abgebrannt. Die nächste Sendung vom Montag, 9. Juli widmet sich – unabhängig vom Brand in Bulle – dem Thema Feuerwerk und Feuerwehr.

Ein freudiges pyrotechnisches Erlebnis hingegen ist der Besuch bei der Hamberger Swiss Pyrotechnics AG in Spiez. FOKUS KMU dokumentiert, was es alles braucht, bis ein professionelles Feuerwerk abgefeuert werden kann. Zudem erfahren die Zuschauer, wie Schweizerinnen und Schweizer mit privatem Feuerwerk umgehen.

Ein Beitrag über den Oensinger Elektrounternehmer und Feuerwehr­kommandanten Michael Dietschi zeigt, dass viele KMU-Unternehmer nicht nur als Firmenchefs und Ausbildner wichtige Dienste leisten, sondern sich auch als Milizler für die Allgemeinheit engagieren. Die Sendung ist ab Montag, 9. Juli 2018, täglich um 17.35 Uhr auf TeleBärn, Tele M1 und Tele Züri sowie ab Montag, 16. Juli 2018, täglich um 17.25 Uhr auf Tele Z zu sehen.

CR

www.fokus-kmu.tv

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